„Go hard or go home“
Wie Spitzensportler siegen

Bei Olympia hat der Deutschland-Achter Gold geholt. Ein Triumph des maximalen Teamgeists. Wie Sie auch im Job zum Sieger werden, weiß Americas-Cup-Gewinner Dominik Neidhart.
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Handelsblatt Online: Herr Neidhart, man hört so oft die Phrase: „Ein Team ist immer so stark, wie sein schwächstes Mitglied“. Sind es wirklich immer die Schwachen, die bestimmen, wie leistungsfähig ein Team ist?

Dominik Neidhart: Teams sind kollektive Akteure, also Handelnde, in denen verschiedene Mitglieder zusammenwirken wollen und sollen. Dabei sind nie alle Mitglieder bezüglich Erfahrung, Wissen und Können gleich. Aber zum Wesen von gut zusammengestellten Teams gehört es eben, dass die verschiedenen und manchmal nicht ganz gleichen Fähigkeiten zusammengebunden und dabei Ungleichheiten ausgeglichen werden. Nur ein schlechtes Team ist so schwach, wie sein schwächstes Mitglied. Tatsächlich sind es immer die Stärksten, die ein Team mitziehen und zum Erfolg führen. Und solche braucht ein Team auch zwingend.

Was würden Sie als die wichtigste Voraussetzung für ein gut funktionierendes Team bezeichnen?

Es gibt keine ,wichtigste Voraussetzung' für ein gutes Team. Einfach weil mehrere Akteure zusammenwirken müssen, was entsprechend mehr Voraussetzungen und Anforderungen schafft. Zu den Voraussetzungen in der obersten Rangordnung zählt erstens, dass sich alle Mitglieder voll und ganz mit dem Ziel identifizieren, zweitens, dass sie die notwendigen Fähigkeiten mitbringen und drittens, dass die Kommunikation und Koordination reibungslos funktioniert. Schließlich ist ein transparentes Vertrauensklima unabdingbar.

Wo sollte ein Chef ansetzen, um die Schwächen seiner Teammitglieder zu beheben?

Erstens bei sich selbst. Zweitens muss eine es eine Feedback-Kommunikation geben. Das heißt, das Team muss sich ohne Hierarchien offen und ehrlich über Mängel aussprechen, ohne dass jemand degradiert und demotiviert wird. Dann muss der Teamchef Wege und Mittel vorschlagen und durchsetzen, um die erkannten Mängel zu beheben. Wenn das nicht geht, wird die Ersatzbank fällig.

Und was macht man, wenn man jemanden im Team überhaupt nicht abhaben kann? Wie gelingt die Zusammenarbeit trotzdem?

Da muss ich klar über meine Erfahrungen beim America's Cup reden. Persönliche Animositäten gibt es in jedem Team, in Hochleistungsteams sogar noch stärker. Aber es ist zu erwarten, dass alle Mitglieder eines Hochleistungsteams, das gut geführt ist, zwischen Persönlichem und Beruflichem klar unterscheiden können.

Kommentare zu " „Go hard or go home“: Wie Spitzensportler siegen "

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  • Das muss man den Politheinis sagen...die fett und voll gefressen die diaeten verprassen... und hochdotieten Nebenbeschaeftigungen nachgehen, anstatt entbehrungsvoll und einstztstark fuer Deutschland zu kaempfen, neben einer anstrengenden Ausildungstortour...

    Alle Achtug, chapeau!

  • Herzlichen Glückwunsch zum Olympiasieg. Ich als ehemaliger Leistungssportler im Skilanglauf der DDR kann mich gut daran erinnern auf was man alles verzichten muß um oben anzukommen. Ich bin schon im zweiten Sichtungstunier rausgeflogen, aber mit Anerkennung und Aufklärung dass ich ganz oben nicht ankommen kann. Diejenigen die mir das mitgeteilt haben waren alles sehr vertraute Vertraute Betreuer und super Ausgebildete Trainer von der DHFK Leipzig. Wenn ich mir heute anschaue welche R.... auf die Spitzenathleten draufhauen nur um Ihren Posten zu sichern, kommt mir das große kotz....!
    Ich kann nur sagen, in der DDR war der Leistungssport organisiert bis in das kleinste Dorf. Schulmeisterschaften und Spartakiaden über die Kreis - bis DDR Meisterschaften haben wir unsere Spitzensportler weltweit herausgebracht. Einen Stolz darauf trage ich noch heute. Das hat Spass gemacht auch ohne meine Olympiateilnahme. Bitte zum nachdenken.

  • Wieder einer dieser "Besserwisser" die Glauben mit Ihrem einseitigen Ratschlägen die Berufswelt besser und erfolgreicher machen zu können, nur weil sie vielleicht mal Erfolg mit hartem Vorgehn hatten. Nur, die Welt ist eben nicht immer ein Segelschiff oder ein Ruderboot mit nur ein paar Individuen.....ich sehe diese Artikel lediglich als Werbung für seine Bücher / Seminare an....nichts weiter (iich habe genügend solche Schwachssinnsseminre besuchen müssen und hab genug Erfahung damit sammeln dürfen)

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