
HB ZÜRICH. Trotz eines Rekordverlustes wird die UBS für 2008 Boni im Wert von 2,155 Mrd. Franken (rund 1,43 Mrd. Euro) auszahlen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies laut dem Institut einem Rückgang um 78 Prozent.
Von der Bonussumme seien 994 Mio. Franken vertraglich fest vereinbart und 1,161 Mrd. Franken freiwillig. Der freiwilligen Anteil gehe zu 60 Prozent an die Mitarbeiter der profitablen Vermögensverwaltung. Der Rest verteile sich auf die Investmentbank, das Asset Management und die Konzernzentrale. In der hochdefizitären Investmentbank sinke die Bonussumme um 95 Prozent.
Die Bonus-Frage stand zuletzt im Zentrum der öffentlichen Kritik mit dem Argument, dass ein Unternehmen, das Staatshilfe in Anspruch nehmen musste, keine Boni ausschütten sollte.
Mit einem Minus von knapp 20 Mrd. Franken (13 Mrd. Euro) hat die Schweizer Großbank UBS im vergangenen Jahr den größten Verlust in der Firmengeschichte erlitten. Allein im vierten Quartal 2008 musste das Unternehmen nach eigenen Angaben ein Minus von 8,1 Mrd. Franken (5,35 Mrd. Euro) verbuchen. Auslöser für die neuen massiven Verluste waren unter anderem Wertberichtigungen im Investmentbanking.
Als Konsequenz kündigte die Bank am Dienstag den Abbau von 2 000 Stellen sowie eine strategische Neuausrichtung an. Für 2009 strebt UBS eine Rückkehr in die Gewinnzone an und sprach von einem ermutigenden Start.
Im Jahr 2007, als die Finanzkrise erst begonnen hatte, war ein Jahresverlust von 2,9 Mrd. Euro (4,4 Mrd. Franken) angefallen. Der Verlust des vierten Quartals 2007 von 8,24 Mrd. Euro (12,45 Mrd. Franken) hatte allerdings schon einen Vorgeschmack auf das Jahr 2008 gegeben.
Im Bereich Global Wealth Management & Business Banking verzeichnete die Bank netto einen Vermögensabfluss von 38,5 Mrd. Euro (58,2 Mrd. Franken) im vierten Quartal. Analysten hatten den Abfluss auf 17,2 Mrd. Euro (26 Mrd. Franken) geschätzt, nach einem Abfluss von 32,4 Mrd. Euro (49 Mrd. Franken) im dritten Quartal.