Business Schools
Manager-Kaderschmieden in der Sinnkrise

Am 17. März findet in Frankfurt die größte deutsche MBA-Messe statt. Die Finanzkrise hat gezeigt, dass in der Ausbildung der Wirtschaftselite Moral oft zu kurz kommt. Klar ist: Die Manager-Ausbildung muss sich ändern.
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BerlinDie Reform der Wirtschaftshochschulen könnte ausgerechnet dort beginnen, wo einst jene Politik machten, die Wirtschaft nach Plan propagierten. Mehr als 40 Dekane und Professoren internationaler Wirtschaftshochschulen feilen Anfang März im früheren Staatsratsgebäude der DDR, das nun die European School of Management and Technology (ESMT) beherbergt, an der Zukunft der Managerausbildung. Das Business-School–Netzwerk EFMD hat den reformorientierteren Teil der Zunft geladen, damit der ein paar Fragen klärt: Wie lässt sich interdisziplinär lehren und forschen? Wie entstehen vielfältigere Professorenkollegien? Welchen Gemeinnutzen können Wirtschaftshochschulen schaffen? Und sollten sie sich in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen? Kurzum all die Fragen, auf die den Wirtschaftshochschulen derzeit offenbar Antworten fehlen.

Die Diskussion in Berlin verdeutlicht: Dass sich die Zunft ändern muss, ist keine Frage. Nur darüber, "wie" das gelingt, herrscht Ratlosigkeit. Ihre Aushängeschilder – die Managementprogramme mit dem Abschluss Master of Business Administration (MBA) – reformieren die internationalen Business-Schools zwar so stark wie nie in der mehr als 100-jährigen Geschichte, dennoch ist keine klare Richtung zu erkennen. Bisher sind die Änderungen vor allem ein Signal, dass die Schulen auf die Vorwürfe ihrer Kritiker eingehen. Denn die Klage, dass die Wirtschaftshochschulen nur auf den schnellen Profit zielende Absolventen hervorbringen, nagt am Selbstbild.

Kritisch gehen etliche Professoren daher mit der Ausbildung ins Gericht. "Die Leute zahlen dafür, dass sie homogen werden", sagt Peter McKiernan, Management-Professor an der Strathclyde Business School. Anstatt Studenten individuelle Ansätze für die Wirtschaft von morgen zu vermitteln, lehren die Schulen oft nach Schema F. Die Inhalte des Studiums würden durch die Standards von Akkreditierungsorganisationen und Ranglisten vereinheitlicht. Diese verleihen mit ihren Siegeln eine Art Hochschul-Tüv, der für die Werbung von Studenten und Sponsoren unerlässlich ist. "Die Akkreditierer sagen sehr deutlich, was sie an BWL-Inhalten im Studium erwarten", sagt Kai Peters, der die britische Business-School Ashridge leitet. Das Risiko, aus diesen Bahnen auszubrechen –und somit womöglich ohne das international anerkannte Qualitätssiegel dazustehen – geht kaum ein Dekan oder Präsident ein.

Hinzu kommt die Erwartung der Studenten, die nach dem teils mehr als 100.000 Dollar (76.000 Euro) teuren Studium auch entsprechend mehr verdienen wollen. Sie schauen daher auf die internationalen Rankings. Dort ist aber das Gehalt und der Gehaltssprung nach dem MBA entscheidendes Kriterium für die Platzierung. Inhalte spielen kaum eine Rolle.

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  • Alles wird bewertet, beurteilt, in Rankings eingeteilt, nach der sich immer richtet wieviel Geld gezahlt wird. Ob als Sponsor, Staatsgelder, Gehaelter. Die Zahlenglaeubigkeit und der ueberwiegende Fokus auf viel und moeglichst schnelles Geld hat zu einem absoluten Werteverfall in der gesamten Gesellschaft gefuehrt. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass wir uns wieder mehr auf Werte und wirkliche Arbeit konzentrieren, statt auf schoene Bilder und leeres Geschwaetz. Googelt mal in youtube "Georg Schramm - leere Worte". "Kurz und buendig. Wie recht er doch hat! Treffend ist auch dieser Fuenfzeiler:
    People were created to be loved
    Things were created to be used
    The reason why the world is in chaos,
    is because things are being loved
    and people are being used"
    Autor ist mir unbekannt.

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