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Vertrag unterzeichnet: BayernLB übernimmt Hypo Alpe Adria

Die Bayerische Landesbank hat am Dienstag die Mehrheit an der Kärntner Landesbank Hypo Alpe Adria übernommen. Mit dem Kauf ist den Deutschen der größte Zukauf in der eigenen Firmengeschichte gelungen.

HB KLAGENFURT. Die zweitgrößte deutsche Landesbank übernimmt für 1,63 Mrd. Euro 50 Prozent plus eine Aktie an dem Klagenfurter Institut, wie die BayernLB am Dienstag mitteilte. Die Münchener schaffen so im zweiten Anlauf den Sprung auf den österreichischen Markt und erhalten Zugang zu mehr als einer Million Privatkunden in Boomländern wie Kroatien, Slowenien oder Serbien. Im Dezember 2006 hatte die BayernLB im Bietergefecht um die Gewerkschaftsbank Bawag den Kürzeren gegen den US-Finanzinvestor Cerberus gezogen.

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Die BayernLB wolle mit der Beteiligung vor allem Wachstumschancen in Österreich sowie in Mittel- und Südosteuropa nutzen, sagte BayernLB-Chef Werner Schmidt in Klagenfurt. Im Vergleich zu Deutschland herrsche in Südosteuropa beim Verkauf von Krediten und Investmentprodukten Nachholbedarf. Auf diese Märkte war die BayernLB bislang mit kleineren Zukäufen gegangen. 2005 und 2006 kaufte sie etwa die rumänische MKB Romexterra Bank und übernahm die Mehrheit an der bulgarischen MKB Unionbank. Die vor mehr als 100 Jahren gegründete Hypo ist über Tochterfirmen mit 350 Standorten in zwölf Ländern der Region vertreten.

Die BayernLB ist das jüngste Beispiel für die zunehmende Internationalisierung der Landesbanken. Spätestens seit dem Wegfall der staatlichen Garantien im Jahr 2005 stehen sie unter Druck, sich am Markt zu beweisen. Meist bleibt nur eine Spezialisierung auf ausgewählte Geschäftsfelder oder der Schritt über Deutschlands Grenzen hinaus. Fusionen unter den acht verbliebenen Landesbanken scheiterten bislang an regionalen Interessen der Banken und den Ländern als Miteigentümern.

Die Hypo Alpe-Adria soll unter dem Dach der BayernLB als eigenständige Gesellschaft mit einem eigenem Markenauftritt weitergeführt werden. Die Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt soll Firmensitz bleiben. Nach Ansicht von Schmidt gibt es auf der Kostenseite des Instituts keine Synergieeffekte. Zu möglichen Auswirkungen für Mitarbeiter sagte er lediglich: „Es macht keinen Sinn, Arbeitsplätze zwischen Bayern und Klagenfurt zu verschieben“.

Der Anteil des Hypo-Großaktionärs Kärntner Landesholding reduziert sich durch den BayernLB-Einstieg auf rund 20 von 45 Prozent. Die Grazer Wechselseitige Versicherung hält dann noch rund ein Viertel der Aktien. Die Beteiligung der Hypo-Alpe- Mitarbeiterstiftung schrumpft auf drei von fünf Prozent. Großaktionär Tilo Berlin, der das Institut führen soll, wird seinen Anteil auf etwa ein Prozent zurückführen.

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