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US-Banken: Bank of America verbucht Milliardengewinn

Aller guten Dinge sind fünf: Nach den überraschend guten Zahlen von Wells Fargo, Goldman Sachs, JP Morgan und der Citigroup hat nun auch die größte US-Bank positiv überrascht: Die Bank of America hat im ersten Quartal einen Gewinn von 2,8 Milliarden Dollar eingefahren. Die Reaktion an der Börse fiel dennoch anders aus als erwartet.

Bei der Bank of America sind nur noch die Bankschalter rot, nicht mehr die Zahlen. Quelle: ap
Bei der Bank of America sind nur noch die Bankschalter rot, nicht mehr die Zahlen. Quelle: ap

HB NEW YORK. Die Bank of America stellt sich in diesem Jahr in Folge der Rezession auf empfindliche Belastungen ein. Trotz eines überraschend starken Jahresstarts warnte die größte US-Bank am Montag vor einer steigenden Risikovorsorge im Kreditgeschäft. Die Lage werde sich zunächst weiter verschlechtern, bevor Besserung in Sicht sei, sagte Bankchef Kenneth Lewis.

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Auch bei anderen Geldhäusern weltweit wächst die Befürchtung vor einer Verschlechterung der Kreditqualität. Nach fast zwei Jahren Finanzkrise steht die gebeutelte Bankenbranche vor der nächsten Welle an Belastungen: Nach den Abschreibungen auf kritische Wertpapiere drohen nun Milliardenkosten wegen fauler Kredite. Diese Aussicht ließ Finanzwerte weltweit auf breiter Front sinken. Von Hoffnungen auf ein schnelles Krisenende war keine Rede mehr.

„Wir kämpfen seit fast zwei Jahren mit dem Wirtschaftsabschwung und werden wohl noch einige Quartale weiterkämpfen“, sagte Finanzchef Joe Price. Im ersten Quartal konnte die Bank of America den Gewinn nach Abzug der Dividenden an die Vorzugsaktionäre wie den US-Staat auf 2,8 Mrd. Dollar mehr als verdoppeln. Das Ergebnis übertraf zwar die Erwartungen deutlich, wurde aber von Sondereffekten aufgebläht. So führte allein der Verkauf von Aktien der China Construction Bank zu einem Einmalerlös von 1,9 Mrd. Dollar.

Wie bei den Rivalen Citigroup und JP Morgan, die ebenfalls positiv überraschten, trug aber auch ein kräftiger Zuwachs im Investmentbanking zu dem Gewinnanstieg bei - diese Sparte ist weitgehend bei dem im September erworbenen Haus Merrill Lynch gebündelt. Besonders im Wertpapiergeschäft erzielten die Banken zu Jahresbeginn satte Erträge, weil viele Staaten und Firmen Milliardenbonds auf den Markt gebracht haben.

Kritisch sahen Investoren das Wachstum der Problemkredite bei der Bank of America, die mit 45 Mrd. Dollar vom Staat gestützt worden war. Das Volumen dieser potenziell kostspieligen Darlehen legte im Vergleich zum Jahresende um 41 Prozent auf mehr als 25 Mrd. Dollar zu. „Wir sind weiter mit extrem schwierigen Herausforderungen konfrontiert“, betonte der unter dem Druck der Aktionäre stehende Bankchef Lewis. Die Konjunkturschwäche und die Arbeitslosigkeit führten zu einer schlechteren Kreditqualität.

Im ersten Quartal legte das Institut mit 13,4 Mrd. Dollar gut 50 Prozent mehr für Belastungen im Kreditgeschäft zur Seite als Ende 2008. Auch das Kreditkartengeschäft fuhr einen Milliardenverlust ein. Am Jahresende 2008 hatte die Bank of America erstmals seit 17 Jahren rote Zahlen geschrieben. Vor allem die im Eilverfahren geschluckte Investmentbank Merrill Lynch hatte sich dabei als echtes Sorgenkind erwiesen. Die Übernahme wurde im September 2008 nach dem Kollaps von Lehman Brothers eingefädelt. Aktionäre fürchten, dass Lewis mit dem Schritt die Bank überfordert hat.

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