Gesundheitsreport
Ostdeutsche Arbeitnehmer sind deutlich öfter krank

Im vergangenen Jahr waren die Deutschen im Durchschnitt öfter krankgeschrieben. Erstaunlich ist vor allem der Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland. Eine plausible Erklärung dafür gibt es nicht.
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BerlinArbeitnehmer in Baden-Württemberg haben sich voriges Jahr deutschlandweit im Schnitt am seltensten krankschreiben lassen. Nur wenig mehr Krankheitstage fielen in Bayern an - das geht aus dem neuen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, der am Dienstag im Internet veröffentlicht wurde.

So waren Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I in Baden-Württemberg vergangenes Jahr im Schnitt 11,6 Tage krankgeschrieben. In Bayern waren es 12,2 Tage. Der TK-Auswertung zufolge folgte Sachsen mit 13,8 Tagen an dritter Stelle.

Bei den anderen Ländern in Ostdeutschland sowie Berlin ist allerdings auffällig, dass hier die Fehlzeiten durchweg länger waren als in den westdeutschen Ländern. Sie lagen zwischen 15,8 Tagen in Thüringen und 17,5 Tagen beim bundesweiten Spitzenreiter Mecklenburg-Vorpommern.

Bis heute gebe es keine befriedigende Erklärung für die im großen und ganzen ziemlich konstanten Unterschiede zwischen den Bundesländern, erläuterte die bei der TK für die Gesundheitsreporte verantwortliche Expertin Gudrun Ahlers.

Deutlich geändert habe sich die Lage bei den Krankschreibungen vor allem in Berlin. Die Hauptstadt hatte laut Report 2000 noch die höchsten Fehlzeiten. Mittlerweile liege Berlin hinter Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Insgesamt waren die Arbeitnehmer in Deutschland im vergangenen Jahr etwas häufiger krankgemeldet als im Vorjahr - der für 2012 ermittelte Krankenstand von 3,88 Prozent entspreche einer durchschnittlich gemeldeten Fehlzeit von 14,2 Tagen pro Kopf.

Mit dem gestiegenen Krankenstand setze sich der Trend der Vorjahre fort, so der Report. Der Anstieg um 0,2 Tage binnen eines Jahres kam zustande, weil die Menschen pro Krankschreibung länger nicht arbeiten konnten. Viel häufiger krankgeschrieben waren sie nicht.

Weil es Anfang dieses Jahres eine ausgeprägte Grippe- und Erkältungswelle gab, dürfte sich nach Einschätzung der Kasse der Trend mit längeren Krankheitszeiten weiter fortsetzen. Daten der Gesundheitsberichte der großen Krankenkassen gelten als weitgehend repräsentativ.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Nachtrag: Ganz nach unten scrollen. 2012 arbeitete z.B.: ein Thüringer 133 Stunden mehr im Jahr, als ein Baden-Wuerttemberger, und sogar 146 Stunden mehr als ein Rheinland Pfälzer.

  • Kann es sein, dass der Krankenstand mit der Arbeitsbelastung korreliert? http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Pressemitt/2013029.asp

  • Mhh wenn man es mit der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden vergleicht, wird vielleicht ein Schuh draus: http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Pressemitt/2013029.asp

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