Kreative Bewerbung
Schummeln im Lebenslauf - was ist erlaubt?

Bewerber wollen ein gutes Bild von sich vermitteln - und gehen sehr kreativ vor. So wird die Arbeitslosigkeit einfach zur Zeit der Selbstständigkeit. Mancher aber wird kriminell, um seine Unterlagen aufzubessern.
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KölnBei einer Bewerbung darf man ruhig kreativ sein, heißt es oft. Manche setzen auf knallige Farben, um das Auge des Betrachters sofort auf die eigenen Unterlagen zu lenken. Andere basteln etwas oder wollen mit einem selbst gedrehten Video überzeugen. Und dann gibt es auch noch die Frage, wie man sich gekonnt in ein gutes Licht rückt – selbst wenn der Lebenslauf vielleicht nicht ganz so perfekt ist, wie Personaler ihn gerne hätten.

Denn das Problem ist: Viele Arbeitgeber werden skeptisch, wenn Bewerber lange arbeitslos waren oder sich nur kurz in einem Unternehmen halten konnten. Und deshalb raten Experten auch dazu, in solchen Fällen die Wahrheit etwas aufzuhübschen: „Wenn es sich um mehrere Monate Arbeitslosigkeit handelt, sollte man sich schon eine Geschichte ausdenken, die die Lücke plausibel füllt“, sagt der Karrierecoach Christian Püttjer. Das könne eine ehrenamtliche Tätigkeit bei einem Verein oder eine freie Mitarbeit sein.

Zuviel erfinden sollten Bewerber dabei allerdings nicht. Denn sie müssten auch Kunden nennen und auch darstellen können, um was für eine Tätigkeit es genau ging. Der Rat von Christian Püttjer ist deshalb: „Man sollte nicht die Wirklichkeit verdrehen. Aber man darf sie ruhig ausschmücken.“

Eine Lücke im Lebenslauf erscheint zum Beispiel weniger dramatisch, wenn diese Zeit für Fort- und Weiterbildungen genutzt wurde. Vielleicht gab es ja auch den Versuch, eine Selbstständigkeit aufzubauen – die dann aber doch nicht weiter verfolgt wurde: „Die Bewerber müssen lernen, nicht die negativen Erlebnisse zu betonen, sondern auf die positiven zu sprechen kommen“, sagt Christian Püttjer, „wer etwas verkaufen möchte, stellt schließlich auch die Vorzüge heraus und verunsichert den Interessenten nicht durch die Auflistung negativer Punkte.“

Eine gute Methode sei auch die Kunst des Weglassens: „Wenn man zum Beispiel in der Probezeit gekündigt wurde, kann man schon überlegen, ob man diese Stelle überhaupt erwähnt“, sagt der Karriereberater. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Denn manche Chefs sind so gut vernetzt, dass es nicht lange ein Geheimnis bleibt, wer in welchem Unternehmen gearbeitet hat: „Diese Strategie funktioniert eigentlich nur, wenn man in eine ganz andere Branche wechselt.“

Etwas schummeln ist in Bewerbungen also erlaubt. Doch es gibt welche, die den Bogen weit überspannen. Sie nehmen zum Beispiel Zeugnisse von Freunden oder Bekannten, fügen ihre eigenen Daten ein und legen sie ihren Unterlagen bei. Oder sie mogeln beim letzten Arbeitszeugnis einfach ein paar Absätze dazu, fälschen die Unterschrift und schon haben sie eine Referenz in der Tasche, die sich sehen lassen kann.

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„Geschummelt und gelogen an allen Ecken und Kanten“

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  • ... "Bewerber wollen ein gutes Bild von sich vermitteln" ... vielleicht bald über anonymisierte Bewerbungsverfahren: http://www.servicereport.eu/2012/vorurteile-trotz-fachkraeftemangel-anonymisierte-bewerbung-propagiert

  • Ehrlich währt am längsten - ich möchte nicht "beschummelt" werden! Denke so geht es auch der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung. Da, wo zu dick aufgetragen wird - werden Geschäftsbeziehungen abgebrochen!

    Lügen, sich nicht entschuldigen können, nicht Bitte und Danke sagen,...
    ist scheinbar ein aktuelles Zeitproblem - ich ächte soetwas - Wer macht mit?

  • Bei dem Bewerbungszirkus, den Deutsche Arbeitgeber veranstalten, haben es diese nicht besser verdient. Wie sieht es den z.B. mit Stellenanzeigen aus? Da wird doch auch nur alles beschönigt beschrieben. Und ein widerwärtiger Fangfrager im Vorstellungsgespräch hat nun mal verdient, beschummelt zu werden. Die Schummelei bei der Bewerbung stellt nur Waffengleichheit her bei Unternehmen, die eine Stelle selbst für einen normalen Sachbearbeiter mit Olympia-reifen Anforderungen beschreiben

    Also, kein Mitleid mit den Unternehmen!

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