Arbeitszeit
Urlaub ohne Ende

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Netflix hat gute Erfahrungen gemacht

Laut Werner Eichhorst vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit sei der flexible Urlaub nur der nächste Entwicklungsschritt zur bereits bestehenden „Vertrauensarbeitszeit“. Mit dem Begriff ist gemeint, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern überlassen, wie, wann und wo sie arbeiten: eine lockere Büro-Präsenz also.

Netflix hat damit gute Erfahrungen gemacht. Im Jahr 2010 schon sagte der damalige Sprecher Steve Swasey: „Richtlinien und Vorschriften und Regelungen und Bestimmungen sind Innovationskiller. Menschen geben ihr bestes, wenn sie unbelastet sind.“

Das betrifft nicht nur sowohl den Urlaub als auch die generelle Arbeitssituation. In vielen modernen Unternehmen spielt die Zeit im Büro mittlerweile eine kleinere Rolle als die Fähigkeit, sich seine Zeit zielgerichtet einzuteilen. Sattelberger sieht dahinter einen großen Vorteil: „Die Unternehmen binden so leistungsstarke Talente an sich.“
So auch bei Netflix. Das Unternehmen verfolgt eine ganz eigene Strategie. Der Chef setzt seinen Mitarbeitern ein Ziel für ein langfristiges Projekt. Wie die einzelnen Etappenziele erreicht werden, bleibt den Leuten aber selbst überlassen.

Weltweit lassen die Unternehmer sich etwas einfallen, um den trockenen Büroalltag aufzulockern: Evernote zum Beispiel zahlt sogar eine Prämie für diejenigen, die fünf Tage am Stück Urlaub nehmen. Denn: In den USA kommt es selten vor, dass Mitarbeiter sich zusammenhängende Wochen frei nehmen.

Der Wunsch nach einer „neuen Arbeitswelt“ ist da: auch in Deutschland. Inzwischen fordern Arbeitnehmer mehr Freiheit als noch vor ein paar Jahren. Laut einer Studie der Initiative Neue Qualität der Arbeit ziehen Mitarbeiter ihre Mitarbeiter nicht mehr so stark aus Gehalt und Status, sondern viel mehr aus einer gesunden Festlegung von Arbeitsinhalten und -abläufen.

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Mehr Freiheit, mehr Druck

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