
FRANKFURT. Nach Zahlen des Datenanbieters Thomson Reuters wurden bis Mitte Dezember Deals im Volumen von weniger als zwei Milliarden Dollar abgeschlossen. Zum Vergleich: 2009 kam der Sektor auf fünf Milliarden Dollar. Und im Boomjahr 2006 lag die Vergleichszahl gar bei 47 Milliarden Dollar.
Doch für die Branche wird das mehr und mehr zum Problem - auch wenn die Geldgeber vor allem auf das gesamte Abschneiden eines Fonds schauen und nicht auf die Entwicklung in einzelnen Ländern. "Ein bis zwei Jahre stillzuhalten und weder zu kaufen noch zu verkaufen ist kein Problem", sagt Ulf von Haacke, Deutschland-Chef des britischen Traditionshauses 3i. "Aber drei oder vier Jahre nicht aktiv zu werden, stellt in den Augen der Investoren das Geschäftsmodell infrage."
Wenig Deals und viele Probleme
Ein Grund für die Flaute 2010 hierzulande: Es fehlte an attraktiven Übernahmezielen. Und wenn es sie gab, klafften die Preisvorstellungen häufig auseinander. Oder aber ein Unternehmen aus der Branche schaffte es, den Finanzinvestoren den Happen dank eines höheren Angebots vor der Nase wegzuschnappen. Denn über weite Strecken taten sich die Fonds noch schwer, die nötigen Bankkredite zu bekommen und damit attraktive Offerten abzugeben.
Milliardentransaktionen gab es deshalb so gut wie keine. Kurz vor Weihnachten konnte Advent International noch die Billig-Textilkette Takko für rund 1,3 Milliarden Euro an den Rivalen Apax weiterreichen. Fast alle Abschlüsse bewegten sich im niedrigen oder mittleren dreistelligen Millionenbereich - etwa der Kauf von sechs Arcandor-Versandtöchtern durch Carlyle oder die Übernahme des Gesundheitsdienstleisters GHD durch den Investor IK.
Investoren wollen Erfolge sehen
Klein-Klein dürfte aber für 2011 nicht genug sein - die Branche ist unter Druck, Erfolge zu zeigen. Nikolai Ahrens, Co-Deutschland-Chef der Investmentbank Nomura, rechnet mit einem Aufwärtstrend, mit getrieben durch den erleichterten Zugang zu Bankkrediten. "Der ein oder andere Spieler wird darauf aus sein, erfolgreiche Transaktionen zu zeigen", sagt der Banker. "Das ist die Voraussetzung, um frisches Geld einzusammeln." Und genau das ist vielfach nötig, denn die Mittel der alten Fonds neigen sich oft dem Ende zu oder dürfen gar nicht mehr abgerufen werden.