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Verspekuliert: Staat kommt Hypo Real Estate zu Hilfe

Der Münchener Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) ist durch Fehlspekulationen seiner irischen Tochter Depfa in Liquiditätsprobleme geraten.

Eine Tochter der Hypo Real Estate hat sich gravierend verspekuliert. Foto: dpa Quelle: dpa
Eine Tochter der Hypo Real Estate hat sich gravierend verspekuliert. Foto: dpa Quelle: dpa

dri/HB München. Der HRE half nach eigenen Angaben vom Montagmorgen ein Konsortium aus dem deutschen Finanzsektor mit einer Kreditlinie über mehrere Mrd. Euro aus der Bedrängnis. Der Umfang decke den Refinanzierungsbedarf der Gruppe auf absehbare Zeit ab, erklärte der Vorstandsvorsitzende Georg Funke am Montag. Die kurz- und mittelfristigen Kreditlinien "über mehrere Mrd. Euro" schirmten das Unternehmen vom Einfluss der "derzeit weitgehend funktionsunfähigen internationalen Geldmärkte" ab. "Die Hypo Real Estate Group wird diese Geldmärkte auf absehbare Zeit nicht mehr in Anspruch nehmen müssen."

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Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr und das Bundesfinanzministerium später bestätigte, werden von Privatbanken und Bund zur Rettung der Hypo Real Estate insgesamt 35 Mrd. in zwei Tranchen bereit gestellt. Die erste über 14 Mrd. Euro teilen sich Privatbanken 60 Prozent, Bund 40 Prozent. Die zweite trägt der Bund alleine.

Eine Verstaatlichung der Hypo Real Estate werde nicht beabsichtigt, so ein Sprecher des Finanzministeriums. Sinn der Maßnahmen sei die "geordnete Abwicklung" der Hypo Real Estate. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) will heute mittag die Haushaltspolitiker des Bundestages darüber informieren. Dem Paket muss der Bundestag zustimmen. Die Immobilienbank reagierte auf die Aussagen des Ministeriumssprechers mit der Feststellung, sie solle nicht zerschlagen oder abgewickelt werden. Das sagte ein Firmensprecher am Montag mit Blick auf die in der Nacht erzielte Rettung des Dax-Konzerns. "Es gibt solche Pläne nicht." Auch der Ministeriumssprecher stellte später klar, die weitere Unternehmensentwicklung liege in den Händen von Vorstand und Anteilseignern.

Die Entscheidung über die staatliche Unterstützung sei in enger Abstimmung mit anderen Ländern und auch mit der Finanzaufsicht BaFin getroffen worden. Bei einer Staatshilfe würde der Bund nach der Mittelstandsbank IKB ein weiteres Mal einem angeschlagenen Privatinstitut unter die Arme greifen.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) die Spitzen von Parteien und Fraktionen bereits über die geplante Staatsgarantie für den angeschlagenen Immmobilienfinanzierer Hypo Real Estate informiert. Es habe am frühen Montagmorgen eine entsprechende Telefonschaltkonferenz gegeben, hieß es aus Fraktionskreisen. Die Unionsfraktion wird bereits am Dienstagmittag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über die Situation zu beraten.

Dank der kurz- und mittelfristigen Gelder sei die Refinanzierung des Dax-Konzerns bis Ende 2009 gesichert, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Montag. Die Hypo Real Estate müsse nur den Teil verzinsen, den sie auch in Anspruch nehme.

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