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Verdacht auf Untreue: Razzia bei ehemaligen Chefs der Privatbank Sal. Oppenheim

Das Ermittlungsverfahren läuft seit Monaten, jetzt machen die Strafverfolger Ernst: Mit einem Großaufgebot haben Polizei, Staatsanwaltschaft und Steuerfahnder Wohnsitze der ehemaligen persönlich haftenden Gesellschafter und anderer Funktionsträger von Sal. Oppenheim durchsucht. Es geht um den Verdacht auf Untreue im besonders schweren Fall.

Unter anderem im Visier: Ex-Oppenheim-Chef Matthias Graf von Krockow. Quelle: ap
Unter anderem im Visier: Ex-Oppenheim-Chef Matthias Graf von Krockow. Quelle: ap

KÖLN. Die Kölner Staatsanwaltschaft dreht auf. Etwa 50 Polizeibeamte, zehn Steuerfahnder sowie jeweils acht Staatsanwälte und Wirtschaftsreferenten haben heute die Privatwohnungen der ehemaligen persönlichen haftenden Gesellschafter der Privatbank Sal. Oppenheim, des Aufsichtsratschefs und des Vorsitzenden des Aktionärsausschusses durchsucht und Geschäftsunterlagen beschlagnahmt.

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Die Staatsanwaltschaft will endlich bei dem bereits im März dieses Jahres gestarteten Ermittlungsverfahren gegen die ehemalige Führungscrew vorankommen. Es geht um den Verdacht auf Untreue im besonders schweren Fall.

Im Visier der Ermittler gerieten insgesamt 13 Haupt- und Nebenwohnungen des ehemaligen Oppenheim-Chefs Matthias Graf von Krockow, von Christopher Freiherr von Oppenheim, der das Privatkundengeschäft verantwortete, Ex-Finanzchef Friedrich Carl Janssen, Investment-Banking Chef Dieter Pfundt und Detlef Bierbaum, der das Asset Management leitete. Gleichzeitig wurden die Häuser des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Georg Baron von Ullmann und des früheren Vorsitzenden des Aktionärsausschusses, Friedrich Carl Freiherr von Oppenheim durchsucht.

Die ehemals persönlich haftenden Gesellschafter stehen im Verdacht, Karstadt-Quelle-Eigenerin Madeleine Schickedanz Anfang 2005 über die Troisdorfer Strohfirma ADG Allfinanz Dienstleistungen rund 350 Mio. Euro Kredite ohne ausreichende Sicherheiten gewährt zu haben. Damals hatte Schickedanz bereits 650 Mio. Euro Schulden bei Sal. Oppenheim. Bankinterne Warnungen seien ignoriert worden. Außerdem geht es um Kredite über 680 Mio. Euro an einen Teil der Gesellschafter, die sich die Banker zum Teil ohne Sicherheiten und zu Zinssätzen von 1,5 Prozent gewährt haben sollen.

Die Kölner Staatsanwaltschaft wollte sich wegen der laufenden Ermittlungen weder zu den Namen noch zu den Vorwürfen äußern. Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht BaFin durch den Wirtschaftsprüfer Deloitte. Auf Druck der Aufsicht trat die ehemalige Führungsriege zum Jahreswechsel zurück.

Kommen die früheren Oppenheim-Chefs vor Gericht, drohen ihnen bis zu zehn Jahren Haft. Die Ermittlungen richteten sich nicht gegen das Bankhaus Sal. Oppenheim, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Sal. Oppenheim war wegen seiner Beteiligung am inzwischen insolventen Handels- und Touristikkonzern Arcandor (vormals Karstadt Quelle) während der Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten und wurde dann für insgesamt rund zwei Mrd. Euro von der Deutschen Bank gekauft.

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