Best-Lawyers-Ranking
Goldene Zeiten für Juristen

Milliarden-Transaktionen beleben das Geschäft von Wirtschaftskanzleien. Aber auch der Dieselskandal füllt die Auftragsbücher. Im Auftrag des Handelsblatts hat der US-Verlag Best Lawyers Deutschlands Top-Anwälte ermittelt.
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DüsseldorfManchmal lohnt es sich auch finanziell, beste Freunde zu haben. Als der französische Autokonzern PSA sich im Frühjahr 2017 dem deutschen Autobauer Opel und seiner britischen Schwester Vauxhall näherte, war die französische Topkanzlei Bredin Prat als PSA-Beraterin gesetzt. Und als „Best Friend“ von Bredin Prat war damit auch die deutsche Sozietät Hengeler Mueller mit von der Partie. Eine hochkomplexe Aufgabe war zu lösen, mit der Heerscharen spezialisierter Wirtschaftsjuristen viele Monate lang beschäftigt werden konnten. Endgültig besiegelt ist der Vertrag noch immer nicht, und auch die Freigabe durch die Kartellbehörden steht noch bevor.

Der 2,3 Milliarden Euro schwere Deal war nur eine von vielen großen Transaktionen in der jüngeren Zeit. Nicht nur Großkonzerne suchen nach Übernahmezielen, auch die Private-Equity-Branche investiert wieder kräftig. Damit boomt eines der wichtigsten Beratungsfelder für Wirtschaftskanzleien. Hinzu kommt eine Sonderkonjunktur durch die Dieselaffäre, mit der sich zahlreiche große Autokonzerne und -zulieferer auseinandersetzen müssen. Das sorgt für einen Nachfrageschub für Prozessspezialisten, Compliance-Experten und Wirtschaftsstrafrechtler. Allein bei Volkswagen summieren sich die Ausgaben für Anwaltshonorare auf einen dreistelligen Millionenbetrag – obwohl die juristische Aufarbeitung noch lange nicht abgeschlossen ist. Die größten Anteile haben Jones Day, die mit den internen Ermittlungen bei VW und der Nobeltochter Audi betreut wurden, sowie Freshfields Bruckhaus Deringer. Dort laufen im Wesentlichen die Fäden für die Abwehr von Schadensersatzklagen in Deutschland und Europa zusammen.

Die wesentliche Säule für Wirtschaftsjuristen bleibt aber das Geschäft mit Übernahmen und Fusionen. „Insbesondere die Beratung zu M&A ist auf hohem Niveau mit vielen ausländischen Investoren, die in Deutschland Unternehmen erwerben wollen. Auf der anderen Seite befinden sich heimische Mandanten häufig in Übernahmesituationen“, sagt Dirk Bliesener, Co-Managing Partner bei Hengeler Mueller. Neben dem Opel-Mandat beriet seine Kanzlei auch Linde bei dem beabsichtigten Merger mit Praxair und die RWE-Abspaltung Innogy beim fünf Milliarden Euro schweren Börsengang im Herbst 2016. Zudem profitiert Hengeler von der Belebung des Private-Equity-Geschäfts. 2016 sei die Kanzlei an acht der zwölf größten deutschen Transaktionen beteiligt gewesen, berichtet Bliesener.

Vom Transaktionsboom profitieren auch viele Wettbewerber. Vor allem die Übernahme von Monsanto durch Bayer elektrisierte den Markt. Noch nie zuvor hat ein deutsches Unternehmen eine so große Übernahme gestemmt. Der mit knapp 60 Milliarden Euro größte Zukauf des Leverkusener Pharmakonzerns machte auch zahlreiche Kanzleien glücklich. An vorderster Front an der Seite Bayers standen hier Sullivan & Cromwell sowie Allen & Overy. Der transatlantische Deal beschäftigte auch verschiedene Banken – und mit ihnen zahlreiche Finanzierungsspezialisten aus den Kanzleien.

Zu den führenden Dealmakern in Deutschland gehört auch Linklaters. Deren Anwälte waren etwa für die Deutsche Börse beim schließlich gescheiterten Merger mit der London Stock Exchange (LSE) aktiv. Linklaters beriet auch Eon bei der Abspaltung des konventionellen Energiegeschäfts, das nun als Uniper selbstständig an der Börse notiert ist.

Doch es gibt auch andere Entwicklungen, die das Geschäft der Kanzlei mit den britischen Wurzeln beflügeln. „Besonders dynamisch verläuft zurzeit unsere Beratung rund um den Brexit mit den Themenfeldern Bankenregulierung“, berichtet Andreas Steck, Senior-Partner der Kanzlei in Deutschland. Auch bei Linklaters sind Compliance-Beratungen derzeit besonders gefragt. Das Spektrum ist sehr breit. „Es geht um Fragen der Corporate Governance, der Vorstandshaftung, der Aufarbeitung der sogenannten Cum-Ex-Geschäfte. Außerdem beschäftigen sich unsere Anwälte mit der Datenschutz-Grundverordnung oder kartellrechtlichen Fragestellungen“, berichtet Steck.

Viele Konzerne ließen sich außerdem zu den Folgen von BEPS beraten. Das Kürzel steht für Base Erosion and Profit Shifting, also die Gewinnkürzungen und -verlagerungen internationaler Konzerne. Die OECD will mit einem Maßnahmenkatalog verhindern, dass den Staaten durch aggressive Gestaltungen Steuern vorenthalten werden. Vor allem Tech-Riesen aus den USA – etwa Apple, Amazon oder Google – sind mit ihren Steuertricks in den letzten Jahren negativ aufgefallen.

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  • An Herrn Esboern Schmidt - Leider sind unsere Bundestagsabgeordneten Brüsseler "Politiker" Minister durch Immunität geschützt.

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