
itt/chs/HB MÜNCHEN. Die Allianz fasst nach operativen Fortschritten im zweiten Quartal wieder Mut. Obwohl das Nettoergebnis im zweiten Quartal deutlich fiel und hinter den Erwartungen zurückblieb, bekräftigte Europas größter Versicherer am Freitag, 2010 im Tagesgeschäft 7,2 Mrd. Euro verdienen zu wollen. Zum Halbjahr verbuchten die Münchner bereits 3,9 Mrd. Euro. Nach hohen Belastungen durch Naturkatastrophen zu Jahresbeginn hatten Experten Zweifel angemeldet, ob die Prognose nicht korrigiert werden müsse.
Operativ stieg der Gewinn im zweiten Quartal um 23 Prozent auf 2,19 Mrd. Euro an. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit 1,88 Mrd. Euro gerechnet. Verbesserungen gab es in der Kernsparte Schaden/Unfall sowie in der Vermögensverwaltung. In der Lebens- und Krankenversicherungen war das Ergebnis dagegen rückläufig.
Die Schaden/Kosten-Quote als zentrale Kennziffer für die Profitabilität verbesserte sich auf gute 96,3 Prozent. Im Vorjahresquartal waren es 98,9 Prozent und im ersten Quartal sogar 100,4 Prozent. Bis zu Werten von 100 Prozent sind die Schadenzahlungen und Verwaltungskosten durch Prämieneinnahmen gedeckt, darüber ist das reine Versicherungsgeschäft nicht mehr profitabel.
Die Belastung durch Naturkatastrophen bezifferte die Allianz für das zweite Quartal auf 255 Mio. Euro. Im ersten Quartal waren es vor allem wegen des Wintersturms „Xynthia“ und des Erdbebens in Chile 555 Mio. Euro. Damit ist das Budget für das Gesamtjahr bereits verbraucht. Im Juli gab es weitere Belastungen: Die Gewitterstürme „Norina“ und „Olivia“ in Teilen Westeuropas führen vor Steuern wohl zu einem Minus von 35 Mio. Euro, der Hagelsturm „Petra“ über Süddeutschland und Österreich verursacht noch einmal 30 Millionen.
Unter dem Strich verdiente die Allianz im zweiten Quartal mit 1,01 Mrd. Euro 46 Prozent weniger. Allerdings hatte der Dax-Konzern im Vorjahr allein durch den Verkauf von Anteilen an der chinesischen Bank ICBC Sondererlöse von über 650 Mio. Euro verbucht. Die lukrative Beteiligung gleicht derzeit immer wieder Probleme in anderen Bereichen aus: In den ersten drei Monaten brachten ICBC-Verkäufe 552 Mio. Euro ein. Im zweiten Quartal waren es 115 Mio. Euro, im Juli noch einmal rund 100 Millionen. Als unrealisierte Gewinne waren hier zum Halbjahr noch 628 Mio. Euro in den Büchern.
Was der Leser Hofmann schreibt, entbehrt fast jeglicher Grundlage. Die Aktivierung der Anwartschaften auch in den AktiMed Tarifen ist weiterhin möglich und wird auch durchgeführt. Dies gilt ebenso für die Kindernachversicherung.
Dazu ist der Neugschäfts-Vertrieb (!!) der AktiMed-Produkte nicht seit bereits 3 Monaten unterbrochen sondern erst seit dem 01.07. unterbrochen. Die entsprechenden Umsatzeinbrüche in den Agenturen sind Fakt, aber bei einem breitem Vertriebsportfolio entsprechend auszugleichen.
Korrekt ist das der offizielle Sprech der Allianz von einer Wiederaufnahme des Vertriebes spätestens im Oktober ausgeht - hier finden sich die 3 (,5) Monate im korrekten Kontext wieder.
Es fehlt in diesem bericht, dass die Allianz ihre Anwartschaftstarife nach Einführung der 3 Jährigen Wartezeit, weil man nur noch wechseln durfte wenn man 3 Jahre hintereinander über der Versicherungspflichtgrenze verdient, eigentlich jetzt zur Umstellung bereit stehen aber keine Tarife Möglich sind und die Tausende Kunden die womöglich schon mit einkalkuliert waren die Versicherung ohne Anschlusstarif verlassen.
Es wird nicht erwähnt, wie viele Ausschließlich auf Krankengeschäft angewiesene Vertreter bereits jetzt Pleite gehen weil diese seit 3 Monaten kein neues Geschäft mehr schreien „dürfen“, es wird nicht angesprochen, das die Allianz mit bedingungen von 1973 arbeiten muss und die Kunden weglaufen.
ich denke Allianz hat in ihrer Grüße die Kontrolle über das kleine Geschäft vernachlässigt und in dem sensiblen bereich zur recht Schiffbruch erlitten. Mal sehen was mit der Schadenquote in der Haftpflicht wird und wie die Allianz damit umgeht.
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