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Verschwundene Millionen: FBI knöpft sich MF Global vor

Vermutungen erhärten sich: Der insolvente Wertpapierhändler MF Global soll mit unlauteren Mitteln gearbeitet haben. Annähernd 700 Millionen Dollar sollen auf den Kundenkonten fehlen. Nun schaltet sich das FBI ein.

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Das Finanzunternehmen MF Global gerät immer mehr ins Zwielicht. Quelle: dpa
Das Finanzunternehmen MF Global gerät immer mehr ins Zwielicht. Quelle: dpa

Die Vermutungen über unsaubere Praktiken bei der Pleitefirma MF Global scheinen sich zu bestätigen: Der zusammengebrochene US-Wertpapierhändler hat nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ tatsächlich Gelder seiner Kunden abgezweigt.

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Das habe die Finanzfirma in Gesprächen mit den Aufsichtsbehörden eingeräumt, berichtete die Zeitung am Dienstag (Ortszeit) unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Beamten. Allerdings sei weiterhin unklar, wohin das Geld geflossen, wer das Vorgehen angeordnet und wie verbreitet die Praxis gewesen sei.

US-Medien hatten zuvor von annähernd 700 Millionen Dollar berichtet, die auf Kundenkonten fehlten. Als Ursache der Lücke war zwischenzeitlich auch über eine schlampige Buchführung spekuliert worden. Ein Verdacht ist nun, dass das Management auf das Geld seiner Kunden zurückgegriffen hat, als die Finanzfirma immer mehr in Schieflage geriet.

Inzwischen beschäftigt sich auch das FBI mit der Angelegenheit. Damit treiben die Behörden ihre Bemühungen weiter, herauszufinden, was in den letzten Tagen vor dem Zusammenbruch des Unternehmens passiert ist. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte dem „Wall Street Journal“, das FBI wolle untersuchen, ob Kundengelder fehlen und gegebenenfalls feststellen, ob das einen Straftatbestand erfüllt. Die Ermittlungen könnten damit der erste Schritt einer Strafverfolgung werden.

MF Global hatte am Montagmorgen Insolvenz anmelden müssen, nachdem ein Notverkauf in letzter Minute wegen des ungeklärten Verbleibs der Millionen geplatzt war. Auch der Chef der Derivatebörse CME, Craig Donohue, berichtete am Dienstag in einer Telefonkonferenz davon, dass MF Global die Regeln für den Umgang mit Kundengeldern verletzt habe.

„Wir sind derzeit nicht in der Lage, den genauen Umfang der Verfehlungen zu beziffern“, sagte er. Die CME habe aber eine Untersuchung eingeleitet und arbeite dabei eng mit der zuständigen Aufsichtsbehörde CFTC zusammen. MF Global selbst äußerte sich bis dato nicht öffentlich zu den Vorwürfen.

MF Global hatte für seine Kunden aus der Finanzindustrie - etwa Hedgefonds - Börsengeschäfte abgewickelt. Die Kundenvermögen müssen dabei aus Sicherheitsgründen stets von dem Vermögen des sogenannten Brokers getrennt werden. MF Global etwa hatte auf eigene Rechnung in großem Stil auf eine rasche Erholung der Eurozone gewettet und europäische Staatsanleihen im Volumen von 6,3 Milliarden Dollar (4,5 Mrd Euro) angehäuft - viel zu viel für eine derart kleine Firma, wie die Ratingagenturen befanden. Der Aktienkurs brach ein, MF Global ging am Ende das Geld aus.

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