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Wiener Raiffeisen-Chef unter Druck: Spitzenbanker taucht bei „Offshore-Leaks“ auf

Erstmals taucht ein europäischer Spitzenbanker in den „Offshore-Leaks" auf. Der Wiener Raiffeisen-Chef Herbert Stepic gerät unter Druck, weil er über verwinkelte Firmenkonstruktionen Wohnungen in Asien gekauft hatte.

Partystimmung für Herbert Stepic (rechts), als er mit dem damaligen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (Mitte) die Auszeichnung zum „Banker of the Year“ feiert. Mit dabei auch der Luxemburger Premier Jean-Claude Juncker. Quelle: Bernd Roselieb für Handelsblatt
Partystimmung für Herbert Stepic (rechts), als er mit dem damaligen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (Mitte) die Auszeichnung zum „Banker of the Year“ feiert. Mit dabei auch der Luxemburger Premier Jean-Claude Juncker. Quelle: Bernd Roselieb für Handelsblatt

WienDer Chef der österreichischen Raiffeisen Bank International (RBI), Herbert Stepic, gerät wegen Geschäften in Steueroasen unter Druck. Stepics Name tauche in Verbindung mit zwei Briefkastenfirmen in den sogenannten „Offshore-Leaks“-Daten auf, berichten die „Süddeutsche Zeitung“ und das österreichische Magazin „News“ vorab. Die RBI erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, der Bank-Chef sei von der hauseigenen Compliance-Abteilung zur Aufklärung des Sachverhalts aufgefordert worden. Zudem untersuche die Bank, ob Stepic Rechtsvorschriften oder interne Vorgaben verletzt habe. Stepic hatte die Vermögensgeschäfte seinem Arbeitgeber nicht mitgeteilt. Im vergangenen Jahr sorgte Stepic in Österreich schon einmal für Aufregung, weil er über verschiedene Gesellschaften an einem Immobilienprojekt in Serbien beteiligt war.

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In dem „Offshore-Leaks“-Datensatz werden dubiose Finanztransaktionen von über 100.0000 Vermögenden aus der ganzen Welt aufgelistet. Den Vorabberichten zufolge ist Stepic der wirtschaftlich Berechtigte der Briefkastenfirmen „Yatsenko International Limited“ (Britische Jungferninseln) und „Takego Holdings Limited“ (Hongkong). „Die vorliegenden Informationen sind grundsätzlich zutreffend“, bestätigte Stepic den beiden Medien. Über die Firmen habe er drei Wohnungen in Singapur erworben, Erträge habe er „entsprechend den steuerlichen Vorgaben“ versteuert. Es habe sich bei den genannten Firmen nicht um Offshore-Konstruktionen gehandelt. Vielmehr seien über „Projektgesellschaften“ Immobilien-Investitionen abgewickelt worden. Auf die Frage, warum er die Geschäfte nicht direkt unter seinem Namen, sondern über die Firmen abgewickelt hat, antwortete Stepic: „Das Produkt wurde in dieser Form von der UBS als Standardprodukt angeboten, um Käufern die gebotene Privatsphäre zu bewahren, was durch die aktuelle Anfrage allerdings ad absurdum geführt wird.“ Mit Hilfe dieser Konstruktionen tauchte Stepic nicht als Eigentümer der Wohnungen in Singapur auf.Ein Sprecher des Schweizer Bankhauses UBS lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Offshore-Leaks Diese Banken verschieben Geld in Steueroasen

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Der 66-jährige Stepic zählt zu den wichtigsten Bankmanagern in Österreich. Er gilt als einer Väter der österreichischen Bankenexpansion nach Osteuropa. Nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ waren ganz besonders die größten Kreditinstitute aus der Alpenrepublik in den Osten gegangen. Raiffeisen, Erste Bank und die Bank Austria - inzwischen Teil der Unicredit-Gruppe - zählen auch heute noch zu den wichtigsten Banken in Osteuropa. Stepic war wegen der Entdeckung des neuen Marktes im Osten im Jahr 2009 als „Banker of the Year“ ausgezeichnet worden.

Seit Anfang April präsentieren Medien aus rund 50 Ländern ihre Ergebnisse aus der Analyse des „Offshore-Leaks“-Datensatzes, in denen 130.000 Personen aus mehr als 170 Ländern aufgelistet werden. Die Unterlagen stammen von zwei Firmen, die auf die Errichtung von Offshore-Gesellschaften spezialisiert sind. Die Enthüllung der Datensätze hat auch die Politik auf den Plan gerufen, der Druck auf Steueroasen steigt. Am Mittwoch beschlossen die Regierungen der 27 EU-Staaten auf ihrem Gipfel in Brüssel, Maßnahmen um Steuerbetrügern das Handwerk zu legen.

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