Fachkräftemangel
Software-Spezialisten dringend gesucht

IT-Fachkräfte sind auf dem aktuellen Arbeitsmarkt Mangelware. Master-Absolventen mit Berufserfahrung haben die besten Chancen bei den Arbeitgebern. Aber auch wer sich spezialisiert, wird von Unternehmen gerne genommen.
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Köln„Der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte ist seit Jahren angespannt“, sagt Dr. Stephan Pfisterer, Arbeitsmarktexperte des Branchenverbands Bitkom. Die Branche verzeichnet derzeit 900.000 Beschäftigte. Bis zum Jahresende prognostiziert BITKOM einen Anstieg auf 907.000. Dies bedeutet ein Plus von 12.000 Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr.

„Die Nachfrage nach IT-Experten ist nach wie vor hoch – bei Anwendern wie auch in der Branche selbst“, so Pfisterer. 43.000 Stellen seien derzeit im IT-Bereich unbesetzt. Der Verband warnt seit mehreren Jahren vor einem gravierenden Fachkräftemangel in der IT. „Die Fachkräfteknappheit betrifft vor allem die Segmente Softwareentwicklung sowie IT-Services. Besonders stark betroffen sind kleine und mittelständische Unternehmen.“

Die aktuelle Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) relativiert die düstere Prognose. So stellt die BA zwar keinen flächendeckenden Fachkräftemangel fest, sieht aber auch Engpässe besonders bei Softwareentwicklern und IT-Beratern. Wie schwer Stellen in diesen IT-Gebieten zu besetzen sind, zeigt ebenso die im Juni veröffentlichte Umfrage der Personalberatung Careerbuilder. Demnach fehlen in Deutschland besonders Softwareentwickler.

Der Blick auf den freien Stellenmarkt weist nach einem Rekordhoch im April 2012 zwar einen leichten Rückgang der Stellenangebote im Berufsfeld Informations- und Telekommunikationstechnologie (ITK) auf. Dennoch gibt es nach wie vor deutlich mehr freie Stellen als Jobnachfragen von Seiten der Bewerber. Die Auswertung basiert auf der Datenbasis des Handelsblatt Jobturbo, der sämtliche Anzeigen der bundesweit bedeutendsten Stellenbörsen und Zeitungen und die der Karriereportale der Top-Unternehmen bündelt.

Auch wenn der größte Ansturm auf ITK-Fachkräfte im Allgemeinen zunächst verpufft zu sein scheint: In vielen IT-Gebieten suchen Unternehmen händeringend nach Fachkräften. Heiß begehrt sind momentan Informatiker. Hier gibt es seit Jahresbeginn einen Stellenzuwachs von rund 17 Prozent.

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  • In Deutschland werden Gehälter bezahlt, de sich an Anstellungsverträgen der Firme in Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Italien, Spanien und Portugal orientieren. Der Fehler ist nur, das Deutsche Fachleute mit ihrem Gehalt in Deutschland leben müssen und da sind Jahresgehälter von 45000,- bis 55000,- Euro für Informatiker mit Masterabschluss und 2-3 Jahren Berufserfahrung ein Witz. Wer mit Bananen und Erdnüssen bezahlt, bekommt eben nur Affen. Geiz ist geil war gestern und ging für die deutsche Firmen in die Hose. Aber die hochbezahlten Manager und BWL-Fachleute denken eben nicht an das Wohl der ihnen anvertrauten Firmen, sondern nur an das Wohl ihrer privaten Kasse. Gute Nacht Deutschland!?!?

  • die Löhne in D sind nicht konkurrenzfähig. Das ist das eigentliche Problem. Die Unternehmen schätzen den Wert eines hochqualifizierten Mitarbeiters komplett falsch ein. Es herrscht weiterhin die Geiz ist Geil Methodik. Nur dass diese Denkweise im Endeffekt mehr kostet. Einen halbwegs erfahrenen Programmierer unterhalb 75.000 EUR pro Jahr anheuern zu wollen ist einfach unrealistisch.
    Das betrifft aber nicht nur die Informatiker. Auch sonstige Fachkräfte bekommen heutzutage tlw. 50% was im Ausland möglich ist. Und dann wundert man sich dass man entweder Leute ohne jegliches Wissen bekommt oder gar keine. Und dann die Mär vom Fachkräftemangel. Langsam wirds langweilig in D. An alle Unternehmen : LÖHNE DRÜCKEN , NUR DIE RICHTUNG ÄNDERN ! NACH OBEN ! UND ZWAR KRÄFTIG !

  • Ich hörte neulich von einem freiberuflichen Kollegen, einem Diplomingenieur, dass ihm ein kleines Unternehmen für ein Entwicklungsprojekt über 12 Monate Laufzeit 40.000,- Euro zahlen wollte. Der Kollege lehnte natürlich ab. Und da wundern sich die Auftraggeber, dass sie niemanden finden.

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