BKK-Gesundheitsreport: Diese Berufsgruppe ist am häufigsten krank

Gesundheit und Arbeit
IT-Mitarbeiter sind am wenigsten krank, Putzkräfte am häufigsten

Arbeit kann krank machen: Körperliche Belastungen schaden dem Rücken, emotionale der Psyche. Diese Zusammenhänge zwischen Arbeit und Krankheit belegt der neue BKK-Gesundheitsreport.
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FrankfurtWer körperlich arbeitet, leidet eher an Muskel- und Skeletterkrankungen. Kein Wunder also, dass in Fertigungsberufen, in der Reinigungsbranche oder auf dem Bau viele Fehltage wegen solcher Beschwerden anfallen. Menschen, die in ihrem Job eine hohe emotionale Belastung haben, wie etwa in vielen Berufen des Gesundheitswesens, fehlen dagegen häufiger wegen psychischer Störungen.

Das zeigt der heute vorgestellte Gesundheitsreport des Dachverbandes des Betriebskrankenkassen. In den 82 BKKs sind insgesamt rund zehn Millionen Menschen versichert. Für den Report „Gesundheit und Arbeit“ wurden die Daten von 4,4 Millionen versicherten Arbeitnehmern analysiert.

Im Durchschnitt fielen Berufstätige im Jahr 2015 krankheitsbedingt rund 16 Tage aus, das entspricht einem Krankenstand von 4,4 Prozent. Interessanterweise, so fanden die Autoren heraus, hatte die starke Grippewelle zum Jahresanfang 2015 keine Auswirkung auf die gesamten Fehlzeiten gehabt.

Neben dem Alter eines Beschäftigten beeinflusst vor allem die berufliche Tätigkeit das Krankheitsgeschehen: Arbeitszeiten, das Anforderungsniveau und die Stellung im Beruf spielen eine wichtige Rolle. Spitzenreiter bei den Fehltagen ist die Gruppe der Reinigungsberufe mit durchschnittlich 23 Fehltagen pro Jahr, gefolgt von Verkehrs- und Logistikberufen (22 Tage) und Sicherheitsberufen (20,5 Tage). Am unteren Ende der Fehlzeitenskala finden sich Berufe aus dem Bereichen Recht und Verwaltung von Unternehmen sowie auch Medienberufe mit jeweils rund 13 Krankentagen. Beschäftigte im IT-Bereich waren im Schnitt nur 12 Tage krank gemeldet.

Auch bei den Arbeitsunfällen gibt es nach Einschätzung der Autoren einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem ausgeübten Beruf und den damit verbundenen Arbeitsbedingungen. Werden bei im Hoch- und Tiefbau Tätigen im Schnitt 1,5 Tage je Beschäftigtem durch einen Arbeitsunfall verursacht, sind es bei Mitarbeitern im Bereich Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung gerade einmal 0,1 Tage.

Leih- und Zeitarbeiter fehlten im Jahr 2015 rund 1,7 Tage länger als Beschäftigte mit einem regulären Arbeitsvertrag. Allerdings gibt es hier je nach Berufsgruppe große Unterschiede, wie die Studie zeigt: Zeitarbeiter, die in Fertigungs- oder in Verkehrs- und Logistikberufen tätig sind, haben deutlich weniger Fehltage als dortige Festangestellte. Umgekehrt ist dieses Bild bei den Gesundheitsberufen, den Reinigungsberufen und den Bauberufen.

Nach Ansicht von Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes, wird es für Arbeitgeber immer wichtiger, angesichts älter werdender Arbeitnehmer in die Gesundheit der Mitarbeiter zu investieren: Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga), an der auch der BKK Dachverband beteiligt ist, konnte zeigen, dass mit jedem investierten Euro in Gesundheitsförderung mindestens 2,70 Euro durch die Verringerung von Fehlzeiten eingespart werden.

Kommentare zu " Gesundheit und Arbeit: IT-Mitarbeiter sind am wenigsten krank, Putzkräfte am häufigsten"

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  • Öffentliche Verwaltung (-u.Soziales) -wie sollte es auch anders sein- sind mit roundabout 20 Krankheitstagen zusätzlich ganz vorne mit dabei. Siehe Beitrag weiter oben im HB.

    Lehrer gehen teils mit 53 und haben die von Ärzten deklarierten "Burnout" u.a.

    Wer dann noch die Weiterbildungsindex unserer Lehrer kennt und am besten persönlich, weiß wo die Reise hingehen wird.

    Damit ist das größte Defizit in Deutschland laut OECD Studien schon genannt, wo die Beamen über einen Mittelplatz aller Länder nicht hinauskommen.

  • Wesentlich interessanter wäre ein Vergleich der Fehlzeiten zwischen Beamten und Nicht-Beamten, ergänzt mit den Zahlen der Frührentner und Frühpensionisten.

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