Arbeitsmarkt 2012
Bewerber verzweifelt gesucht

Nicht nur mehr Verantwortung, sondern auch mehr Geld: Das kommende Jahr bietet Akademikern gute Jobchancen. Naturwissenschaftler und Techniker werden von Personalchefs regelrecht hofiert.
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KölnJoachim Sauer hat sich einiges vorgenommen. Der Arbeitsdirektor des Flugzeugbauers Airbus plant, die Beschäftigtenzahl nächstes Jahr kräftig aufzustocken. 4000 Mitarbeiter will Airbus zusätzlich einstellen – rund 60 Prozent davon Akademiker. „Die Nachfrage nach unseren Flugzeugen ist enorm“, sagt Sauer, der auch Präsident des Bundesverbands der Personalmanager ist. „Um die Produktpalette weiterzuentwickeln, benötigen wir eine Vielzahl hochspezialisierter Ingenieure.“

Nicht nur bei Airbus sorgt die gute Geschäftsentwicklung für hervorragende Jobaussichten. Die Auftragsbücher vieler Unternehmen sind trotz der europäischen Schuldenkrise gut gefüllt. Um den Andrang zu bewältigen, suchen sie händeringend nach neuen Mitarbeitern. „In vielen Branchen gibt es deutlich mehr offene Stellen als Jobsuchende“, sagt Bernd Kraft, Deutschland-Chef des Stellenportals Monster. „Vor allem im Bereich von hochqualifizierten Fach- und Führungskräften erwarten wir im kommenden Jahr deshalb einen ganz klaren Bewerbermarkt.“

Besonders gefragt sind Akademiker mit naturwissenschaftlich-technischem Hintergrund. Hier ist die Nachfrage mit knapp 240.000 offenen Stellen derzeit auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren, ergab eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Dadurch ergeben sich „exzellente Einkommensperspektiven“, sagt IW-Direktor Michael Hüther. Auch die Karrieremöglichkeiten sind überdurchschnittlich gut: Über 40 Prozent der Naturwissenschaftler und Techniker mit Hochschulabschluss arbeiten der Untersuchung zufolge in leitender Position.

Kommentare zu " Arbeitsmarkt 2012: Bewerber verzweifelt gesucht"

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  • Das wäre aber was erfreulich Neues.
    Vor gut einem Jahr konnte man als Bachelor sich von den Personalchefs noch anhören:
    Ein Bachelor ist ja eigentlich kein richtiger Ing. und kann als solcher nur merklich geringer bezahlt werden.

    Also macht der Bachelor noch seinen Master.

    Was hier bemängelt wird, ist ein selbst erzeugtes Problem, ohne ein bischen Plan und Weitsicht.

    Schönen Abend noch.

  • Das Problem ist, dass die Betriebe die 45 jährige Fachkraft suchen, die mindestens 10 Jahre "relevante Berufserfahrung" hat.

    Gerade Absolventen im MINT Bereich gibt es noch und nöcher, auf jede Stelle bewerben sich zweistellige Bewerberzahlen.

    Das Angebot für Hochschulabgänger (FH/TH) ist überaus knapp. Selbst bei den größten, deutschen Technikkonzernen (DAX) gibt es nur wenige offene Stellen für "Einsteiger" (was ich bisher gesehen habe fast immer unter 100 offene Stellen, bei in der Regel mehr als 50.000 Beschäftigten in ganz Deutschland).

    Was den "erfahrenen" Bewerbermangel an geht, sehe ich auch keine Entspannung, denn die gefragten Spezialisten verlassen eher das Land, weil die Arbeits- und Lebensbedingungen im Ausland oftmals besser sind. Die einzige Chance (und letzte Chance) der Betriebe ist jetzt, mit den Abgängern zu arbeiten, die da sind. Sonst stehen Sie in 5 Jahren ohne Personal an der "Wirtschaftsfront".

    Und eines sollte man auch bedenken: Die Einsteiger von heute werden erst in ein paar Jahren wirkliche Spezialisten sein. Wenn bis dahin aber die alten Mitarbeiter in Rente sind, kann es keinen Wissenstransfer mehr geben ("fliegender Wechsel"). Alt und jung müssen also JETZT zusammenarbeiten, wenn man größere Probleme umgehen möchte.

  • Wie hoch ist denn das gute Gehalt. Nicht antworten kann es mir schon denken, wahrscheinlich um 3k Euro.

    Hier mal die Kennziffern meines AGs (10 Mann Bude) beim Kyotoaussteiger. 90k CAD plus Benefits (Versicherungen (Haft-,Unfall-,Berufsunfähigkeit), zusätzliche Pension (gibt auch staatliche Rente), PKV zur Ergänzung der staatlichen GKV, vermög Leistungen 2.5k annum, Kleidergeld, alle Ü-Stunden werden innerhalb 8 Wo. in Freizeit abgegolten, Gewinnbeteiligung, halbjährliche Gehaltsanpassungen). Abgaben sind übrigens fast wie in Deutschland. Und die Firma macht immer noch ordentlichen Gewinn

    Jetzt wissen sie warum sie keine Leute finden, bevor sich das Gehaltsgefüge besonders für MINTis in D-land nicht ändert, wird es noch ein böses Ende nehmen.

    @Thema
    Kann nur jedem raten verlasst das Land, woanders wird eure Ausbildung wertgeschätzt und ihr seit nicht der letzte Kuli meist noch nach dem Hausmeister.

    Hatte Letztens ein nettes Gespräch mit einem Ing. Consulter in Chemnitz international tätig der abwerben wollte. Gehaltspanne in seinem Unternehmen 1.8k - max. 2.4k Euro/monat brutto, alle Überstunden mit abgegolten und natürlich wurde aktive Aquise gefordert.

    Aber die Wertschätzung der MINTis wurde ja schon bei der Anwerbung ausländische Fachkräfte deutlich. Minimumgehalt 48k für MINTis 33k.

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