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Zusammenbruch abgewendet: Europas Staaten retten Banken

Die Finanzkrise hat nun auch Europa mit voller Wucht getroffen. Gleich vier Geldhäuser konnten am Montag nur durch massive staatliche Eingriffe vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Angesichts der neuen Hiobsbotschaften verpuffte an den Börsen die Wirkung des US-Rettungspakets für die angeschlagenen Banken.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sprach von einer "geordneten Abwicklung" der HRE. Foto: dpa Quelle: dpa
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sprach von einer "geordneten Abwicklung" der HRE. Foto: dpa Quelle: dpa

FRANKFURT/BERLIN. Mit massiven Eingriffen retteten mehrere europäische Staaten vier Geldhäuser in letzter Minute vor dem Zusammenbruch. In Deutschland wird der Bund zusammen mit einer Gruppe von Banken den Münchener Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) durch eine milliardenschwere Liquiditätsspritze kontrolliert abwickeln. Die britische Hypothekenbank Bradford & Bingley, die belgische Großbank Fortis und die isländische Bank Glitnir werden verstaatlicht.

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Angesichts der neuen Hiobsbotschaften verpuffte an den Börsen die Wirkung des US-Rettungspakets für die angeschlagenen Banken. Der Deutsche Aktienindex fiel um mehr als vier Prozent, HRE-Aktien brachen zeitweise um 80 Prozent ein. Auch in den USA musste eine weitere Bank aufgeben: Der amerikanische Bankkonzern Citigroup übernahm das operative Geschäft der schwer angeschlagenen US-Regionalbank Wachovia sowie deren Vermögenswerte, Verpflichtungen sowie Verluste von bis zu 42 Mrd. Dollar.

Von der Hypo Real Estate wird nach der Rettungsaktion nicht mehr viel übrigbleiben. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte am Montag, man habe der Bank „die Möglichkeit gegeben, nicht im freien Fall, sondern in einem geordneten Verfahren abgewickelt zu werden“. Die Assets werden in eine Zweckgesellschaft eingebracht. Die Liquidität dafür werde zu 20 Mrd. Euro von der Europäischen Zentralbank (EZB) und zu 15 Mrd. Euro von den privaten Banken bereitgestellt.

Über das Wochenende hatte sich die Situation für HRE dramatisch zugespitzt. In Nachtsitzungen versuchten Bankenchefs, EZB, Aufsicht und Finanzministerium einen Rettungsplan zu entwickeln. Selbst Kanzlerin Angela Merkel war eingebunden.

Mögliche Verluste aus der Abwicklung der Assets werden bei der ersten Tranche über 14 Mrd. Euro zu 60 Prozent von den privaten Banken und zu 40 Prozent vom Bund übernommen, mögliche Verluste aus einer zweiten Tranche über 21 Mrd. Euro übernimmt der Bund komplett. Das Bundesfinanzministerium beteuerte, dass eine Pleite des wegen der Finanzkrise wackelnden Instituts erheblich teurer gekommen wäre. Die HRE war in Nöte geraten, weil das Tochterunternehmen Depfa seinen milliardenschweren Refinanzierungsbedarf nicht decken konnte.

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