Ingenieure in der Energiebranche: Sonnige Aussichten

Ingenieure in der Energiebranche
Sonnige Aussichten

Viele Mitarbeiter in der Energiebranche stehen vor einer Neuorientierung , denn die großen Erzeuger haben Entlassungen angekündigt. Gute Perspektiven bieten die erneuerbaren Energien – dank Umschulung oder Weiterbildung.
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KölnDie deutsche Energiebranche befindet sich im Umbruch. Von den derzeit 170.000 Angestellten könnten in diesem Jahr bis zu 30.000 Personen ihren Job verlieren, warnte jüngst die Gewerkschaft Ver.di. Seitdem die konventionellen Kraftwerke nicht mehr die Erträge abwerfen, die sie vor der Energiewende einspielten, müssen die Unternehmen Kosten sparen. Und sollte die neue Große Koalition an der Strompreispolitik etwas ändern und somit den Erzeugern ein wenig unter die Arme greifen, dann „dürfte es im besten Fall immer noch 10.000 Angestellte treffen“, so Reinhard Klopfleisch, Referatsleiter Energiepolitik bei Ver.di.

Die zwei großen Erzeuger RWE und Eon haben bereits Entlassungen angekündigt. Wer an Bord bleibt, für den werden neue Zeiten anbrechen. „Die Anforderungsprofile für die Mitarbeiter werden sich ändern“, prophezeit Klopfleisch. Konventionelle Kraftwerke müssen künftig flexibler und kosteneffizienter betrieben werden. Klopfleisch: „Die geforderten Qualifikationen an die durchschnittlichen Angestellten dürften steigen.“

Um diese Entwicklung vorweg zunehmen, planen besonders die großen Energieerzeuger schon jetzt, ihre Mitarbeiter umzuschulen. So sind bei RWE seit kurzem sogenannte Effizienzprogramme angelaufen. Auf Anfrage teilte der Konzern mit, dass für Mitarbeiter die Option bestünde, sich für andere Geschäftsbereiche zu qualifizieren. Wer das in Anspruch nehmen wolle, müsse allerdings vorher ein auf ihn abgestimmtes Qualifizierungs- und Einarbeitungsprogramm durchlaufen. „Wer zum Beispiel in dem Bereich erneuerbare Energien arbeiten möchte“, erklärt RWE-Sprecher Manfred Lang, „für den wird das Programm auf die Bedürfnisse und Anforderungen der erneuerbaren Energien abgestimmt.“ Parallel dazu bestünde die Möglichkeit, sich bei den Kollegen von RWE Innogy einzuarbeiten. Die Tochtergesellschaft des Konzerns bündelt die Aktivitäten rund um die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.

Eon hat bereits 2012 begonnen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dazu hat das Unternehmen die Eon Perspekt ins Leben gerufen. Die Transfergesellschaft soll nach Angaben von Pressesprecher Georg Oppermann den Mitarbeitern „wieder ein dauerhaftes neues Arbeitsverhältnis inner- oder außerhalb des Konzerns vermitteln.“ Unterstützt wird der Konzern dabei von der GS Consult GmbH, einer Personalberatung, die Unternehmen und Mitarbeiter in Umstrukturierungsprozessen berät. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die betroffenen Mitarbeiter Bewerbungstraining, Vorbereitung für Vorstellungsgespräche oder Telefoninterviews erhalten. Eon-Sprecher Oppermann sagt: „Jede Qualifizierung soll sinnvoll und zielgerichtet auf einen möglichen neuen Arbeitsplatz ausgerichtet sein“.

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