Karriere-Turbo: Mythos MBA - was ist dran?

Karriere-Turbo
Mythos MBA - was ist dran?

Der MBA ist noch immer die Eintrittskarte in die Top-Etagen der Wirtschaft. Doch der Markt ist unübersichtlich. Weltweit gibt es mehr als 10.000 Programme. Worauf es bei der Wahl der richtigen Business School ankommt.
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DüsseldorfAllein ein Blick in die Vorstandsetagen von Industriekonzernen, Banken und Beratungen weltweit erklärt den Mythos MBA: Denn viele der Vorstände auf der Top-Ebene schmücken ihren Lebenslauf mit den drei Buchstaben. Der Master of Business Administration (MBA), er ist noch immer der Inbegriff für eine internationale Karriere im Management. Schlagzeilen wie die der Online-Ausgabe der amerikanischen Business Week befeuern das: „Die höchstbezahlten Vorstandschefs mit MBA-Abschluss“ titelte die Website vor einigen Monaten.

Doch seitdem diejenigen, die heute in den Top-Etagen angekommen sind, ihren MBA-Abschluss gemacht haben, hat sich viel verändert. Die Welt der Wirtschaftshochschulen, die den MBA anbieten – Business-Schools genannt – hat sich in den vergangenen zehn Jahren massiv verändert. Was also ist dran am Mythos MBA? Und für wen lohnt er sich wirklich?

Als das praxisnahe Managementstudium vor mehr als 100 Jahren zum ersten Mal von den amerikanischen Business-Schools wie der Harvard-Universität oder Tuck am Dartmouth College aufgelegt wurde, hätte den Siegeszug wohl kaum jemand vorhergesagt. Ursprünglich war das Masterstudium für all jene gedacht, die sich generelles Managementwissen aneignen wollen, und schon einen ersten Hochschulabschluss und auch ein wenig Berufserfahrung haben.

Eine international gültige Definition gibt es allerdings nicht, mittlerweile existieren viele Programme, die mit einem MBA abschließen, aber so spezialisiert sind, dass sie mit dem generalistischen Ansatz nicht mehr viel gemein haben. Eigentlich soll der MBA all jenen das Rüstzeug fürs Management mit auf den Weg geben, die nicht Wirtschaft studiert haben – Ingenieure, Mediziner, Juristen oder Sozialwissenschaftler zum Beispiel. Der Deutsche Henrik Schöpfer, der seinen MBA an der Ceibs in Schanghai gemacht hat, hatte sogar einen erfahrenen Kapitän, der viele Jahre zur See gefahren ist, in seinem Kurs.

Genau das ist die Idee des MBA: Die Studenten lernen von den Erfahrungen und Herangehensweisen der Mitstudenten, daher ist es so wichtig, dass verschiedene Nationalitäten, Kulturen und Studienabschlüsse im Programm aufeinandertreffen. Dennoch haben selbst an den besten Business-Schools der Welt etwa ein Fünftel der Studenten ihren ersten Hochschulabschluss in Betriebswirtschaftslehre gemacht.

Der MBA ist noch immer die Eintrittskarte in die Top-Etagen der Wirtschaft – und das weltweit. Nur gibt es heute geschätzt mehr als 10 000 Programme, von der ersten Liga, zu denen Business Schools wie Harvard, Wharton, London Business School, Insead oder Ceibs gehören bis hin zu Lokalpatrioten, deren Studiengänge nicht bei weitem das Niveau haben und die Versprechungen auch nicht halten können. Allein die drei Buchstaben im Lebenslauf sagen also gar nichts, entscheidend ist, welche Hochschule sie verliehen hat.

Kommentare zu " Karriere-Turbo: Mythos MBA - was ist dran?"

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  • Was lernt man denn in den paar Monaten beim MBA was man sich nicht auch selbst aneignen kann ? Viel kann es nicht sein. Der einzige Vorteil dürfte vielleicht die Eintrittskarte in den beruf sein (falls der Personaler so dumm ist und darauf reinfällt)
    Der MBA wird masslos überschätzt.

  • All things are free in america,... all things can be in america ! Wenn Sie wuessten !

  • Das wird ja bis heute falsch übersetzt:
    MBA.
    Masters of business artists (made by Universes Artists)

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