Erfolgsgeheimnisse

Knacken Sie den Code der Alphatiere!

Das Talent zum Führen und Entscheiden steckt manchen Menschen vielleicht in den Genen. Doch das Verhalten der Alphatiere ist auch für Betatiere durchschaubar. Sieben Codes zum Nachahmen.
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Alpha- oder Betatier, alles egal. Mit entsprechenden Tricks können sie das Verhalten von erfolgreichen Führungspersönlichkeiten für ihren eigenen Erfolg nutzen. Quelle: Imago

Alpha- oder Betatier, alles egal. Mit entsprechenden Tricks können sie das Verhalten von erfolgreichen Führungspersönlichkeiten für ihren eigenen Erfolg nutzen.

(Foto: Imago)

Den Satz hört man oft: „Das liegt ihm in den Genen“! In der Konsequenz sagt dieser Satz aus: „Wer das nicht in den Genen hat, kann es nicht so gut.“ Aber ist das wirklich so?

Nun ist die Frage nach „nature or nurture“, also ob Natur (Gene) oder das kulturelle Umfeld uns mehr prägen, eine Dauerdebatte der Wissenschaft. Und ein eindeutiges Entweder-Oder ist wohl in jedem Fall die falsche Antwort. Außerdem: Wir wissen mittlerweile, dass das Erbgut, also die DNA eines Lebewesens, nicht unveränderlich feststeht. Man kann sich zwar nicht aussuchen mit welcher DNA man geboren wird. Seit einigen Jahren ist jedoch erwiesen, dass sich der genetische Code nicht nur durch zufällige Mutationen, sondern durch Reaktionen auf das Umfeld durchaus verändern kann. Diese Epigenetik ist eines der interessantesten Forschungsfelder der Lebenswissenschaften.

Ich denke, man kann davon ausgehen, dass es genetische Anlagen gibt, die zum Alphatier prädestinieren. Alphatiere sind bei Herdentieren die „ersten“, also diejenigen, die die Herde führen. Entsprechend werden die ihnen im Rang nachfolgenden Betatiere genannt. Im übertragenen Sinne kann man auch in menschlichen „Herden“ – zum Beispiel Unternehmen – Alphatiere finden, die zum Führen geboren sind. Ich schätze, dass etwa 75 Prozent der Top-Manager solche genetischen Alphatiere sind. Auch im mittleren Management sind sie sicher deutlich in der Überzahl. Von Vollblutunternehmern ganz zu schweigen.

Diese Kollegen-Typen sollten Sie kennen
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6. Nennen Sie konkrete Beispiele. Es trägt ebenfalls zur Effizienz bei, wenn der Chef eine Lösung nicht als „Kostensparer“ anpreist, sondern klar sagt: „Das kann in diesem und jenem Bereich Einsparungen von 20 Prozent erbringen“ oder ähnliches.

Computer im Büro
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Natürlich gleichen sich - frei nach Tolstoi – alle glücklichen Bürogemeinschaften und alle unglücklichen sind auf ihre eigene Weise unglücklich. Die wirklich schlimmen Kollegen sind ohnehin wie Troubadix: „unbeschreiblich“. Aber es gibt ein paar Typen, die in fast jedem Büro – sogar in glücklichen – vorkommen. Ihre Eigenheiten zu kennen, ist schon der erste Schritt, mit ihnen fertig zu werden. Vorweg: In diesem Text wird das grammatische Maskulinum ganz diskriminierungsfrei auch für weibliche Menschinnen verwendet.

Bürohaus
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Typ: Der „Erste“

Er ist nicht nur in dieser Auflistung der Erste, sondern auch allmorgendlich im Büro. Ohne einen für normale Menschen nachvollziehbaren Grund kommt er stets vor allen anderen ins Büro. Fragt man ihn, behauptet er, er könne zu dieser Tages- oder besser späten Nachtzeit besser und ungestörter arbeiten. Nervend für die anderen Kollegen, die wissen, dass es nichts Schöneres als langen Schlaf und späte Arbeitszeiten gibt, ist der dauernde unausgesprochene Vorwurf, der von dem Bettflüchtigen ausgeht.

