Gehirn-Forschung
Warum Männer Blondinen bevorzugen

Das menschliche Gehirn ist zu wahren Wundern fähig, wenn man es richtig einsetzt. Doch nur die wenigsten Menschen tun das, sagen Forscher. Unsere „Schaltkreise“ funktionieren nicht so, wie wir annehmen. Ein Ratgeber.
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DüsseldorfHühnerzucht ist so brutal wie kompliziert: Wenn die Küken auf dem Laufband anrollen, müssen Geschlechtsbestimmer innerhalb eine Zehntelsekunde entscheiden, ob es ein Männchen oder Weibchen ist. Die einen kommen zur Eierproduktion, die meisten Männchen in den Schredder. Das Problem an der Sache ist: Man kann den Unterschied nicht sehen. Vor rund 80 Jahren hat eine japanische Firma eine Methode entwickelt, das Problem zu lösen. Aus aller Welt kamen Fachleute dorthin, um es zu lernen. Die Japaner nahmen die Küken hoch, schauten sich das Hinterteil an und sortierten richtig.

Allein die Gäste verstanden es nicht – und die Japaner konnten es ihnen auch nicht erklären. Die einzige Methode es zu lernen, war monatelange Übung: Die Lehrlinge sortierten, die Lehrer prüften und irgendwann klappte es. Doch warum kann der Mensch unbewusst lernen? Wieso schafft unser Gehirn etwas, ohne dass wir wissen wie? Vereinfacht geantwortet: Weil unser Bewusstsein viel weniger taugt, als wir glauben.

Ein anderes Beispiel: Was tun Sie, wenn Sie auf der Autobahn ein Fahrzeug überholt haben und zurück auf die rechte Spur möchten? Sie lenken nach rechts und ziehen gerade? Wenn Sie sich das so gerade vorgestellt haben, sind Sie normal, denn das tun praktisch alle, aber Sie irren sich! Denn tatsächlich lenken wir erst nach rechts, dann genauso stark nach links und dann ziehen Sie gerade.

Das Beispiel zeigt, wie wenig wir von den Vorgängen in unserem Gehirn wissen: „Über die meisten unserer Handlungen, Gedanken und Empfindungen haben wir keinerlei bewusste Kontrolle“, schreibt David Eagleman in seinem heute veröffentlichten Buch „Inkognito. Die geheimen Eigenleben unserer Gehirns“. Der Neurowissenschafter am Baylor College of Medicine in Houston ist eine der größten Kapazitäten der Wahrnehmungsforschung und berät die Europäische Zentralbank bei der Entwicklung von fälschungssicheren Banknoten.

In seinem leicht verständlichen, abwechslungsreichen Buch erklärt Eagleman dem Laien, warum unser Bewusstsein mit einem „blinden Passagier auf einem Ozeandampfer“ zu vergleichen ist, der behauptet, das Schiff zu steuern, aber nicht einmal weiß, wo der Maschinenraum ist. Aus wissenschaftlicher Sicht sind noch viele Fragen offen, aber immerhin wurden zuletzt immer mehr Rätsel gelöst.

Die Funktionsweise seines Gehirn zu verstehen hat sehr große praktische Auswirkungen für jeden einzelnen und „auf die Art, wie wir uns selbst wahrnehmen“, wie Eagleman schreibt. Viele Chefs glauben, Sie seien exzellente Beobachter. Vorsicht, sagt Eagleman: „Wir sind sogar erstaunlich schlechte Beobachter.“ Optische Täuschungen, falsche Interpretation, begrenzte Wahrnehmung.

Unser Sehen ist genauso fehlerbehaftet wie alle anderen Vorgänge im Gehirn. Beim sogenannten „Priming“ ist es vorgestrichen wie eine Wand. Wenn Sie hier K_k_n die fehlenden Buchstaben einsetzen, würden Sie vermutlich „Küken“ schreiben und nicht „Kokon“. Dieses Priming passiert ständig und dadurch lässt sich unser Gehirn wunderbar manipulieren – am liebsten von der Werbewirtschaft und Politikern.

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  • Warum man Leute von denen man schon jetzt weiß daß sie irgendwann per UNFALL eine Behinderung haben werden erchießen darf.

    http://www.flickr.com/photos/heiratsschwindlerfrank/6942806396/in/photostream

  • Klassischer Fall von „Epimenides der Kreter sagte: Alle Kreter sind Lügner.“ Näheres bei Bertrand Russell.

  • Das ist echt der Brüller, wie die Herren Kommentatoren sich hier auf den Schlips getreten fühlen - dabei ist es genau so wie im Artikel beschrieben.

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