Erkältungswelle : Kranke, bleibt zu Hause!

Erkältungswelle
Kranke, bleibt zu Hause!

Schnupfen, Husten, Gliederschmerzen: Wenn Arbeitnehmer wegen Krankheit fehlen, entstehen den Firmen hohe Kosten. Weitaus teurer wird es jedoch, wenn sich die Kranken aus Pflichtbewusstsein ins Büro schleppen.

DüsseldorfDen Profifußballer Jerome Boateng hat es derzeit erwischt, Aaron Hunt lag Anfang dieser Woche ebenfalls darnieder. Ihre Arbeitgeber, die Fußballclubs Bayern München und Werder Bremen, mussten auf ihre hochbezahlten Mitarbeiter verzichten, weil sie erkältet waren. So wie den beiden Sportlern geht es derzeit vielen Deutschen: Vergangene Woche erreichte die Erkältungswelle den Daten des Robert-Koch-Instituts zufolge ihren Höhepunkt. Seit einiger Zeit steigt wieder die Zahl derer, die den Bürostuhl wegen Krankheit gegen das Bett eintauschen müssen.

Laut dem aktuellsten vorliegenden Gesundheitsbericht der Techniker Krankenkasse (TK), bei der 12,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten versichert sind, sind die Ausfälle durch Krankheiten 2011 wieder gestiegen. Demnach fehlten erwerbstätige Deutsche im Durchschnitt erkrankungsbedingt 12,79 Tage. Auch die DAK meldet für 2011 den höchsten Krankenstand seit 15 Jahren.

Akute Atemwegserkrankungen

1.Woche 2.Woche 3.Woche 4.Woche 5.Woche 6.Woche 7.Woche
Quelle: Robert Koch Institut

Weit höher würden die Fehlzeiten jedoch ausfallen, wenn alle Kranken tatsächlich zu Hause blieben. Viele Arbeitnehmer schleppen sich jedoch auch mit Schnupfen, Husten und Gliederschmerzen ins Büro. Laut des aktuellen „Fehlzeitenreports“ der Krankenkasse AOK haben 59 Prozent der befragten Arbeitnehmer im vorangegangenen Jahr trotz Krankheit gearbeitet.

In einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag der Zeitschrift „Apotheken Umschau“ gaben 63,9 Prozent der befragten Berufstätigen an, es sich nicht erlauben zu können, wegen einer einfachen Erkältung am Arbeitsplatz zu fehlen. Nur 37,5 Prozent glaubten, dass ihr Arbeitgeber volles Verständnis dafür habe, wenn sie sich bei einer Erkältung krank melden und so die Kollegen nicht anstecken. Für die Erhebung wurden 1.964 Personen ab 14 Jahren, darunter 1.040 Berufstätige befragt.

Der Arbeitseifer der Deutschen klingt auf den ersten Blick löblich, verursacht jedoch offenbar großen wirtschaftlichen Schaden. Eine Studie der Beratungsfirma Booz & Company berechnet die durch die Fehlzeiten bedingten Kosten auf 1.199 Euro pro Mitarbeiter und Jahr. Doch das sei nur ein Drittel der krankheitsbedingten Kosten, heißt es in der Studie. Weit teurer kommen den Unternehmen die verschnupften Mitarbeiter, die sich trotz Husten und Unwohlsein ins Büro schleppen.

Seite 1:

Kranke, bleibt zu Hause!

Seite 2:

Kündigungsgrund Krankheit

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%