Manager im Sog der Sucht: „Eigentlich sind das die richtig armen Schweine“

Manager im Sog der Sucht
„Eigentlich sind das die richtig armen Schweine“

Heute blau, morgen blau, und übermorgen wieder: Sucht in der Führungsetage bleibt ein großes Tabuthema. Betroffene entscheiden selbst über Heilung oder Rückfall. Wie Führungskräfte wieder ihr Glück finden können.

Düsseldorf„Eigentlich sind das die richtig armen Schweine“, sagt eine, die auf gar keinen Fall genannt werden will. Weil sie sich als Suchtcoach um die ganz Großen kümmert in der Geschäftswelt. Ob Abteilungsleiter, CEO oder Vorstand: Für ihre Klientel ist Diskretion mehr als nur Ehrensache.

Weil ein Top-Manager sich im Gegensatz zu strauchelnden Stars und Sternchen wie Jenny Elvers-Elbertzhagen, so ihre Erfahrung, niemals als alkohol- oder medikamentenabhängig outen würde. „Stellen Sie sich einen Dax-Chef vor. Der wird einen Teufel tun, in der Öffentlichkeit eine Alkoholbeichte abzulegen.“ Dabei handelt es sich um eine Krankheit wie Diabetes oder Herzleiden.

Die Psychotherapeutin weiß, wie einsam es an der Spitze sein kann. Dort, wo Leistungsdruck, Konkurrenz und Tempo den Takt vorgeben, wo sich die Top-Manager im Hamsterrad die Pfoten wund laufen. Und wo es noch immer ein Tabu ist, über Schwäche zu sprechen. „In meiner Praxis kommt es nicht selten vor, dass Betroffene mir zunächst mitteilen, dass sie sich lieber töten würden, als sich mit ihrer Sucht zu outen“, erzählt der Kölner Psychiater Thomas Schmitt. „Das ist sogar nachvollziehbar, denn in manchen beruflichen Positionen kommt eine Offenlegung der eigenen Suchterkrankung einem beruflichen Suizid gleich.“

Ein Blick in jüngste Statistiken, Stress- und Suchtberichte lässt nichts Gutes erahnen. Mehr als 40 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland leiden unter Termin- und Leistungsdruck, fast 20 Prozent fühlen sich körperlich und emotional erschöpft. Alle wissen, dass etwas schief läuft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%