Arbeit und Bewegung
„Sport ist perfekt, um neue Ideen zu denken“

Sport muss auch während der Arbeit möglich sein. Dafür wirbt Thomas Huber vom Zukunftsinstitut. Im Interview erklärt er, warum Sport im Kampf um Fachkräfte wichtig ist – und es um mehr als die Work-Life-Balance geht.
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DüsseldorfSport und Arbeit gehören zusammen. Zu diesem Ergebnis kommt die „Sportivity“-Studie des Zukunftsinstituts. Bisher wird das Thema Bewegung in vielen Unternehmen aber noch unter „Betriebssport“ abgehandelt. Thomas Huber reicht das nicht. Er ist der Chefredakteur der Studie. Im Interview mit Handelsblatt Online erklärt der Münchner Geschäftsführer des Zukunftsinstituts, warum Sport im Arbeitsalltag immer wichtiger wird, wie Unternehmen die Bewegung ihrer Mitarbeiter fördern können und weshalb der Betriebssport allein nicht ausreicht.

Herr Huber, in der Sportivity-Studie des Zukunftsinstituts schreiben Sie, Sport ist für die Arbeit wichtig. Wo ist denn da ein Zusammenhang?
Wenn Sie sich den üblichen sportlichen Lebensweg heute anschauen, dann spielt Sport bis zum Alter von ungefähr 30 Jahren eine hohe Rolle. Dann fällt die Kurve steil ab. Das ist schon bekannt gewesen.

Und was ist neu?
Jetzt sehen wir, dass mit dem Alter von ungefähr 50 Jahren die Kurve der Sporttreibenden und die Sportlichkeit der Menschen wieder steigt. Daraus kann man sehen, dass die Menschen nicht plötzlich das Interesse daran verlieren, Sport zu treiben. Sonst würden sie ja einfach aufhören und in den Ruhestand übergehen und dort genauso unsportlich bleiben.

Und das soll nur an der Arbeit liegen?
Nein. Es liegt an den Lebensumständen. Und da spielt die Arbeit eine sehr große Rolle. Wir haben in dieser Zeit zwischen 30 und 50 Jahren eine Lebensphase, die Experten mit dem Begriff „Rush Hour des Lebens“ beschreiben. Da findet auch die Familienbildung statt, vielleicht bauen Sie noch ein Haus. Der Beruf sichert diese Wünsche ab. Und das geht zu Lasten des Sports.

Ja, aber das hat doch nichts mit Arbeit zu tun.
Doch. Wir erleben eine stärkere Mischung von Arbeiten und Leben. Gucken Sie sich die wachsende Zahl an Teilzeitjobs, Freiberuflern oder Arbeitsplatzwechseln an. Das ist ein neues Feld, das die Bedürfnisse der Menschen trifft, ihr Leben flexibel zu gestalten. Das gilt auch für den Job. Das wird eine immer größere Rolle spielen.

Noch ist es aber so, dass dieser Punkt in vielen Unternehmen noch gar nicht angekommen ist.
Das ist richtig.

Was kann ich als Unternehmen überhaupt machen?
Ich glaube, es gibt mehr Möglichkeiten, als man zunächst sieht. Bis jetzt wird das Thema unter dem Stichpunkt Betriebssport abgehakt. Das ist dann die Squash-Gruppe oder die Gymnastikgruppe, die sich zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Woche einmal oder zweimal trifft.

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