„Mad Business“
Wie es in deutschen Chefetagen zugeht

Die Autoren des Buches „Mad Business“ versprechen einen Blick in die Chefetagen Deutschlands. Herausgekommen ist das Bild des Managers als zynischer, berechnender Taktierer, der zuletzt das Wohl der Firma im Kopf hat.
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DüsseldorfDer Titel des Buches klingt verlockend: Mad Business – Was in den Führungsetagen der Konzerne wirklich abgeht. Das ist es doch, was sich viele Menschen fragen: Was macht mein Vorgesetzter eigentlich den ganzen Tag und vor allem: was läuft krumm? Die Autoren versuchen diese Frage zu beantworten und bilden den Verlauf einer typischen Arbeitswoche eines Managers anhand der fiktiven Figur Paul Hecht ab. Hecht stehe für „rund drei Dutzend Kollegen aus zehn Branchen, die Originalzitate für dieses Buch beisteuerten“, heißt es in der Beschreibung. Bei der Wahl ihrer Gesprächspartner haben die Autoren Joerg Bartussek und Oliver Weyergraf sogar auf einen Proporz geachtet: 25 Prozent der Befragten sind CEOs oder Geschäftsführer, ein Drittel weiblich, alle im deutschsprachigen Raum unterwegs.

Dass so viele Befragte weiblich sein sollen, kann man den Autoren nur schwer abnehmen. Überhaupt muss die Mehrheit dieser Manager, beziehungsweise der Vorgesetzten der befragten Zitategeber einen ziemlich miesen Charakter haben. Denn Paul Hecht wird als höchst unsympathischer Mensch dargestellt, zynisch und frauenfeindlich – bei der Ehefrau seines Chefs fragt er sich, warum sich ein Mann in seiner Position keine Jüngere genommen hat, die Personalreferentin bezeichnet er als „Häschen“, eine andere Kollegin nennt er statt Frau M. nur Fräulein M. oder Fräulein Rehauge.

Der Skandal, den man angesichts des Titels erwartet, besteht im Wesentlichen aus dem, was viele Arbeitnehmer wahrscheinlich ohnehin bereits vermutet haben: In die Chefetage schaffen es vor allem jene, die gut taktieren können. „Ich schätze, dass ich in den letzten Jahren mindestens 40 bis 50 Prozent meiner Zeit mit 'Innenpolitik' verbracht habe“ , schreibt der Autor. „Man will gar nicht anfangen, sich vorzustellen, was man mit so viel Zeit anderweitig schaffen könnte.“

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Eigenes Büro oder Großraum?

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