Erfolgsfaktor Stimme
Warum der Eigenton für Reden so wichtig ist

Die Stimme ist die akustische Visitenkarte. Mit angespannter Flüsterstimme überzeugt kein Manager. Wie Sie mit ihrem Eigenton überzeugen und mit Stimmfiltern Emotionen wecken. Sehen Sie Teil 3 und 4 unserer Video-Serie.
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Düsseldorf/BonnViele Menschen haben das Problem, dass sie nicht in ihrer gesunden Tonlage sprechen. Damit ist der sogenannte Eigenton gemeint, der meist im unteren Drittel des gesamten Stimmumfangs liegt. Studien belegen: Menschen, die auf ihrem Eigenton sprechen, strahlen mehr Ruhe und Entspannung aus, und erzeugen mehr Sympathie. Denn die höhere Anspannung, die ein höherer oder tieferer Ton von der Stimmapparatur verlangt, behindert nicht nur den Sprecher, selbst wenn er sich über Jahre hinweg daran gewöhnt hat.

Auch auf die Zuhörer überträgt sich diese Anspannung, die sich dadurch zunehmend unwohl fühlen und ablehnend reagieren. Die wenigsten merken allerdings, woran es liegt, und schieben es auf die mangelnde Glaubwürdigkeit oder fehlende Kompetenz des Redners. Wer auf seinem Eigenton spricht, kann länger und entspannter sprechen, ein Umstand, der sich vor allem bei Vorträgen und Reden auszahlt.

Wie aber finde ich meinen Eigenton? Ein bewährtes Mittel, um seinen Eigenton zu finden, ist die mmmmhh-Methode. Sehen Sie sich das Video an! 

Viele Menschen neigen dazu, ihre Sprache kontrollieren und damit „regungslos“, also betonungsarm, machen zu wollen. Die meisten Zuhörer finden solche Sprecher allerdings langweilig. Denn Emotionen sind sehr wichtig für die Informationsübermittlung: Tonalität und Körpersprache sind Emotionsparameter und machen 90 Prozent der Kommunikation aus. Emotionen lassen sich durch die rhetorischen Stimmfilter transportieren: Lautstärker, Tonhöhe und Tontiefe.

Die emotionale Wirkung von Lautstärke reicht von klar über direktiv bis hin zu autoritär, wenn Sie ihre Lautstärke entsprechend immer mehr anheben. Vor allem in moderater bis leichter Form ist dieses Tonmuster bei vielen Zuhörern sehr beliebt, da es Überzeugung und Sicherheit ausstrahlt. Je mehr Lautstärke, umso dominanter wird der Ausdruck.

Je mehr ein Sprecher mit Tonhöhe agiert, desto mehr Leichtigkeit sendet er aus. Schon mit einer leichten Erhebung der Tonhöhe wird Freundlichkeit produziert. Kombiniert man die Tonhöhe noch mit Lautstärke, wird daraus Begeisterung. Die Betonung mit Tonhöhe ist die geeignete Methode, Menschen in positive Zustände zu bringen, sie zu erfreuen und sie zu motivieren.

Bei Tontiefe geht es um die Absenkung der Stimme unterhalb des Eigentons. Dieses Tonmuster hat die emotionale Wirkung von Verbindlichkeit, wenn die Stimme leicht abgesenkt, und von Vertrauen, wenn die Stimme stärker abgesenkt wird. Männer sind hierbei rein physikalisch im Vorteil, da sie über längere Stimmbänder verfügen und es ihnen leichter fällt, die Stimme abzusenken.

 

 

Gero Brandenburg
Gero Brandenburg
Handelsblatt Online / Redakteur

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