Unterstützt wird er darin von dem Anlegeranwalt Peter Mattil. Der jährliche Schaden im grauen Kapitalmarkt werde auf 20 bis 30 Milliarden Euro geschätzt. Bei geschlossenen Fonds oder stillen Beteiligungen bestehe nicht nur das Risiko eines Totalverlusts des angelegten Geldes, sondern darüber hinaus der persönlichen Haftung oder Nachschussverpflichtung. „Wenn es bei dem Gesetzentwurf bleibt, wird ein fauler Kompromiss geschlossen“, urteilt Mattil. „Der Graue Kapitalmarkt, der vom Volumen und Schaden für Verbraucher her einmalig in Europa ist, bliebe im Wesentlichen erhalten.“ Mattil unterstützt daher die Forderung von Schroeder-Wildberg: „Der Kunde braucht eine einheitliche Aufsicht.“ Die Beaufsichtigung durch die Gewerbeämter könne nur ein Zwischenschritt sein.
Komplett richtig findet der MLP-Chef die Themen, die Versicherer wie Ergo in ihrer Werbung aufgebracht haben: Transparenz sei das Gebot der Stunde und eine wichtige Voraussetzung, um das Vertrauen in die Branche zu stärken. Doch insgesamt gebe es hier noch Entwicklungsmöglichkeiten, sagt Schroeder-Wildberg.
Für MLP selbst sieht Schroeder-Wildberg noch viel Potenzial in der Geschäftsentwicklung: „Wir haben ein klares Margenziel von 15 Prozent für 2012 und verfügen über viel Potenzial bei unseren Kunden“, sagt er. Der Grund: Die Kunden werden intensiver betreut, im Ideal ein Leben lang. „Qualität führt zu Produktivität und zu Wachstum“, ist er überzeugt. In der Hinsicht ist MLP weiter als viele Konkurrenten, wie ein Vergleich von Provisionseinnahmen pro Berater zeigt. MLP vermittelt im Durchschnitt mehr als sieben Verträge pro Kunde. Banken lägen in aller Regel zwischen zwei und drei Verträgen.
Unabhängig davon senkt MLP jedoch auch weiter die Kosten, um auch in schlechten Zeiten genug Spielraum zu haben. „Wir richten das Unternehmen frühzeitig auf die Zukunft aus und dazu gehört natürlich auch eine hohe Effizienz.“ Die bisherigen Zahlen in diesem Jahr bestätigen ihn. Der Einstieg im ersten Quartal sei erfolgreich gewesen, auch im zweiten habe es einige positive Entwicklungen gegeben. Extrem stark sei zum Jahresauftakt das Geschäft in der privaten Krankenversicherung gewesen. Allerdings sollte man hier das Wachstum aus dem ersten Quartal nicht auf den Rest des Jahres fortschreiben.
Herausfordernd sei nach wie vor das Geschäft im Bereich Altersvorsorge. „Trotz des gewaltigen Bedarfs der Deutschen stagniert der Markt oder geht sogar zurück“, sagt der MLP-Chef. Insgesamt sieht er im ersten Halbjahr für MLP „einen guten Lauf“, wenn man den Aufwand für die Restrukturierung des Unternehmens herausrechne.
Kunden haben erst wieder Vertrauen wenn die gesamten Kosten bzw. Provisionen offengelegt werden. Tipps geben, Verwandtschaft abgrasen, Drückerverhalten dürften weiter zum Niedergang der Branche beitragen. Auch Unternehmen wie unter www.fonds-etf.de zu finden, dürften mit der zunehmenden Bedeutung des Internets, die sogenannten „Berater“ weiter schwächen.
Ausgerechnet MLP, der auf edel gemachte Strukturvertrieb, sollte sich mal die Frage stellen, ob man im eigenen Haus stets die von ihm geforderten hohen Ansprüche erfüllt hat.
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