
rüd/HB NEW YORK. Unter den Instituten, die frisches Kapital benötigen, sind demnach die Citigroup, die Bank of America und Wells Fargo sowie einige große Regionalbanken. Die genannten Unternehmen wollten sich zu den Berichten nicht äußern. Am Montag hatte die Bank of America einem Zeitungsartikel widersprochen, wonach sie sich im Zuge der Stresstests frisches Kapital in Höhe von zehn Mrd. Dollar auftreiben müsse.
Die US-Notenbank Fed und das Finanzministerium werden die Ergebnisse des Stresstests, der ermitteln soll, inwieweit die Banken einer weiteren Verschlechterung der Konjunktur standhalten können, den Instituten am heutigen Dienstag übermitteln. Am Donnerstag offenbar nach Börsenschluss will die Regierung dann die Öffentlichkeit über die Resultate des 150 Seiten starken Berichts informieren.
An den Märkten wird eine Talfahrt der Aktien von Banken mit weiterem Kapitalbedarf befürchtet, wenn Anleger glauben, die Institute stünden vor der Pleite. Dabei hatte Finanzminister Timothy Geithner am Montag noch einmal versichert, dass die Regierung keine der geprüften Banken zusammenbrechen lassen würde und dass alle, wenn nötig, Zugang zum staatlichen Rettungsschirm Tarp erhielten. Regierungsmitarbeiter gehen laut „Wall Street Journal“ aber davon aus, dass die Banken auch ohne Tarp an zusätzliches Kapital kommen können.
Die Bankenaufsicht hatte die Stabilität der 19 größten US-Finanzhäuser untersucht. Die Federal Reserve teilte bisher nur allgemein mit, die Mehrheit der getesteten Häuser sei ausreichend ausgestattet. Banken, die laut Stresstest zu wenig Kapital besitzen, müssen sich binnen sechs Monaten am Markt oder vom Staat frisches Geld besorgen.
Möglich ist auch der Verkauf von Unternehmensteilen oder in bestimmten Fällen eine Stärkung der Kapitalbasis durch eine Umwandlung von Vorzugs- in Stammaktien. Experten gehen davon aus, dass sich die US-Banken insgesamt wohl 150 Mrd. Dollar frisches Kapital besorgen müssen.