
sos FRANKFURT. Mit dem seit Jahresbeginn laufenden Projekt „VR-Process“ wollen die Kreditgenossen vor allem die seit Jahren sinkenden Zinserträge kontern. Sie erwirtschaften mehr als die Hälfte ihrer Erträge in diesem Bereich.
Nach Angaben aus Genossenschaftskreisen analysiert seit April die Münchener Beratungsgesellschaft TCW die Geschäftsprozesse von 18 ertragsstarken Genossenschaftsbanken. TCW ist auf Rationalisierungsprozesse spezialisiert und wurde vom Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) mit dem Projekt beauftragt. Beleuchtet werden insgesamt zehn Bereiche, unter anderem die Baufinanzierung, der Vertrieb von Vorsorgeprodukten und die Kreditvergabe. Daraus sollen die Berater ab September ein optimiertes Modell für alle Volks- und Raiffeisenbanken ableiten. Angestoßen hatten die Initiative die Süd-Verbände Bayern, Baden, Württemberg und Frankfurt.
Von 2008 an können die einzelnen Institute die Vorschläge umsetzen. Derzeit sind bereits acht Banken analysiert. „Nach derzeitigem Ergebnis lassen sich damit mindestens zwischen 10 und 25 Prozent der Kosten sparen“, sagt Thomas Nusche, Sprecher des Badischen Genossenschaftsverbandes.
In einem zweiten Schritt sollen die Modelle mit Erfahrungen aus anderen Industriezweigen weiter optimiert werden. „Vor allem die Verwaltungsarbeiten, die so genannten Back-Office-Prozesse, sollen künftig industrialisiert werden“, sagt Horst Wildemann, Chef von TCW. Im Gespräch ist auch die Gründung regionaler Tochtergesellschaften, die künftig die Verwaltungsarbeiten der Institute bündeln könnten.
„Wir rechnen damit, dass viele Institute die Vorschläge umsetzen werden“, sagt Stephan Götzl, Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern.