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Uwe Schroeder-Wildberg: MLP-Chef fordert professionelle Beraterbranche

Uwe Schroeder-Wildberg hält die Ausbildung vieler Vermittler für unzeitgemäß. Der Chef von 2.000 unabhängigen Finanzmaklern verlangt eine strengere Aufsicht - und kritisiert den Gesetzesentwurf der Regierung.

Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandschef des Finanzdienstleisters MLP. Quelle: AP
Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandschef des Finanzdienstleisters MLP. Quelle: AP

DüsseldorfMLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg glaubt, dass viele Finanzvermittler in Deutschland noch zu schlecht ausgebildet sind. Die aktuellen Gesetzespläne in Berlin hält er dementsprechend für „nicht ausreichend“. Sie könnten nur eine Übergangslösung auf dem Weg zu mehr Qualität in der Finanzberatung sein.

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Schroeder-Wildberg fordert mehr Profis anstelle der „zahlreichen schlecht ausgebildeten Tippgeber“ in der Finanzbranche. „Die meisten Menschen würden auch nicht zu einem nebenberuflichen Zahnarzt gehen“, sagt er in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

Nebenberufliche Anlageberater seien wegen der Bedeutung der Themen nicht mehr zeitgemäß. Aber leider hätten die Erfahrungen der letzten Jahre noch nicht ausgereicht, um die Vorschriften für Finanzvermittler branchenweit endlich zu vereinheitlichen.

Für die meisten Vermittler ist nur die Gewerbeaufsicht zuständig

Die Regierung plant derzeit ein zweigeteiltes Vermittlerrecht: Die Finanzaufsicht Bafin ist für Banken zuständig, die Gewerbeaufsichtsämter für den Rest der Finanzvermittler. Viele in der Branche wünschten sich dies, weil sie sich davon eine weniger strenge Kontrolle als durch die Bafin erhoffen. So schätzt Uwe Kremer vom Branchendienst „kapital-markt intern“, dass es derzeit etwa 80.000 unabhängige Vermittler gibt. Diese seien mittelständisch geprägt und regional orientiert, viele hätten nur drei bis fünf Beschäftigte. Die voraussichtliche Kostenbelastung durch Bafin-Anforderungen würde den Gewinn der meisten Unternehmen aufzehren. MLP als einer der großen Vertriebe richtet sich vor allem an Akademiker und anspruchsvolle Privatanleger und ist aufgrund seiner Banklizenz der Aufsicht der Bafin unterstellt. Damit ist der Vermittler von Versicherungen und Altersvorsorgeprodukten eine Ausnahme.

Schroeder-Wildberg sagt: „Die Gewerbeämter sind überhaupt nicht in der Lage, Finanzvermittler angemessen zu überwachen.“ Bei der Bafin sei dies völlig anders, die Kontrolleure besuchten sogar Geschäftsstellen und Bankfilialen. Zudem dürfe die Bafin bald Sanktionen bis hin zu einem Berufsverbot erteilen. „Wenn die Politik es ernst meint mit ihrem Bekenntnis zu mehr Qualität in der Finanzberatung, dann wird sie nicht umhin kommen, Teilen der Branche auch mal auf die Füße zu treten“, sagte Schroeder-Wildberg.

  • 11.08.2011, 09:02 UhrAnonymer Benutzer: Bernhard

    Kunden haben erst wieder Vertrauen wenn die gesamten Kosten bzw. Provisionen offengelegt werden. Tipps geben, Verwandtschaft abgrasen, Drückerverhalten dürften weiter zum Niedergang der Branche beitragen. Auch Unternehmen wie unter www.fonds-etf.de zu finden, dürften mit der zunehmenden Bedeutung des Internets, die sogenannten „Berater“ weiter schwächen.

  • 11.08.2011, 08:12 UhrKommissar

    Ausgerechnet MLP, der auf edel gemachte Strukturvertrieb, sollte sich mal die Frage stellen, ob man im eigenen Haus stets die von ihm geforderten hohen Ansprüche erfüllt hat.

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