Feng Shui für Unternehmen

Besser arbeiten mit dem fließenden Qi?

Immer mehr Unternehmen richten ihre Büroräume nach den Regeln des Feng Shui ein. Sie geben viel Geld aus für etwas, dessen Wirkung nicht belegbar ist. Eine Suche nach Gründen.
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Mit einem speziellen chinesischen Kompass bestimmen Feng-Shui-Berater die wichtigen Sektoren eines Gebäudes. Quelle: Getty Images
Kompassmessung bei einem Gebäude

Mit einem speziellen chinesischen Kompass bestimmen Feng-Shui-Berater die wichtigen Sektoren eines Gebäudes.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfFür ihr neues Büro hatte sich Stefanie H.* den schönsten Raum ausgesucht, auch die Pläne für die Sitzordnung ihrer Mitarbeiter waren fertig. Aber irgendetwas stimmte nicht in der neuen Niederlassung der Transfergesellschaft. Kurze Zeit später wurden auf den rund 100 Quadratmetern alle Schreibtische verschoben, die Leiterin der Einrichtung gab sogar ihr Lieblingsbüro auf und wechselte in einen anderen Raum.

Den Ausschlag gab eine Lehre aus Ostasien: Die Feng-Shui-Beraterin Aenne Schrag empfahl H., die Räume umzugestalten. Zuvor hatte sich die Leiterin der Einrichtung bereits privat beraten lassen, mit Erfolg, wie sie sagt. „Die Büroräume fühlten sich ruhiger und friedlicher an.“

Die Feng-Shui-Beraterin hilft bei der Einrichtung von Räumen. Quelle: privat
Änne Schrag

Die Feng-Shui-Beraterin hilft bei der Einrichtung von Räumen.

(Foto: privat)

Zehn Euro pro Quadratmeter bezahlen Menschen wie Frau H. dafür, dass Schrag die Energie in ihren Räumen analysiert. Schrag ist nicht nur Feng-Shui-Beraterin, sondern auch durch und durch Geschäftsfrau. Zu ihr kommen Unternehmer, die sich geschäftlich optimieren möchten, bei denen es nicht rund läuft. In China, wo die Lehre von Feng Shui ihren Ursprung hat, geben Unternehmen Unsummen aus. Auch in Deutschland lässt sich Feng Shui inzwischen gut verkaufen, dank eines besseren Images und effektiver Werbung.

Diese Kollegen-Typen sollten Sie kennen
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6. Nennen Sie konkrete Beispiele. Es trägt ebenfalls zur Effizienz bei, wenn der Chef eine Lösung nicht als „Kostensparer“ anpreist, sondern klar sagt: „Das kann in diesem und jenem Bereich Einsparungen von 20 Prozent erbringen“ oder ähnliches.

Computer im Büro
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Natürlich gleichen sich - frei nach Tolstoi – alle glücklichen Bürogemeinschaften und alle unglücklichen sind auf ihre eigene Weise unglücklich. Die wirklich schlimmen Kollegen sind ohnehin wie Troubadix: „unbeschreiblich“. Aber es gibt ein paar Typen, die in fast jedem Büro – sogar in glücklichen – vorkommen. Ihre Eigenheiten zu kennen, ist schon der erste Schritt, mit ihnen fertig zu werden. Vorweg: In diesem Text wird das grammatische Maskulinum ganz diskriminierungsfrei auch für weibliche Menschinnen verwendet.

Bürohaus
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Typ: Der „Erste“

Er ist nicht nur in dieser Auflistung der Erste, sondern auch allmorgendlich im Büro. Ohne einen für normale Menschen nachvollziehbaren Grund kommt er stets vor allen anderen ins Büro. Fragt man ihn, behauptet er, er könne zu dieser Tages- oder besser späten Nachtzeit besser und ungestörter arbeiten. Nervend für die anderen Kollegen, die wissen, dass es nichts Schöneres als langen Schlaf und späte Arbeitszeiten gibt, ist der dauernde unausgesprochene Vorwurf, der von dem Bettflüchtigen ausgeht.

Gründe, ein schlechtes Gewissen zu haben, gibt es für seine Kollegen aber überhaupt nicht. Eher umgekehrt! Und das kann man ihm ruhig sagen: Die meisten der großen Dichter und Denker waren Langschläfer, die unter dem gesellschaftlichen Diktat der Frühaufsteher unsäglich zu leiden haben. So hat die notorische Bettflüchtige Königin Christine von Schweden den großen Philosophen und Langschläfer René Descartes gezwungen, ihr in aller Herrgottsfrühe Vorträge zu halten. Descartes starb nach nur einem Jahr in Stockholm. So was passiert also, wenn Frühaufsteher den Ton angeben.

65. Internationale Spielwarenmesse
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Typ: Der „brave Soldat“

Ohne ihn läuft nichts. Leute wie er waren es, die für Alexander den Großen bis zum Indus und für Napoleon bis nach Moskau marschierten - ohne zu Murren und Knurren. George Orwell hat diesem Menschen-Typus mit dem Pferd „Klopfer“ in „Farm der Tiere“ ein literarisches Denkmal gesetzt: „Ich will und werde noch härter arbeiten.“ Dieser häufig anzutreffende Typus ist unersetzlich für jeden Betrieb - und der Lieblingsmitarbeiter jedes Chefs, weil er noch mit hohem Fieber ins Büro kommt und die anstrengendsten Aufgaben wegrackert.

Aufmüpfigere Charaktere ärgern sich oft über die Leidensbereitschaft des braven Soldaten und darüber, dass er sein Kreuz ohne viele Worte trägt. Den Zorn hat aber ein anderer verdient: Der Chef, der diese Leidensbereitschaft für eigene Zwecke schamlos ausbeutet.

