Personalentwicklung „Kleine Unternehmen planen häufig ins Blaue hinein“

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Strategische Allianzen gegen Fachkräfte-Mangel
Diese Unternehmen machen Bewerber glücklich
Platz 10: SAP
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Auf Platz zehn der bewerberfreundlichsten Unternehmen hat es die Software-Schmiede SAP geschafft. Das ist ein Plus von erstaunlichen 72 Plätzen. Im letzten Jahr rangierte das Unternehmen noch auf Platz 82. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der Meinungsforscher Potentialpark unter 28.007 Studenten. Sie sollten das Bewerbungsverfahren von insgesamt 461 Unternehmen anhand von vier Kategorien – Online-Bewerbung, Karriere-Website, Social Media und mobiles Bewerben – bewerben.
Am besten schneidet SAP übrigens in der Kategorie „Mobile“ ab. Dort belegt das Unternehmen Rang 8.

Platz 9: Bayer
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Bayer hat ganze 22 Plätze gutgemacht und belegt nun Rang neun. Bei der Online-Bewerbung und in der Kategorie Mobile schafft es der Chemiekonzern nur auf die Plätze 27 beziehungsweise 25, aber in der Kategorie Social Media reicht es immerhin für Platz fünf.

Platz 8: BASF
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Der Chemiekonzern aus Ludwigshafen kommt auf Rang acht und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um vier Plätze verschlechtert. Trotzdem schafft es BASF in den Kategorien Karriere-Website und Online-Bewerbung unter die Top vier.

Platz 7: Allianz
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Die Münchner Allianzversicherung belegt Platz sieben. In zwei Kategorien (Mobile und Online Bewerbung) schafft es das Unternehmen in die Top Fünf. Im Vorjahr reichte es in der Gesamtwertung übrigens nur für Rang 14.

Platz 6: Infineon
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Um einen Platz nach unten geht es für den Halbleiterhersteller Infineon. Die besondere Stärke des Unternehmens liegt in der Kategorie „Mobile“. Hier vergaben die Teilnehmer Platz drei.

Platz 5: Thyssen-Krupp
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Einer der Aufsteiger des Jahres ist der Stahlkonzern Thyssen-Krupp. 53 Plätze machte das Unternehmen wett – von Rang 58 geht es hoch auf Rang fünf. Die Stärken des Konzerns aus Sicht der Bewerber sind die Karriere-Website und die Online-Bewerbung.

Platz 4: EY (Ernst & Young)
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Für die Unternehmensberatung ging es im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze nach unten. EY belegt in der Kategorie Social Media zwar den ersten Platz, doch die mobile Bewerbung macht den Befragten offenbar bei EY noch nicht so viel Freude (Platz 17).

Statt Rang zwei schaffen es die Berater in der Gunst der Studierenden nur noch auf Rang vier

Aber haben kleine Betriebe überhaupt eine realistische Chance im Wettbewerb um hochqualifizierte Fachkräfte mit Konzernen, die ja sehr gezielt Personalplanung betreiben?
Bei den wenigsten kleinen Unternehmen ist das Problem natürlich nicht gelöst, indem der Chef sagen: „Dann zahle ich einfach mal ein bisschen mehr Gehalt oder zaubere den bunten Blumenstrauß der Sozialleistungen hervor.“ Aber das ist im Wettbewerb mit Konzernen auch gar nicht notwendig.
Diese Unternehmen müssen „nur“ herausarbeiten, was sie – im Gegensatz zu den großen Unternehmen – zu einem attraktiven Arbeitgeber macht. Da reden wir beispielsweise über Unternehmenskultur, Betriebsklima, multivariablen Arbeitseinsatz oder auch von Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Kunst ist, diese Punkte so umzusetzen, dass sie zu einem ehrlichen Markenwert fürs Unternehmen werden.

In der Theorie klingt das einleuchtend. Aber in der Praxis steht für viele Jobsuchende sicherlich dennoch die Bezahlung im Vordergrund.

Kleine Unternehmen müssen natürlich eine marktgerechte Entlohnung bieten, wenn sie gute Kräfte gewinnen und halten wollen. Doch wir beobachten: Wenn Unternehmen mehr zahlen, hat das am Anfang den Effekt, dass Arbeitnehmer den besser zahlenden Arbeitgeber bevorzugen. Doch dieser Effekt hält genau sechs Wochen an – bis er einen Eindruck von der Arbeit im Betrieb bekommen hat. Denn der Mitarbeiter ist nur dann motiviert und identifiziert sich mit dem Unternehmen, wenn die Mischung aus immateriellen und materiellen Anreizen stimmt.

Welche Möglichkeiten haben kleine Unternehmen darüber hinaus, Fachkräfte zu gewinnen?
Eine weitere Möglichkeit ist, strategische Allianzen mit anderen, vergleichbar großen Unternehmen zu schmieden und darin ein Empfehlungsmanagement zu etablieren: Ein Unternehmen erhält mehrere gute Bewerbungen auf eine Stelle, kann aber nur eine Person einstellen. Statt den qualifizierten Bewerbern, für die er keinen Job hat, nur eine Absage zu erteilen, könnte er ihnen vorschlagen, sie an einen anderen Betrieb weiterzuempfehlen, der gerade auf der Suche ist. Um solche Netzwerke ans Laufen zu bringen, müssen Unternehmen allerdings vorher wissen, wie groß ihr Personal-Manko vermutlich ausfallen wird.

Ist es realistisch, dass ein Unternehmen seinem Mitbewerber einen guten Kandidaten empfiehlt?
Ja, es gibt gute Beispiele aus der Praxis dafür, dass das Empfehlungsmanagement funktionieren kann wie die regionalen Bündnisse zur Fachkräftesicherung in Rheinland-Pfalz. Unternehmen müssen aber nicht zwingend eine Allianz mit ihrem unmittelbaren Konkurrenten gründen. Viele Berufsgruppen sind ja schließlich in verschiedenen Branchen vertreten.

Frau Rump, vielen Dank für das Interview.

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