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US-Hypothekenkrise: Zwangsverkäufe nehmen zu

Am US-Hypothekenmarkt spitzt sich die Lage weiter zu. Selbst gelockerte Kreditkonditionen helfen den Hausbesitzern nicht. Immer mehr Amerikaner geraten mit ihren Zahlungen in Verzug. Die Zahl der Zwangsversteigerungen steigt unaufhaltsam.

Die Zwangsverkäufe von US-Immobilien nehmen zu. Foto: dpa Quelle: dpa
Die Zwangsverkäufe von US-Immobilien nehmen zu. Foto: dpa Quelle: dpa

WASHINGTON. Die Initiative von Banken und Politik, säumigen Hypothekenschuldnern eine Zwangsversteigerung zu ersparen, hat die Malaise des US-Immobilienmarkts nicht nennenswert mildern können. Etwas mehr als die Hälfte der Schuldner, denen ihre Bank bei den Konditionen entgegengekommen ist, geraten innerhalb von sechs Monaten wieder in Zahlungsverzug, berichtet John Dugan, der oberste Bankenaufseher im US-Finanzministerium. „Die Nachricht ist eine Überraschung, allerdings keine positive“, sagte Dugan in Washington.

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Kreditgeber und Kreditabwicklungsgesellschaften haben im Rahmen des freiwilligen Programms „Hope Now Alliance“ („Allianz Hoffnung Jetzt“) die Hypothekenkonditionen geändert, beispielsweise die Zinsen gesenkt oder gelockerte Rückzahlungspläne erstellt. An dem Programm nehmen unter anderem Citigroup, JP Morgan Chase und Bank of America teil. Die Banken teilten vergangenen Monat mit, sie hätten im Oktober 225 000 Schuldnern geholfen, ihr Haus zu behalten.

Ob die hohe Rückfallquote darin begründet ist, dass die Hilfen zu spärlich ausfallen, oder ob sie von vorne herein sinnlos sind, wird nun in Washington heftig diskutiert.

Die große Zahl von Zwangsversteigerungen verstärkt das Überangebot an Wohnimmobilien und beschleunigt den Preisverfall. Da viele Hausbesitzer nur wenig Eigenkapital eingesetzt haben, steigt die Zahl derer, bei denen die Schulden höher sind als der Wert des Hauses. Viele stellen daraufhin die Zahlungen ein und überlasen die Immobilie der Bank. Seit dem Hoch im Juni 2007 haben die Immobilienpreise gemessen am Case-Shiller-Index für die 20 größten Stadtregionen um 22 Prozent nachgegeben. Hinzu kommt, dass die US-Wirtschaft allein in diesem Jahr fast zwei Millionen Arbeitsplätze abgebaut hat und viele nun arbeitslose Kreditnehmer die Zinsen nicht mehr zahlen können.

Im dritten Quartal ist die Zahl der Zwangsversteigerungen auf ein Rekordhoch von drei Prozent gestiegen. Sieben Prozent der Hausbesitzer waren mit Zahlungen im Verzug, jeder zehnte sogar mehr als 30 Tage berichtete der Branchenverband Mortgage Banker Association vergangene Woche. Bei den Hypothekenschuldnern schwacher Bonität aus dem so genannten Subprime-Segment liegt der Anteil der Zwangsversteigerungen und notleidender Kredite sogar bei über zwanzig Prozent.

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