Mobbing am Arbeitsplatz
So wehren Sie sich, wenn Ihr Chef Sie mobbt

Was tun, wenn der Chef Sie schikaniert? Mobbing ist schwierig nachzuweisen. Bevor Betroffene vor Gericht ziehen, sollten sie sich am besten wehren – und den fiesen Vorgesetzen zur Rede stellen.
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Als der neue Chef kam, war es mit den Sonderprämien und den guten Arbeitszeugnissen vorbei. Für einen Rechtsanwalt aus Bayern begann mit der Amtszeit des neuen Vorgesetzten eine Leidenszeit. Er dufte keine Seminare mehr besuchen, wurde von Mitarbeitertreffen ausgeschlossen, fühlte sich von Kollegen isoliert. Sein Chef wollte ihn loswerden. Dem Juristen setzte die Situation zu, er bekam Depressionen, fiel krankheitsbedingt aus.

Krank wegen Mobbing – der Mann klagte und verlangte Schmerzensgeld. Jetzt errang er zumindest einen Teilerfolg: Das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt entschied am Donnerstag, dass seine Klage, die sich auf Vorfälle zwischen 2006 und 2008 stützt, nicht verwirkt ist. Andere Gerichte hatten frühere Klagen mit dieser Begründung abgewiesen. Nun wird neu verhandelt.

Der bayerische Jurist ist ein Beispiel für viele Mobbingopfer in Deutschland. Zahlreiche Beschäftigte sind betroffen. Die Schikane gerichtsfest nachzuweisen, ist allerdings schwierig. Ein Experte rät daher zur Konfrontation.

Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) kommt zu dem Schluss, dass eine Million Beschäftigte in Deutschland Opfer von Mobbing sind. Jeder Neunte fühlte sich demnach schon einmal in seinem Beruf angefeindet, schikaniert oder diskriminiert. Allerdings stammen die Zahlen aus dem Jahr 2002 und wurden seitdem nicht neu erfasst.

Mobbing im Job läuft heutzutage vielfach subtil ab. Das macht es für Betroffene so schwer, sich zur Wehr zu setzen. Erst recht, wenn auch noch der eigene Chef zu den Peinigern gehört. Laut BAuA ist das in 50 Prozent aller Fälle so.

Was erschwerend hinzukommt: Die Aussicht, sich juristisch erfolgreich gegen Mobbing am Arbeitsplatz zu wehren, ist gering. Der Gesetzgeber versucht zwar, Angestellte so weit wie möglich vor Mobbing zu schützen. Nach dem Arbeitsschutzgesetz sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, „Gefährdung für die physische und die psychische Gesundheit“ von Mitarbeitern zu vermeiden und zu bekämpfen.

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„Wer nicht krank wird, kriegt auch nichts“

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