Körpersprache-Expertin
„Keine Frau will sehen, wie ein Mann sein Gemächt zur Schau stellt“

Der Daumen in der Faust, die Hüfte schwingt und der Kollege von nebenan steht in der Konferenz da wie ein Fußballer beim Freistoß. Unser Körper schweigt nie und wer nicht aufpasst, kann sogar seine Karriere riskieren.

Violeta Mikic ist Expertin für Körpersprache und Business-Coach von Vorstandskräften bei Coca-Cola, Telekom, Lufthansa & Co. Sie kann einiges aus ihrer langjährigen Erfahrung berichten. Beispielsweise von Frauen, die sich als Führungskräfte den Hüftschwung abtrainieren wollen oder Männern, die wie dressierte Hunde agieren und ihre eigene Persönlichkeit unterdrücken. Im Interview sprechen wir mit ihr darüber, wie Frauen bewusst ihre Körpersprache einsetzen können - und mit welchen Gesten man im schlimmsten Fall seine Karriere behindern kann.

Liebe Frau Mikic, ich kann es kaum glauben, aber gibt es wirklich Frauen, die sich ihren Hüftschwung abtrainieren wollen?
Nein, nicht wirklich. Sie wollen ihn sich nicht abtrainieren. Aber generell versteifen wir alle uns in Stresssituationen. Und bei Frauen ist das sichtbarer als bei Männern, weil der Hüftumfang bei Frauen ausgeprägter ist. Und deshalb wirken sie dann schnell unfraulich. Das passiert jedem von uns, mir auch. Es ist eine natürliche Reaktion in unangenehmen Situationen.

Ein Beispiel aus meinem Berufsalltag. Die bevorzugte Haltung einiger männlicher Kollegen ist oft die sogenannte Feigenblattstellung: Sie stehen einfach da, wie Fußballer beim Freistoß. Müssen wir Frauen bewusst männliche Körpersprache übernehmen, wenn wir Erfolg haben wollen?
Dieser Gestus gehört zum Sport. Keine Frau will sehen, wie ein Mann sein Gemächt zur Schau stellt oder vergrößert. Stellen Sie sich bitte einmal das frauliche Pendant dazu vor: Eine Frau steht auf der Bühne, die Arme überkreuzt und hält oder präsentiert mit den Händen ihre Brüste. Was würde man dazu sagen?

Ich versuche gerade mir das Bild vorzustellen...
Generell gilt: Wir sollten, unabhängig vom Geschlecht, in öffentlichen Situationen eine möglichst neutrale Körperhaltung einnehmen.

Aber nehmen wir mal eine typische Frauenhaltung: Das linke Bein ist Standbein, die Hände sind vor dem Körper brav zusammengelegt. Kann ich meinen Chef so von meinen Führungsqualitäten überzeugen?
Es kommt auf den Rest der Ausstrahlung an. Wenn die Stimme zu diesem Gestus piepsig ist, wird es schwierig. Wenn es eine zierliche Frau ist, wirkt sie zu zart. Bei einer großen, mächtigen Frau mit Tendenz zur „Überpräsenz“ kann dieser Gestus dagegen positiv wirken.

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Gesten für die Karriereleiter

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Die beste Geste für eine Gehaltserhöhung

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