Gähnende Hunde
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Typ: Der Drückeberger“

Auch ihn kennt man aus der Militärgeschichte ebenso wie aus dem Wirtschaftsleben. Er ist genauso lautlos und unauffällig wie der „brave Soldat“ – aber sonst dessen Gegenteil. Sein einziger Gedanke ist die Vermeidung von Arbeit und jeglichem Risiko. Zu diesem Zweck ist er gerne auch mal krank oder auf unerklärliche Weise unsichtbar, wenn Arbeitsaufträge verteilt werden.

Für die Kollegen ist er das größte Unglück, weil er Mühen und Risiken stets auf diese abzuwälzen trachtet. Dafür findet er lautlos Mittel und Wege, die anderen verborgen bleiben. Geschickt stellt er sich vor allem an, wenn es darum geht, die Möglichkeiten des Arbeitsrechts voll auszuschöpfen. Das Studium der arbeitsrechtlichen Vorschriften ist dann auch das einzige, was er mit Leidenschaft betreibt. Da er im Gegensatz zum „Schleimer“ nicht einmal die Fassade des Fleißes aufbaut, ist er auch beim Chef nicht gut angesehen. Einmal enttarnt, können die Kollegen ihn daher mit Rückendeckung von oben zum Mitarbeiten zwingen oder im äußersten Fall rausmobben.

"Y-Home"
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Typ: Der „falsche Freund“

Vor ihm warnt die Beraterin Carin Lüdemann in Ihrem Hörbuch „Neu im Job“. Gefährlich ist er vor allem für Neulinge, deren Nähe er auf penetrante Art und Weise sucht. Das tut er aber nur, weil er unter den alten Kollegen keine Freunde mehr hat. Oft ist der „falsche Freund“ ein frustrierter notorischer Nörgler. Jemand, der bei einer Beförderung übergangen wurde – oder sich zumindest so fühlt – und jetzt den Absprung nicht schafft. Für den Neuankömmling ist es ein ganz schlechter Start, im Kollegium gleich als Vertrauter des bekannten Nörglers zu gelten. Von der demotivierenden Wirkung des Nörgeln auf den Neuling selbst ganz abgesehen.

Aber Achtung: Es gibt auch Kollegien, die nur aus frustrierten Nörglern zu bestehen scheinen. Das sind dann keine falschen Freunde, sondern lebende Mahnmale einer kranken Unternehmenskultur. Dann nichts wie weg aus dem Laden! Denn wie rief einst Perikles seinen Athenern zu: „Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit. Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.“

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Typ: Der „Witzbold“

Selbst in Schützengräben, Straflagern und anderen ungemütlichen Orten gedeiht oft ein erstaunlicher Humor. Und die Mitmenschen der Humoristen haben davon keinen Schaden, denn Lachen lindert Schmerzen und stärkt das Immunsystem, auch wenn es nicht um Leben und Tod, sondern nur um die Arbeit geht.

Der Psychoanalytiker Viktor Frankl, der Pionier des therapeutischen Humors empfahl in gewissen Lagen die „paradoxe Intention“: Man soll sich genau das wünschen, wovor man Angst hat. Das ist nichts anderes als der berühmte Galgenhumor, wenn sich Seeleute zum Beispiel „Mast- und Schotbruch“ vor einer Reise wünschen.

Auch humorlose Chefs sollten deswegen dankbar sein, wenn in ihrer Truppe ein Klassenclown ist, der noch Witze reißt, wenn alle anderen am liebsten laut losheulen wollen. Lachen kann auch in verfahrenen, scheinbar ausweglosen Situationen mentale Blockaden lösen. Also schützen Sie den Witzbold, hegen und pflegen Sie alle Klassenclowns!

Dabei ist die Wirkung wissenschaftlich nicht belegbar. Wohl aber spürbar, glaubt man den Berichten von Kunden. In Deutschland sind es vor allem Einzelunternehmer, die „Business Feng Shui“ in Anspruch nehmen. Aber auch Konzerne gehören inzwischen zu den zahlungskräftigen Kunden. Wie bei Stefanie H. sind die Beweggründe meist persönlich, ein Gefühl von Unwohlsein oder der Wunsch nach Veränderung. „Feng Shui hat sich positiv auf mich und meine Mitarbeiter ausgewirkt“, sagt die Niederlassungsleiterin. „Alles ist jetzt viel stimmiger.“

Werden die Empfehlungen gut umgesetzt, könnten Unternehmer auf steigende Umsätze und mehr Kunden hoffen, so wirbt zumindest die Beraterin. Außerdem verbessert sich laut Schrag unter anderem die Zusammenarbeit in Teams und die Durchsetzungskraft von Führungskräften. Sie müssten vor allem Ordnung schaffen, vom Prinzip des kreativen Chaos hält Schrag nicht viel. „Nicht alle Menschen sind Künstler. Eine gewisse Grundordnung macht das Leben leichter“, sagt die 61-Jährige.

* Name von der Redaktion geändert

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1 Kommentare zu "Feng Shui für Unternehmen: Besser arbeiten mit dem fließenden Qi?"

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  • Leider wird viel Unsinn über Feng Shui verbreitet. Wissenschaft ist immer nur eine aktuelle Annäherung an die Wirklichkeit und insofern bin ich überzeugt, dass sich authentisches und professionelles Feng Shui demnächst beweisen lässt. Wie so vieles, z.B. das die Erde tatsächlich um die Sonne kreist und nicht umgekehrt. Was ich jetzt schon weiss: in 3 Wochen oder in 3 Monaten lässt sich so eine komplexe Lehre nicht lernen. Ich bin seit 15 Jahren dabei und lerne immer noch. [...] Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

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