Konfliktmanagement
Führungskräfte vertragen keine Kritik

Niemand ist perfekt – zumindest Angestellte nicht. Vorgesetzte machen dagegen immer alles richtig. So zumindest ist der Tenor in vielen Unternehmen. Die Fehler der Manager sind tabu.
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Meist liegt es an der Kommunikation, wenn etwas schief geht. So tun sich viele Vorgesetzte beispielsweise schwer, ihren Mitarbeitern ein ordentliches Feedback zu geben. Wer seinem Angestellten nur ein „Ihre Leistung ist ungenügend!“ hinschmettert und damit den Raum verlässt, erreicht nichts - außer, dass der Mitarbeiter völlig verunsichert und zu Recht verärgert ist.

Schade um die verpasste Gelegenheit, finden Sabine Hübner und Carsten K. Rath, das Gründerduo der Management- und Unternehmensberatung RichtigRichtig.com, die häufig mit dem Thema schlechte Feedback-Kultur zu tun haben.

Das Problem ist nur, dass Chefs das nicht einsehen - und zwar unabhängig davon, was sie verbocken. Denn in zwei von drei Unternehmen wird über die Fehler von Vorgesetzten häufig geschwiegen. In jeder vierten Firma sind die Missgriffe der Chefs sogar ein absolutes Tabuthema. Das sind Ergebnisse der Studie „Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg“ der Personalberatung Rochus Mummert. Dazu wurden HR-Führungskräfte sowie 1000 Arbeitnehmer befragt.

„Da sich die meisten Konflikte in Unternehmen an Fehlern entzünden, muss es erlaubt sein, auch die der Chefs zu thematisieren“, sagt Hans Schlipat, Studienleiter und Managing Partner der Rochus-Mummert-Gruppe. „Am besten von den Top-Führungskräften selbst. Denn das Schaffen einer offenen und konstruktiven Konfliktkultur funktioniert nur, wenn es von ganz oben vorgelebt wird.“ Denn die Vorstandsvorsitzenden oder Vorsitzenden der Geschäftsführung haben den mit deutlichem Abstand größten Einfluss auf die Leitkultur ihres Unternehmens.

„Die Vorbildfunktion der obersten Führungsebene ist essentiell, um einen kulturellen Wandel in einem Unternehmen zu bewirken“, so Schlipat. Unternehmen, den dieser Wandel gelingt, profitieren zudem auch wirtschaftlich. So zeichnen sich ertragsstarke Unternehmen dadurch aus, dass Konflikte nicht tabuisiert und gemeinsame Überzeugungen durchgängig in allen Hierarchien gelebt werden.

„Die auf diese Art ausgedrückte Wertschätzung durch Vorgesetzte ist über alle Hierarchien hinweg der größte Motivator – und dazu noch völlig kostenlos“, weiß Schlipat.

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