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US-Investmentbank: Gier der Banker: Goldman-Chef will Reformen

Vor der Finanzkrise galt Goldman Sachs als die Investmentbank schlechthin. Jetzt meldet sich der Chef des US-Instituts Lloyd Blankfein zu Wort. Ausgerechnet er geht scharf ins Gericht mit der eigenen Branche und spricht sich für eine grundlegende Reform der Managerbezahlung und eine breite Finanzaufsicht aus.

Goldman-Chef Lloyd Blankfein gehört selbst zu den Großverdienern der Wall Street.
Goldman-Chef Lloyd Blankfein gehört selbst zu den Großverdienern der Wall Street.

HB NEW YORK. Der Bank-Chef appellierte auf einer Investorenkonferenz an die Verantwortung der Branche für das gesamte Finanzsystem. Die Finanzkrise sei "tief demütigend" für die Banken, sagte Blankfein jetzt in Washington. Im Rückblick wirkten einige Entscheidungen etwa zu Managervergütungen "selbstsüchtig" und "gierig". Die Zahlungen dürften exzessive Risikobereitschaft nicht länger belohnen. "Wir sollten bei der Vergütung grundlegende Standards anwenden", forderte der Bank-Chef. Die Vergütung sollte langfristig orientiert sein.

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Blankfein selbst hatte noch für das Jahr 2007 - als sich die Finanzkrise schon abzeichnete - mit einem Bonus im damaligen Volumen von 67,9 Millionen Dollar einen Wall-Street-Rekord aufgestellt. Für 2008 bekam er dagegen keine Prämie, auch weil Goldman Sachs wie viele andere Banken staatliche Milliardenhilfen erhielt. Dennoch gehört er zu den Großverdienern an der Wall Street und wurde im vergangenen Jahr mit fast 43 Millionen Dollar von seinem Unternehmen bezahlt.

Er sprach sich für Richtlinien aus, die bei der Bezahlung gelten sollten: Nach seiner Ansicht sollte der Anteil von Aktien in der Vergütung steigen, je höher ein Mitarbeiter in der Hierarchie aufsteigt. Nur einfache Angestellte sollten überwiegend bar bezahlt werden. Das sei eine Lehre aus der Finanzkrise.

Es werde Jahre dauern das öffentliche Vertrauen in die Finanzbranche wieder aufzubauen, sagte Blankfein. "Wir haben uns als Experten hochgehalten", doch dieser Anspruch sei nicht erfüllt worden.

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