Gründe, ein schlechtes Gewissen zu haben, gibt es für seine Kollegen aber überhaupt nicht. Eher umgekehrt! Und das kann man ihm ruhig sagen: Die meisten der großen Dichter und Denker waren Langschläfer, die unter dem gesellschaftlichen Diktat der Frühaufsteher unsäglich zu leiden haben. So hat die notorische Bettflüchtige Königin Christine von Schweden den großen Philosophen und Langschläfer René Descartes gezwungen, ihr in aller Herrgottsfrühe Vorträge zu halten. Descartes starb nach nur einem Jahr in Stockholm. So was passiert also, wenn Frühaufsteher den Ton angeben.

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Typ: Der „brave Soldat“

Ohne ihn läuft nichts. Leute wie er waren es, die für Alexander den Großen bis zum Indus und für Napoleon bis nach Moskau marschierten - ohne zu Murren und Knurren. George Orwell hat diesem Menschen-Typus mit dem Pferd „Klopfer“ in „Farm der Tiere“ ein literarisches Denkmal gesetzt: „Ich will und werde noch härter arbeiten.“ Dieser häufig anzutreffende Typus ist unersetzlich für jeden Betrieb - und der Lieblingsmitarbeiter jedes Chefs, weil er noch mit hohem Fieber ins Büro kommt und die anstrengendsten Aufgaben wegrackert.

Aufmüpfigere Charaktere ärgern sich oft über die Leidensbereitschaft des braven Soldaten und darüber, dass er sein Kreuz ohne viele Worte trägt. Den Zorn hat aber ein anderer verdient: Der Chef, der diese Leidensbereitschaft für eigene Zwecke schamlos ausbeutet.

Gähnende Hunde
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Typ: Der Drückeberger“

Auch ihn kennt man aus der Militärgeschichte ebenso wie aus dem Wirtschaftsleben. Er ist genauso lautlos und unauffällig wie der „brave Soldat“ – aber sonst dessen Gegenteil. Sein einziger Gedanke ist die Vermeidung von Arbeit und jeglichem Risiko. Zu diesem Zweck ist er gerne auch mal krank oder auf unerklärliche Weise unsichtbar, wenn Arbeitsaufträge verteilt werden.

Für die Kollegen ist er das größte Unglück, weil er Mühen und Risiken stets auf diese abzuwälzen trachtet. Dafür findet er lautlos Mittel und Wege, die anderen verborgen bleiben. Geschickt stellt er sich vor allem an, wenn es darum geht, die Möglichkeiten des Arbeitsrechts voll auszuschöpfen. Das Studium der arbeitsrechtlichen Vorschriften ist dann auch das einzige, was er mit Leidenschaft betreibt. Da er im Gegensatz zum „Schleimer“ nicht einmal die Fassade des Fleißes aufbaut, ist er auch beim Chef nicht gut angesehen. Einmal enttarnt, können die Kollegen ihn daher mit Rückendeckung von oben zum Mitarbeiten zwingen oder im äußersten Fall rausmobben.

"Y-Home"
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Typ: Der „falsche Freund“

Vor ihm warnt die Beraterin Carin Lüdemann in Ihrem Hörbuch „Neu im Job“. Gefährlich ist er vor allem für Neulinge, deren Nähe er auf penetrante Art und Weise sucht. Das tut er aber nur, weil er unter den alten Kollegen keine Freunde mehr hat. Oft ist der „falsche Freund“ ein frustrierter notorischer Nörgler. Jemand, der bei einer Beförderung übergangen wurde – oder sich zumindest so fühlt – und jetzt den Absprung nicht schafft. Für den Neuankömmling ist es ein ganz schlechter Start, im Kollegium gleich als Vertrauter des bekannten Nörglers zu gelten. Von der demotivierenden Wirkung des Nörgeln auf den Neuling selbst ganz abgesehen.

