Attraktivitätsforschung: „Die ist so schön, die kann doch nur blöd sein“

Attraktivitätsforschung
„Die ist so schön, die kann doch nur blöd sein“

Attraktive Menschen verdienen mehr Geld und sind statistisch glücklicher. Attraktivitätsforscher Johannes Krause erklärt, wieso Männer sich vom „Kindchenschema“ angezogen fühlen und Miss Germany schnell vergessen wird.
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DüsseldorfHandelsblatt Online: Dieses Wochenende wird die vermeintlich schönste Frau im Land, die Miss Germany gewählt. Ist ihr Erfolg vorprogrammiert?
Nein, das denke ich nicht. Denn besonders schöne Menschen müssen mit dem Klischee kämpfen: Die ist so schön, die kann doch nur blöd sein. Hinzu kommt, dass diese Schönheitsköniginnen bei der Eröffnung von Einkaufszentren ja auch nicht gerade ihren Intellekt unter Beweis stellen können.

Auch die besonders Schönen haben ihre Sorgen?
Auf jeden Fall. Attraktive Frauen, die in Männerberufen arbeiten, müssen mit Vorurteilen kämpfen. „Beauty is beastly“ heißt es im Englischen – zu viel Schönheit kann eine abschreckende Wirkung haben. Deswegen haben übermäßig attraktive Frauen seltener einen Freund, die empfundenen Hürden sind zu hoch.

Sie meinen Frauen, die als „zu schön“ empfunden werden. Im Alltag gilt doch laut Ihrer Forschung: Schönheit bedeutet Erfolg, oder?
Attraktive Menschen haben zumindest in vielen Lebenslagen große Vorteile. Ihnen werden dem ersten Eindruck nach positive Eigenschaften wie Intellekt und Strebsamkeit zugeschrieben. Wir bewerten permanent das Aussehen und Auftreten unseres Gegenüber – ob wir jemanden attraktiv finden, entscheidet sich unbewusst.

Aber liegt Schönheit denn nicht im Auge des Betrachters?
Das sagt man gerne so. Die Forschung ist sich aber darüber einig, dass es gewisse objektive Kriterien gibt, die einen Menschen allgemein attraktiv erscheinen lassen. Wenn ungefähr zwei Dutzend Teilnehmer einer Studie die Attraktivität eines Menschen beurteilen, entsteht ein Durchschnittswert, der mit leichten Schwankungen für eine ganze Gesellschaft gilt.

Was gilt denn allgemein als attraktiv?
Schlanke, jugendlich wirkende, gesunde, körperlich fitte Menschen mit schönem Gesicht gelten als attraktiv. Bei den jeweiligen Geschlechtern gibt es hier noch deutliche Unterschiede. Bei Männern zählen volles Haar und markantes Kinn. Kate Moss ist das Musterbeispiel für das „Kindchenschema“, was bei Frauen die Attraktivität zusätzlich erhöht.

Was hat denn Kate Moss, was andere nicht haben?
Kein Fett, keine sichtbaren Falten und eine große Stirn machen ihr Gesicht attraktiv. Hinzu kommen Merkmale wie eine gerade Nase, die richtige Augenstellung und eine reine Haut. Die meisten Männer fühlen sich durch das „Kindchenschema“ – zum Beispiel große runde Augen, kleine kurze Nase, kleines Kinn und runde Wangen – angezogen. Vielleicht weil dadurch eine Art Beschützer-Instinkt aktiviert wird. Möglich ist auch, dass gesund und jugendlich wirkende Frauen als besonders fruchtbar eingeschätzt werden. Da ist sich die Wissenschaft noch uneins.

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„Attraktive Fußballer erzielen höhere Ablösesummen“

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  • @Marco99
    ja, ich glaube, da ist was dran. Auch ist die Erwartungshaltung an andere wohl tendenziell größer. Das führt zu Enttäuschugen, die eine negative Rückkopplungsspirale in Gang setzen können.

  • Ich stelle eine Gegenhypothese auf: Dadurch dass attraktiven Menschen vieles zugeflogen kommt und sie sich privat und beruflich viel weniger anstrengen müssen, bleiben sie in der Entwicklung tatsächlich zurück. Das geht in meiner Sicht über ein Nullsummenspiel hinaus (20% weniger Anstrengung aber dennoch das gleiche Ergebnis -> 20% weniger Entwicklung notwendig) da entscheidende Soft Skills punktuell fehlen und sich im Leben dann potentiert auswirken. Die gescheiterten Leben, vor allem Privatleben, vieler überdurchschnittlich attraktiver Menschen sprechen da Bände.

  • Na ja, so bahnbrechend neu sind die Erkenntnisse ja nicht wirklich.

    Attraktivitätsheuristik nennt das der psychologisch Ausgebildete. Wir schreiben Menschen, die wir als attraktiv wahrnehmen, eine höhere Kompetenz und Soziabilität zu. Sie erscheinen uns dann netter, intelligenter, erfolgreicher etc.

    Mittlerweile gibt es auch eine Menge von Erkenntnissen dazu, dass z.B. Frauen je nach hormoneller Situation (z.B. während ihres Zyklus) unterschiedliche Merkmale als attraktiv einstufen.

    Spannend ist auch, wie das "ideale" Gesicht aussieht, was schon seit längerem über Morphing ermittelt wird.

    Bei Interesse mal hier nachgucken

    http://www.beautycheck.de/cmsms/index.php/uebersicht

    http://www.beautycheck.de/cmsms/index.php/virtuelle-miss-germany

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