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US-Banken: JP Morgan setzt ein Ausrufezeichen für die Branche

JP Morgan Chase eröffnet den Reigen der Ergebnisse der US-Banken – und gibt einen ersten Einblick, wie es bei den Geldhäusern vor allem in der Sorgensparte Investment-Banking läuft. Die Großbank setzt nun ein Ausrufezeichen: Der Nettogewinn ist im zweiten Quartal stärker als erwartet gestiegen – um satte 76 Prozent. Doch es gibt nicht nur gute Nachrichten.

JP-Morgan-Zentrale in New York. Quelle: ap
JP-Morgan-Zentrale in New York. Quelle: ap

ben/HB NEW YORK. Ausgerechnet das seit Jahren kränkelnde Konsumkreditgeschäft hat der US-Großbank JP Morgan überraschend zu einem Milliardengewinn verholfen. Im zweiten Quartal stieg das Ergebnis der zweitgrößten Bank des Landes um 77 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 4,8 Mrd. Dollar und übertraf dabei die Erwartungen der Analysten deutlich. Maßgeblich für die Überraschung: Die Bank löste 1,5 Mrd. Dollar an Risikovorsorge für das Kreditgeschäft auf. „Wenn man das negativ sehen will, hat die Bank das Ergebnis manipuliert“, sagte Richard Bove, Analyst bei Rochedale Securities. Der positive Aspekt aber sei, dass die Entwicklung auf eine Gesundung des Geschäfts hindeute.

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JP Morgan litt dagegen wie erwartet unter deutlichen Einnahmerückgängen vor allem im Investment-Banking, das im ersten Quartal noch geboomt hatte. Die Bank begründete dies mit der Zurückhaltung der Kunden wegen der Griechenlandkrise und dem Blitz-Crash vom 6. Mai, als der Dow Jones innerhalb weniger Minuten um mehr als 1 000 Punkte gefallen war.

Zudem sei die Nachfrage nach Krediten wegen der schwierigen Wirtschaftsentwicklung zurückhaltend. Das Institut konnte die rückläufigen Einnahmen aber durch die Auflösung der Reserven mehr als ausgleichen. Unter dem Strich zeigten sich Analysten skeptisch über die Entwicklung des operativen Geschäfts. „Wir glauben, dass das erste Quartal das Beste in diesem Jahr war“, sagte Chris Whalen, Experte bei Institutional Risk Analytics. Die Aktie der Bank reagierte mit einem Abschlag.

Neben dem Hypothekengeschäft gehörten Konsumfinanzierungen, vor allem Kreditkarten, zu den größten Sorgenkindern der US–Banken in der Finanzkrise. Offenbar kommt die Welle an Darlehensausfällen nun zum Stehen. So meldete gestern Capital One, der führende Kreditkartenanbieter in den USA, für Juni einen erneuten Rückgang der Ausfallrate von 9,48 Prozent auf 9,28 Prozent im Juni.

Unter dem Strich ist dies ein positives Zeichen für die vom privaten Verbrauch abhängige US-Wirtschaft. Denn je besser die Finanzen der Konsumenten, desto mehr Geld können sie ausgeben. JP-Morgan-Chef Jamie Dimon warnte allerdings vor zu großer Euphorie. „Es ist zu früh, um etwas über die weitere Verbesserung der Lage sagen zu können“. Mit Blick auf die Quartalszahlen der übrigen US–Großbanken, die in den nächsten Tagen vorgelegt werden, sind Analysten allerdings optimistisch. Auch andere Institute dürften ihre Kreditvorsorge herunterfahren, so Bove.

Die striktere Regulierung der Banken weltweit hinterließ erstmals deutliche Spuren in dem Quartalsbericht. So buchte die Bank eine Belastung von 500 Mio. Dollar für die Bonussteuer in Großbritannien. Im US–Konsumkreditgeschäft drückten die im vergangenen Jahr eingeführten Begrenzungen für Zinsen und Überziehungsgebühren die Erträge.

Trotz mehrfacher Nachfrage von Analysten wollte sich Dimon in einer Telefonkonferenz aber nicht festlegen, welche Folgen das diese Woche zur Abstimmung anstehende große Regulierungsgesetz in den USA für sein Institut haben wird. „Es gibt einfach zu viele Unbekannte“, sagte der Vorstandschef. Der Senat hat der Finanzreform bereits zugestimmt. Geplant ist unter anderem eine verschärfte Kontrolle der Banken. JP-Morgan-Chef Dimon mahnte, die Wettbewerbsfähigkeit des US- Finanzsystems müsse gewahrt bleiben. Experten rechnen mit Gewinneinbußen bei den Großbanken von bis zu 25 Prozent durch die neuen Regeln.

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