Aber Achtung: Es gibt auch Kollegien, die nur aus frustrierten Nörglern zu bestehen scheinen. Das sind dann keine falschen Freunde, sondern lebende Mahnmale einer kranken Unternehmenskultur. Dann nichts wie weg aus dem Laden! Denn wie rief einst Perikles seinen Athenern zu: „Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit. Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.“

Braunschweiger Narren stürmen Staatskanzlei
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Typ: Der „Witzbold“

Selbst in Schützengräben, Straflagern und anderen ungemütlichen Orten gedeiht oft ein erstaunlicher Humor. Und die Mitmenschen der Humoristen haben davon keinen Schaden, denn Lachen lindert Schmerzen und stärkt das Immunsystem, auch wenn es nicht um Leben und Tod, sondern nur um die Arbeit geht.

Der Psychoanalytiker Viktor Frankl, der Pionier des therapeutischen Humors empfahl in gewissen Lagen die „paradoxe Intention“: Man soll sich genau das wünschen, wovor man Angst hat. Das ist nichts anderes als der berühmte Galgenhumor, wenn sich Seeleute zum Beispiel „Mast- und Schotbruch“ vor einer Reise wünschen.

Auch humorlose Chefs sollten deswegen dankbar sein, wenn in ihrer Truppe ein Klassenclown ist, der noch Witze reißt, wenn alle anderen am liebsten laut losheulen wollen. Lachen kann auch in verfahrenen, scheinbar ausweglosen Situationen mentale Blockaden lösen. Also schützen Sie den Witzbold, hegen und pflegen Sie alle Klassenclowns!

Aber das bedeutet nicht unbedingt, dass wer mit den Erb-Eigenschaften des Betatieres, also des Rangniedrigeren, geboren wird, keinen Einfluss auf seinen Platz in einer Rangordnung hat. Ich denke, dass man das Verhalten der menschlichen Alphatiere wie einen Code knacken kann, wenn man ihn kennt - auch als Betatier.

1. Der Smalltalk–Code: Ein Alphatier sucht immer relevante Informationen, welche es beruflich weiterbringen. Wenn es diese nicht bekommt, ist es sehr schnell gelangweilt und unaufmerksam. Betatiere neigen dazu, Informationen zu sammeln. Das kostet sehr viel Zeit und bringt selten das gewünschte Ergebnis. Verzichten Sie daher auf lange Monologe und kommen Sie schneller auf den Punkt. Dadurch konzentrieren sie sich auf das Wesentliche und bauen Sie Ihren Status dadurch auf.  

2. Der Gesprächspartner–Code: Alphatiere achten auch drauf, mit wem sie sprechen. Sie möchten ihre Zeit mit Menschen verbringen, die sie beruflich weiter bringen. Alle anderen Personen werden sehr schnell „abgearbeitet“. Betatiere hingegen verbringen ihre Zeit oft mit Menschen, die sie mögen. Das ist für den privaten Kontext auch völlig in Ordnung, beruflich allerdings eher kontraproduktiv. Stellen Sie sich, wenn Sie als Alphatier gelten wollen, immer die Frage: „Bringt mich dieses Gespräch jetzt weiter, oder kostet es nur Zeit und Energie“.

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2 Kommentare zu "Erfolgsgeheimnisse: Knacken Sie den Code der Alphatiere!"

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  • Wenn das die Voraussetzungen sind, dann verzichte ich darauf. Und wenn mein Vorgesetzter so daherkommt, suche ich mir eine andere Firma. Für mich zählt Kompetenz, nicht grosse Klappe.

  • Diese Beschreibung eines A-Tieres erinnert aber sehr an den Teamleiter "Stromberg" von Schadensabwicklung der Kölner Capitol.
    Es erinnert mich auch sehr an einige Charaktere aus dem Buch "The Asshole Factor". Vieleicht steht das A für einen ganz anderen Begriff.
    Oder anders gefragt, wer möchte denn mit so einem A befreundet sein ?

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