Feedback-Kultur In dieser Firma bewertet jeder jeden

Restaurants oder Amazon-Bestellungen lassen sich längst in Echtzeit bewerten. Nur im Job findet Feedback nur einmal im Jahr statt. Die US-Bank JP Morgan will das ändern – und führt ein völlig neues Online-System ein.
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Die US-Bank ist das jüngste Beispiel für Konzerne, die Veränderungen beim Personalmanagement vornehmen. Quelle: Reuters
Zentrale von JP Morgan in New York

Die US-Bank ist das jüngste Beispiel für Konzerne, die Veränderungen beim Personalmanagement vornehmen.

(Foto: Reuters)

New YorkDie US-Großbank JP Morgan Chase führt ab sofort ein völlig neues System bei der Bewertung von Mitarbeitern ein. Das Unternehmen nutzt ein mobiles Programm, dass es jedem erlaubt, Kritik von Kollegen in Echtzeit zu empfangen oder an sie zu versenden.

Die Software mit dem Namen Insight360 dient dazu, die Entwicklung der 243.000 Mitarbeiter umfassenden Belegschaft voranzutreiben, wie aus einem Rundschreiben von Personalchef John Donnelly hervorgeht. Die Manager des Finanzkonzerns hatten festgestellt, dass viele Mitarbeiter, besonders jüngere, ständig Feedback wollen – statt der klassischen Bewertung einmal pro Jahr.

„Indem wir Ihnen zuhörten, haben wir gelernt, dass unsere Mitarbeiter zu jeder Zeit wissen wollen, wo sie stehen“, schrieb Donnelly in dem Memo. Das Web-basierte Programm wird es Mitarbeitern ermöglichen, „von jedem jederzeit Rückmeldung anzufordern oder zu empfangen“.

Die größte US-Bank ist das jüngste Beispiel für Konzerne, die Veränderungen beim Personalmanagement vornehmen. Sie passen sich an ein Zeitalter an, in dem Technologie eine Echtzeit-Bewertung von Restaurants, Amazon-Lieferungen und vielem mehr ermöglicht.

So kommen Sie entspannt durch den Job-Wahnsinn
Die Welt dreht sich weiter
1 von 10

Mach dir jeden Morgen noch mal klar, dass wir im Job nur Monopoly für Erwachsene spielen. Egal, was wir hier machen oder nicht machen – die Welt dreht sich weiter. Deshalb sollten wir uns bei aller Ernsthaftigkeit selbst nicht zu wichtig nehmen.

(Quelle: „Locker im Job“, Frank Behrendt)

Happiness-Kick
2 von 10

Hol dir den Happiness-Kick von früher zurück. Fast jeder hat in der Kindheit glückliche Momente erlebt. Wenn Mama die Lieblingsspielzeuge inzwischen verschenkt hat – hol sie dir auf Ebay. Das Matchboxauto von damals auf dem Schreibtisch lässt einen jede noch so langweilige Telefonkonferenz spielerisch überstehen.

Amüsante Telefonate
3 von 10

Ruf an den eher spaßbefreiten Tagen einfach mal spontan ehemalige Lieblingskollegen an, die heute woanders sind. Das amüsante Telefonat über die besten Anekdoten von früher macht auch einen grauen Tag direkt heller.

Informationswahn
4 von 10

Mein Kürzel lautet fb und nicht cc. Befrei dich vom Informationswahn. Vertrau den Mitarbeitern und lasse dich von ihnen lieber regelmäßig persönlich updaten. Das ist effizienter und gibt im Face-to-Face auch Raum für die wichtigste interne Währung: ein Lob.

Entspannt Mittagessen
5 von 10

Geh mal mit Leuten zum Mittagessen, die auf den ersten Blick keine Business-Relevanz haben. Der gechillte Talk mit dem Schülerpraktikanten über seine Lieblinge auf YouTube bringt oft mehr als der traditionelle Larifari-Lunch mit dem Key-Account-Manager eines Dienstleisters, der dich wieder mal zum Essen einladen möchte, um sich auszutauschen.

Abwesenheitsnotiz
6 von 10

Lösch die Abwesenheitsnotiz auf deinem Mail-Account. Ich finde es stressiger, vor dem Urlaub Übergaben zu machen und nach Rückkehr wieder alles aufzuarbeiten. Unter der Palme im Urlaub zweimal täglich Mails zu checken und die wichtigen weiterzuleiten oder kurz zu beantworten, ist kein Ding, wenn man das Phone dann wieder in den Safe legt und an den Strand geht. Ab- und Umschalten kann man trainieren – und zwar im Kopf, nicht am Gerät.

Business-Dinner
7 von 10

Abendessen mit Geschäftspartnern minimieren. Es gibt abends nichts zu besprechen, was man nicht auch beim Lunch erledigen kann. Statt Business-Dinner lieber ins Kino mit der Gattin, Kicker mit den Kindern vorm Einschlafen spielen oder entspannt Fußball auf Sky schauen.

Vorreiter sind hier Technologie- und Beratungsunternehmen, darunter der IT-Riese Microsoft und die Beraterfirma Accenture. Sie überdenken ihre jährlichen Bewertungsgespräche – und schaffen diese entweder vollständig ab oder ergänzen sie mit mehr Zwischengesprächen.

Vergangenes Jahr hatte die Investmentbank Goldman Sachs erklärt, das Unternehmen experimentiere mit einem Online-System für ein ständiges Mitarbeiter-Feedback. Der Finanzriese schaffte zudem Bewerbungsgespräche mit Studenten auf dem Universitäts-Campus ab. Stattdessen entschied sich Goldman für Video-Aufzeichnungen sowie Software, die Lebensläufe auswertet. Dahinter stand das Ziel, die Einstellungen zu standardisieren.

Mitarbeiter erhalten umgehend Feedback
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