Motivation
So verjagen Sie den Januar-Blues

Sind Sie gut ins neue Arbeitsjahr gestartet? Oder graut Ihnen noch vor dem Arbeitstag? Nach dem Urlaub ist es um die Motivation vieler Arbeitnehmer nicht gut bestellt. Dagegen können Chefs etwas tun.
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Nun ist Schluss mit Feiertagen und Ferien: Spätestens am 9. Januar sollte die Mehrheit der Arbeitnehmer aus dem Ski- oder Weihnachtsurlaub zurück sein. Dann müssen Sie zeigen, was aus den Karrierezielen der Deutschen für 2017 – mehr verdienen, befördert werden, effizienter arbeiten, nebenher weiterbilden – wird.

Viele Angestellte starten nach all den Plätzchen und der Ruhe jedoch eher besinnlich in das Arbeitsjahr. Nach der Weihnachtspause beobachten viele Arbeitgeber niedrigere Produktivität und eine gedrückte Stimmung, wenn die Arbeitnehmer zur Arbeit zurückkehren. Das amerikanische Beratungsunternehmen CEB hat die Motivation von Mitarbeitern rund um den Globus analysiert und für den gemächlichen Start ins Jahr einen Begriff geprägt: „Januar Blues“.

Den Blues haben - damit wird im englischen Sprachraum Traurigkeit und Niedergeschlagenheit bezeichnet. Den „Januar Blues“ definiert das Nachschlagewerk für Umgangssprache „Urban Dictionary“ so: „Es beginnt am 2. Januar und dauert bis zum 1. Februar, manchmal auch bis zum Presidents Day am dritten Montag im Februar“. Der Januar Blues wird als die „unschöne Zeit“ beschrieben, wenn die Weihnachtsfeiertage schon vorüber, der Frühling aber noch weit entfernt und das Wetter kalt und unfreundlich ist.

Sozio- und Psychologen kennen, wenn vielleicht auch nicht den Januar Blues, dann zumindest seine Geschwister, den „Monday Blues“ und den „Holiday Blues“. Diese drei Blautöne beschreiben alle das gleiche Phänomen: Nach einer längeren Pause fällt der erste Tag im Büro oder der Werkstatt schwer.

So gehen laut einer Studie zur Arbeitsmotivation des Personaldienstleisters ManpowerGroup aus dem Jahr 2016 ganze 85 Prozent der Deutschen montags mit schlechter Laune in die Woche. Im Januar kommt noch hinzu, dass das meist eher miese Wetter auf die Stimmung schlägt und viele nach all den Weihnachtsfeiern, Terminen und Veranstaltungen mit Freunden und Verwandten in ein Loch fallen.

Die eigene miese Laune ist natürlich Sache eines jeden Einzelnem. Dem Januar Blues keine Chance zu geben, das ist aber vor allem eines: Chefsache. Denn laut des Global Talent Monitors des Technikunternehmens CEB sind unmotivierte Mitarbeiter kein saisonales Problem. Es ist nach den Feiertagen nur besonders schlimm. Das liegt daran, dass zum Jahreswechsel Menschen gerne Bilanz ziehen. Frei nach dem Motto „Neues Jahr, neues Glück“ wird bewertet: Wo stehe ich, wo will ich hin - und warum bin ich noch nicht längst auf dem Weg dorthin?

Und dann ziehen viele Angestellte den Schluss, dass es an ihrem Arbeitgeber liegt, wenn es mit dem beruflichen Vorankommen nichts wird. So konnten sich mehr als 50 Prozent der Deutschen 2016 vorstellen, ihren derzeitigen Arbeitgeber zu wechseln. Die Hauptgründe dafür waren ein als ungerecht empfundenes Gehalt, eine schlechte Arbeitsatmosphäre oder fehlender Respekt und Anerkennung von Vorgesetzten. Dennoch haben nur wenige aktiv nach einem neuen Job gesucht. Der Rest quittiert den Dienst, kommt aber dennoch regelmäßig weiter zur Arbeit - nur eben ohne Elan.

„Trotz einer Vielfalt an Beschäftigungsmöglichkeiten sehen wir, dass Mitarbeiter bei ihrem Arbeitgeber bleiben, obwohl sie dort weder glücklich noch erfüllt sind“, bestätigt André Fortange, Managing Director für Deutschland, Schweiz und Österreich bei CEB. Also bleiben sie und ärgern sich über ihre fehlende Perspektive beim aktuellen Arbeitgeber, wie die CEB-Daten zeigen.

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