Glassdoor
Der Firmen-Durchleuchter kommt nach Deutschland

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Der Markt für Job-Suche ist sehr groß

Das Konzept eines transparenten Arbeitsmarktes für Arbeitnehmer und Unternehmen findet Anklang im Silicon Valley. Erst Anfang Januar 2015 spendierten Investoren 70 Millionen Dollar frisches Kapital, um die Expansion zu finanzieren. Insgesamt stecken jetzt 160 Millionen Dollar Risikokapital in Glassdoor. „Es bestehen enorme Chancen in dem weltweit 90-Milliarden-Dollar großen Markt für Job- und Mitarbeitersuche“, erklärte Laela Sturdy von Google Capital anlässlich der Geldspritze.

Google Capital investiert in Wachstumswerte in der späten Start-Up-Phase, was einen Börsengang in absehbarer Zeit nahe legt. Doch im Telefoninterview weicht Hohman aus. „Glassdoor ist als börsennotiertes Unternehmen ausgelegt und wir mögen die Idee“, räumt er ein. Aber das sei auch alles: „Die Zeit muss reif sein. Derzeit gibt es keine Gespräche.“

Vorbild ist das soziale Netzwerk LinkedIn für Berufskontakte. 2011 für 45 Dollar an die Börse gekommen, steht LinkedIn heute bei 219 Dollar und hat einen Börsenwert von 27 Milliarden Dollar. Angst vor LinkedIn hat Homan nicht: „Bei LinkedIn geht es um persönliche Beziehungen, bei uns geht es um Unternehmen.“ Auch Versuche wie Facebooks 2012 gestartetes „Job Board“ lassen ihn kalt.

Die deutsche Produktmanagerin Sonja Perry arbeitet derzeit noch von London aus, aber ein Standort in Deutschland sei „in der Überlegung“, so Hohman. „Deutschland ist die wichtigste Wirtschaft in Europa.“ Noch sind für deutsche Unternehmen die - kostenpflichtigen - Dienste und Analysewerkzeuge für die Auswahl von Bewerbern nicht verfügbar, aber das sei nur eine Frage der Zeit, so der Mitgründer. Personalchefs können aber schon ein kostenloses Firmenkonto eröffnen, um Teile ihres Profils zu bearbeiten und zu vervollständigen. Dazu gibt es Basiswerkzeuge, um etwa zu sehen, welche Positionen oder Qualifikationen anonymisierte Personen haben, die ein Firmenprofil angeschaut haben.

Glassdoor ist als Webseite unter www.glassdoor.de und als App für Apple oder Android-Smartphones verfügbar. Laut Hohman kommen mittlerweile bereit 50 Prozent der Zugriffe über das mobile Internet.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Glassdoor: Der Firmen-Durchleuchter kommt nach Deutschland"

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  • genau das war auch mein Gedanke - allerdings würde mich in diesem Zusammenhang interessieren, wie kununu auf die Authentizitätsfrage antwortet...

  • kununu.com


    Könnte eine deutsche Wirtschaftszeitung bei diesem Artikel auch einmal ein deutsches Unternehmen, zumindest am Rande erwähnen, welches schon seit Jahren genau die gleiche Dienstleistung anbietet?


    Vielen Dank.

  • Höchste Zeit.
    Aus der Drehtür mit Einbahnstraße wird dann in Zeiten des Fachkräftemangels ein Stück weit mehr Augenhöhe. Ausnutzung der Arbeitskraft, Missbrauch von Marktmacht und Informationsvorsprung werden schwinden. Unternehmen, die auf ein Gleichgewicht ihrer Beschäftigten ebenso wenig Wert legen wie auf wechselseitige Fairness werden sich umstellen müssen oder am Arbeitsmarkt keine Chance mehr haben.

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