Frauenquote

Teilzeit-Chefs sollen den Kulturwandel einleiten

Frauen an der Spitze deutscher Unternehmen sind noch immer eine Seltenheit. Größter Karriere-Hemmschuh für Frauen sind laut einer Studie die eigenen Kinder. Fachleute sagen: Es braucht einen Kulturwandel in den Firmen.
Um die deutschen Chefetagen weiblicher zu machen, hat die Bundesregierung in diesem Jahr die Frauenquote von mindestens 30 Prozent für Aufsichtsräte beschlossen. Quelle: dpa
Frauenquote

Um die deutschen Chefetagen weiblicher zu machen, hat die Bundesregierung in diesem Jahr die Frauenquote von mindestens 30 Prozent für Aufsichtsräte beschlossen.

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MünchenUm endlich mehr Frauen den Weg in die Führungsetagen zu ebnen, braucht es nach Ansicht der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG) einen Kulturwandel in den Unternehmen. Männliche Führungskräfte sollten mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie selbst etwa in Teilzeit arbeiten, heißt es in einer am Freitag in München veröffentlichen BCG-Studie. Flexiblere Arbeitszeiten sollten Frauen dauerhaft an das Unternehmen binden.

Frauen an der Spitze deutscher Unternehmen sind noch immer eine Seltenheit. Obwohl inzwischen mehr als die Hälfte aller Uni-Absolventen weiblich sei, war 2014 laut Studie nicht einmal jede dritte Führungskraft eine Frau. Diese Quote habe sich in den vergangenen 20 Jahren kaum geändert. Die Beratungsfirma Ernst & Young hatte im Sommer beklagt, nur 36 der insgesamt 667 Vorstandsposten börsennotierter Unternehmen seien mit Frauen besetzt.

Größter Karriere-Hemmschuh für Frauen sind laut BCG die eigenen Kinder. „Frauen ohne Kinder schaffen es dreimal häufiger in die Topmanagementpositionen.“ Vor allem im karriererelevanten Alter zwischen 30 und 40 Jahren steige der Anteil von Arbeitnehmerinnen, die auf Teilzeit-Modelle umsteigen – nur die Hälfte von ihnen nehme die volle Stelle später wieder auf.

Um die deutschen Chefetagen weiblicher zu machen, hat die Bundesregierung in diesem Jahr die Frauenquote von mindestens 30 Prozent für Aufsichtsräte beschlossen. Diese Quote müssen börsennotierte und mitbestimmungsberechtigte Unternehmen ab 2016 bei der Neubesetzung von Aufsichtsratsposten umsetzen.

So bekommen Sie mehr Geld
Angabe im Bewerbungsschreiben
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Bevor man seine Gehaltsvorstellung im Vorstellungsgespräch oder bei der konkreten Gehaltsverhandlung kundtun muss, verlangen viele Unternehmen schon in ihrer Stellenausschreibung, dass man sie in der schriftlichen Bewerbung nennt. Um nicht direkt aussortiert zu werden, sollten Bewerber diesem Wunsch nachkommen.

Grundsätzlich sollte man die Gehaltsvorstellung kurz am Ende des Schreibens vor der Bitte zum Vorstellungsgespräch platzieren. Seine Vorstellung kann man wahlweise noch mit seinen Fähigkeiten und Qualifikationen begründen. Wenn man sich für eine Begründung entscheidet, gilt: Je kürzer, desto besser.

Gefahr einer Gehaltsspanne
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Man kann einen konkreten Betrag oder eine Spanne nennen. Entscheidet man sich für eine Gehaltsspanne – „von … bis ….“ – dann besteht die Gefahr, dass sich das Gegenüber für das untere Ende entscheidet. Daher sollte man sich im Vorfeld gute Argumente überlegen, um einen höheren Wert herauszuschlagen.

Branchenzahlen einholen
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Bevor man seine Gehaltsvorstellung äußert – ob im Bewerbungsschreiben, im Vorstellungsgespräch oder in der Gehaltsverhandlung – sollte man sich informieren, um eine realistische Angabe machen und stichfest argumentieren zu können. Man sollte etwa schauen, welche Gehälter in der Branche üblich sind. So bietet etwa das Kölner Staufenbiel-Institut verschiedene Gehaltstabellen an.

Den Unternehmenserfolg berücksichtigen
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Außer der branchenüblichen Gehaltshöhe spielt die aktuelle Unternehmenslage eine Rolle. Erwartet das Unternehmen steigende Gewinne, wird es sich eher großzügig zeigen – und man kann mit dem Unternehmenserfolg argumentieren, wenn das Firmenangebot zu niedrig ausfällt.

Mit dem Mehrwert für das Unternehmen argumentieren
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Das Gehalt hängt auch von den eigenen Fähigkeiten und Qualifikationen ab. Je mehr man vorzuweisen hat, desto mehr kann man erwarten und verlangen. Bei der Gehaltsverhandlung sollte man herausstellen, wie man zum Unternehmenserfolg beiträgt – und sein Geld entsprechend wert ist. Man kann etwa Vertriebserfolge, Kosteneinsparungen oder Projektabschlüsse nennen, die mit einem eintreten werden.

Achten Sie auf Ihre Worte
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Forscher der Universität Lüneburg und der Universität des Saarlandes haben herausgefunden: Die richtige Formulierung kann in Verhandlungen bares Geld wert sein. Grundsätzlich muss derjenige, der etwas will, seine Ressource verbal in den Vordergrund stellen. Also nicht: „Sie müssen für mich jedes Jahr 60.000 Euro bezahlen“, sondern: „Ich stelle Ihnen meine Arbeitskraft sehr gerne zur Verfügung – für 60.000 Euro im Jahr.“ So erlebt das Gegenüber nicht den Verlust seines Geldes (Sie müssen zahlen!), sondern den Gewinn einer Ressource (ich arbeite für Sie!) und ist eher bereit, auf das Angebot einzugehen.

Das Ganze funktioniert natürlich auch umgekehrt. Der Chef kann zum Bewerber sagen: „Ich gebe Ihnen 50.000 Euro für Ihre Arbeit“ (positiv) oder „Ich würde Sie für 50.000 Euro einstellen.“ Die Forscher raten grundsätzlich dazu, zu verhandeln wie die Profis auf dem Hamburger Fischmarkt. „Der macht es mit seiner jahrelangen Verhandlungserfahrung intuitiv genau richtig: Ich gebe Ihnen den Lachs, dazu noch diesen Hering und darauf noch diese schmackhafte Scholle. Und das alles für nur 20 Euro“, sagt Roman Trötschel, Professor für Sozial- und Organisationspsychologie an der Leuphana Universität Lüneburg.

Immer vom Jahresgehalt sprechen
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Wichtig ist, mit wie viel man am Ende des Jahres da steht. Verhandelt man allerdings mit Monatsgehältern, kann es dabei zu Missverständnissen kommen. Denn nicht jedes Unternehmen zahlt ein 13. Gehalt.

Auch etwas kleinere Unternehmen und der öffentliche Dienst werden dazu verpflichtet, den Frauenanteil in den Chefetagen zu erhöhen und über ihre Fortschritte zu berichten. Sie haben aber - anders als die Großkonzerne - keine Strafen zu befürchten, wenn sie ihr Ziel verfehlen.

  • dpa
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