
HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Abriss statt Fusionen: Für die WestLB stehen die Zeichen auf Zerschlagung oder Verkauf. Nur ein Viertel der nordrhein-westfälischen Landesbank würde einem Notfallplan zufolge in Sparkassen-Hand fortgeführt. Der Großteil der Bank könnte abgestoßen und Reste abgewickelt werden.
Zwar haben ungenannte Bieter, vermutlich Finanzinvestoren, auch Interesse am Ankauf der gesamten Bank mit rund 5000 Mitarbeitern. Doch gleichgültig, für welche Lösung sich der WestLB-Aufsichtsrat am kommenden Montagabend (14.2.) entscheidet, die Sparkassen-Finanzgruppe steht weiter vor einer Großbaustelle, auf der sich so gut wie nichts bewegt. Aus einer abgestimmten Fusion zwischen den Landesbanken, einem großen Wurf, scheint nichts mehr zu werden.
Gut zwei Jahre ist es her, als Vertreter der über 400 Sparkassen in Deutschland eine Neuordnung der Landesbanken entwarfen. Die Lehmann-Pleite war wenige Monate alt, die Sehnsucht nach stabilen Modellen groß. Ausgerechnet öffentlich-rechtliche Landesbanken waren hochriskante Investments im Ausland eingegangen und mussten im Zuge der Finanzkrise dafür büßen. Ohne radikale Maßnahmen würden sie langfristig nicht überleben können.
Am Reißbrett entstanden drei Landesbanken-Blöcke: Einer im Norden (Nord/LB, HSH Nordbank), einer in der Mitte (Helaba, Deka, Teile WestLB) und einer im Süden (LBBW, BayernLB, Teile WestLB). Was in der Theorie gelang, scheiterte in der Praxis. Bis auf die Rettung der Sachsen LB durch die Landesbank Baden-Württemberg(LBBW) kam kein Zusammenschluss zustande.
Die derzeit acht Landesbanken bewegen sich eher auseinander statt aufeinander zu. So angelt etwa die BayernLB, die im Herbst noch mit der WestLB über eine Fusion verhandelte, jetzt in Nordrhein-Westfalen mit einer Niederlassung selbst nach begehrten Mittelstandskunden.
Die Sparkassen geben der Politik die Schuld an der Misere. Auf Druck des Bundes wollten die beteiligten Ministerpräsidenten bis Ende 2010 "wesentliche Konsolidierungsschritte" bei den Landesbanken vorweisen. Doch nicht nur an den Bundesländern scheiterte so manche Landesbanken-Ehe: Beim Fusionsvorstoß der WestLB Richtung Helaba waren es die Sparkassen in Hessen und Thüringen, die abwinkten.
Die WestLb muß erhalten werden!
Schon allein wegen ihrer Flugsparte "schöner fliegen, WestLb".
Wie kommen die Kraftilantis sonst an ihren Urlaubsort und wer finanziert ihre Geburtstagsfeier?
ich glaube nicht, dass die Politik einen zweiten bankenchampion schaffen könnte, auch wenn sich die Provinzler zwischen den Karnevalssaisons irgendwie einigen könnten, wir sehen ja hier die politisch gewollten 'Champions'.
Sie sollen ein Klima schaffen, in dem sowas möglich ist, damit haben sie genug zu tun, und nicht auf den einzigen Champion einprügeln.
Das mit der EZb passt ins bild. Man hat ja nicht mal die EURO-banknotenproduktion für Deutschland in Deutschland halten können. Wie will man da den EZb Präsident stellen?
Da gehört etwas mehr strategisch-taktisches Geschick (anderswo auch Schneid oder Schmäh oder 'du cran' genannt) dazu.
Wenn man sich auf Frauen-, Energieträger- und was weiss ich für Quoten beschäftigt, hat man für die wirklich wichtigen Dinge keine Zeit.
Von dem, was sonst ausser Zeit noch dazugehört, ganz abgesehen.
Nächste Szene in der Komödie: Verdi demonstriert quotenrein zusammen mit CDU/SPD/Linke/Grünen auf der Kö mit den 5000 Angestellten für eine Rettung der WestLb mit Plakaten wie 'Wir bezahlen nicht für Eure/o Krise!'.
Was für ein erbärmliches Schauspiel unsere Politikdarsteller jeglicher Couleur doch wieder mal bieten. Nichts anderes hatte ich erwartet. Anstatt die Krise jetzt zu nutzen und einen zweiten nationalen bankchampion zu schaffen, um halbwegs mit den Franzosen und anderen Europäern im bankensektor mithalten zu können, verzetteln sich diese Provinzler wieder mal im klein-klein und bringen's einfach nicht. Sie sind sogar zu blöd, jetzt den Chefposten bei der EZb für Deutschland zu sichern, was für ein Trauerspiel ! Andererseits, jedes Volk verdient die Politiker, die es wählt !
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