Gesundheit Mobbing schlägt aufs Herz

Menschen, die am Arbeitsplatz Mobbing ihrer Kollegen ausgesetzt sind, leiden nicht nur psychisch. Sondern sie tragen einer Studie zufolge auch ein weitaus größeres Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen.
Mobbingopfer leiden nicht nur seelisch, sondern auch körperlich. Quelle: dpa
Isoliert am Arbeitsplatz

Mobbingopfer leiden nicht nur seelisch, sondern auch körperlich.

(Foto: dpa)

FrankfurtMobbing macht krank: Wissenschaftliche Studien haben längst belegt, dass Menschen, die am Arbeitsplatz Psychoterror ausgesetzt sind, ein höheren Risiko haben, Depressionen, Angst- und Schlafstörungen zu kommen.

Aber Mobbing schädigt auch das Herz. Das haben jetzt Forscher von IMS Health herausgefunden. Sie konnten zeigen, dass auch der Körper bei Mobbing in Mitleidenschaft gezogen wird, denn die Schikane am Arbeitsplatz geht mit einem deutlich erhöhten Risiko für Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems einher.

Die Basis der Untersuchung bildeten anonymisierte Behandlungsverläufe aus allgemeinärztlichen Praxen. Verglichen wurden je eine Gruppe von 7.374 Patienten mit und ohne Mobbingerfahrung im Blick auf kardiovaskuläre Ereignisse, wie es im Medizinerdeutsch heißt.

So werden Sie am Arbeitsplatz glücklicher
Lächeln
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Menschen, die häufig lächeln, haben weniger oft Herzkrankheiten und leben länger, schreibt Ilona Bürgel in ihrem Buch „Die Kunst, die Arbeit zu genießen“. Selbst wenn wir uns zwingen, den Mund zu einem Lächeln zu verziehen, erkennt das Hirn den Unterschied nicht und empfängt die Botschaft, dass wir glücklich sind.

Ausgehen, statt zuhause fernsehen
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Glückliche Menschen verbringen 30 Prozent weniger Zeit vor dem Fernseher und sind lieber mit anderen unterwegs. Kino, Kirche oder Tanzen egal: Das Beisammensein mit anderen Menschen zählt.

Erinnerungen an schöne Momente aufbewahren
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Ob Fotos, Steine oder eben Hasen - die Erinnerungsstücke an schöne Momente tragen zu späteren Glücksgefühlen bei und sorgen für die Erwartung weiteren Glücks.

Sport treiben
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Bewegung baue das Stresshormon Cortisol ab und vertreibe Depressionen, so die Autorin. Wenige Minuten pro Tag reichen bereits. Noch besser ist die Wirkung im Freien, da dann zusätzlich Vitamin D produziert wird, das gesund und glücklich macht.

Yoga machen
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Bürgel zitiert eine Studie mit 160 Yoga-Lehrern. Diese ergab, dass regelmäßiges Yoga die Glücksblutwerte um 27 Prozent steigert.

Sich mit glücklichen Menschen umgeben
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Nicht nur negative Informationen, Gefühle und Haltungen stecken an - Glücklicherweise funktioniert das Prinzip auch umgekehrt. Wer bei der Arbeit positive Gefühle hat, nimmt diese mit nach Hause und überträgt sie so ins Privatleben. Und weiter bewirkt ein glückliches Privatleben auch gute Gefühle im Job - der Kreis schließt sich.

Sich massieren lassen
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Massagen sollen die Abwehrkräfte steigern und Stresshormone im Körper abbauen.

Nach den Berechnungen der Forscher ist das Risiko, eine Angina pectoris (anfallartiger Schmerz im Brustraum), einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, ergaben, dass dieses bei Mobbingerfahrung insgesamt um 69 Prozent erhöht war. Da diese plötzlichen Vorfälle auch tödlich verlaufen können, sich die Analyse aber auf lebende Patienten beschränkt, gehen die Forscher sogar davon aus, dass der negative Effekt von Mobbing tatsächlich noch größer ist.

Unter Mobbing wird die systematische, andauernde psychische Schikane von Einzelnen durch Vorgesetzte, Kollegen oder Mitarbeiter im beruflichen Kontext verstanden. Studien etwa der Bundesanstalt für Arbeitsschutz zeigen, dass zwischen drei und elf Prozent der Erwerbstätigen von Mobbing betroffen sind. Inwieweit die Opfer nicht nur psychische Störungen, sondern auch körperliche Schädigungen erleiden, ist noch relativ wenig erforscht. Untersuchungen gibt es aus Litauen und Finnland.

Die Forscher von IMS Health sind dieser Frage nun für Deutschland nachgegangen. Sie werteten anonymisierte Behandlungsverläufe von knapp 7.400 Betroffenen aus, bei denen die Hausärzte in den Jahren von 2005 bis 2014 Mobbingerfahrung dokumentiert hatten. Im Schnitt waren sie 38 Jahre alt, 67 Prozent waren Frauen.

Die Patienten wurden mit anderen Arbeitnehmern ohne Mobbing-Dokumentation verglichen, wobei die ausgewählte Kontrollgruppe den Mobbingopfern hinsichtlich Alter, Geschlecht, Nachbeobachtungszeit, behandelndem Arzt und Co-Diagnosen (etwa Diabetes und Bluthochdruck) entsprach. Beide Patientengruppen wurden bis zu fünf Jahren begleitet.

In diesem Zeitraum, nachdem der Arzt Schikane am Arbeitsplatz dokumentiert hatte, erlitten 2,9 Prozent der Patienten in der Mobbinggruppe ein sogenanntes „kardiovaskuläres Ereignis“, also ein Herzleiden, aber nur 1,4 Prozent in der Kontrollgruppe. Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, lag bei den Betroffenen um 203 Prozent höher.

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