Gisma Business School
Private Hochschule Gisma findet Investor

Ein holländischer Hochschulbetreiber rettet die private Hochschule. Nach der Insolvenz im Mai will ein niederländischer Betreiber die Business School künftig fortführen.
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Gisma/DüsseldorfDie private Wirtschaftshochschule Gisma in Hannover wird fortgeführt. Die Business School, die im Mai dieses Jahres in die Insolvenz gegangen war, wird laut dem Insolvenzverwalter vom niederländischen Betreiber Global University Systems übernommen. Diesem gehört auch die wenig bekannte und wenig renommierte London School of Business and Finance in der Hauptstadt Großbritanniens.

Der 1999 gegründeten Gisma Business-School war das Geld ausgegangen, nachdem die Studentenzahlen im wichtigsten Studiengang, dem praxisnahen Managementstudiengang Master of Business Administration (MBA) immer weiter gesunken waren. Die Hochschule hatte sich auf MBA- und Masterstudiengänge spezialisiert, war aber von Zahlungen der Landesregierung Niedersachsen und von Förderern aus der Wirtschaft abhängig. Schon in der Vergangenheit stand sie immer wieder kurz vor dem Aus, zuletzt 2011.

Das gesamte Studienprogramm samt Professoren wurde von der amerikanischen Partneruniversität Purdue gestellt. Für diese Zusammenarbeit hatte die Gisma zuletzt jährlich umgerechnet etwas mehr als 1,4 Millionen Euro gezahlt – offenbar zu viel für die kleine Hochschule, deren Studiengänge zwischen 24.000 und  55.000 Euro kosteten. Der Vertrag mit Purdue wurde bis Mitte 2014 abgeschlossen, ist durch die Insolvenz aber hinfällig. Die Purdue-Universität wird ihre Forderungen vermutlich im Insolvenzverfahren geltend machen. Damit hat der neue Betreiber Global University Systems aber laut Insolvenzverwalter nichts mehr zu tun.

Gisma-Chef Sonning Bredemeier hatte zuletzt gesagt, die Hochschule könnte sich stärker auf deutsche Studenten und den Mittelstand in der Region konzentrieren, sollte sie fortgeführt werden. Er hatte geplant, sie näher an die Universität Hannover heranzuführen, mehr Kurse auf Deutsch anzubieten und den Praxisbezug zu stärken. Bisher hat die Managementhochschule in ihrem englischsprachigen Vollzeit-MBA vor allem internationale Studenten angezogen. Die aber taten sich mit geringen Deutschkenntnissen schwer, einen Job zu finden. Ob das Konzept mit dem neuen Betreiber Global University Systems umgesetzt wird? Er hat zumindest alle Mitarbeiter übernommen.

Global University Systems betreibt die London School of Business and Finance seit 2003. Auch wenn die Namen zum Verwechseln ähnlich klingen – mit der renommierten London Business School, einer der besten Managementuniversitäten der Welt, hat diese Hochschule nichts zu tun. Sie taucht nicht in der Liste britischer Hochschulen auf, die akademische Abschlüsse vergeben dürfen. Sie hat  daher Partnerschaften mit etlichen Hochschulen, die Bachelor-, Master -und MBA-Grade vergeben dürfen. Und sie stand wiederholt in der Kritik: 2012 etwa hatte die britische Organisation für Qualitätssicherung im Hochschulwesen, QAA, eine frühere Partnerschaft der Hochschule mit der University of Wales bemängelt. Sie soll unter anderem viel mehr Studenten aufgenommen haben, als Campus und Mitarbeiterzahl zuließen.

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