
NEW YORK/FRANKFURT/LONDON/ZÜRICH. Hatten sich viele 2009 vor allem Dank der Gewinne aus Aktien- und Rentengeschäften erstaunlich schnell aus der Krise gekämpft, drohen diese Erlösquellen nun weniger stark zu sprudeln. "Wir gehen davon aus, dass im vergangenen Quartal die Einnahmen aus dem Rentengeschäft im Schnitt um 27 Prozent und im Aktienhandel um elf Prozent gegenüber dem dritten Quartal zurückgehen werden", schätzt Kian Abouhossein, Analyst bei JP Morgan. Bei einigen könne der Rentenhandel sogar um 36 Prozent einbrechen.
Nur kurze Zeit nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers im Herbst 2008 meldeten vor allem Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft kräftig steigende Gewinne. Grund dafür war die überraschende Erholung der Kapitalmärkte die vor allem von der Liquidität profitierten, die die Zentralbanken und Regierungen ins Finanzsystem pumpten. Vor allem im Geschäft mit Anleihen, Devisen, Derivaten und Rohstoffen verdienten viele Institute wieder gutes Geld, dank höherer Margen und nachlassendem Konkurrenzdruck. Doch diese Sonderfaktoren werden nach Einschätzung der Analysten der Citigroup allmählich auslaufen. Dazu kommen die Kosten der schärferen Regulierung nach der Finanzkrise, wie die Bildung höherer Kapitalreserven. Selbst das erwartete Anziehen des Geschäftes für Fusionsberatung oder Aktienplatzierungen kann das vorerst nicht auffangen.
Bei einer Umfrage des britischen Unternehmerverbandes CBI zeigten sich 83 Banken in der Londoner City so pessimistisch wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 nicht mehr. "Der Erholungstrend in der Branche ist bedroht", warnt Ian McCafferty, Chefvolkswirt des CBI. Die Banken fürchteten, dass das Geschäftsvolumen in den nächsten Monaten schrumpfen und sich die Ertragslage nicht weiter verbessern werden.
Die armen banker. Die Manager befürchten, dass die boni etwas geringer ausfallen könnten. Kapiert der Staat denn nicht, dass seine Hilfe wieder benötigt wird? Die Lobby wird es schon noch richten.
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