Ratgeber
Welches Wissen Berufseinsteigern fehlt

Praktisch alle Arbeitgeber in Deutschland beklagen sich über den schlechten Ausbildungsstand der jungen Leute, die bei ihnen anfangen. Keine Frage: Schule und Universitäten lehren viel, aber nicht alles. Ein Ratgeber für Berufseinsteiger.
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DüsseldorfReinhold Würth spart nicht mit Lob: „Dieses Buch schließt die Lücke zwischen dem Bildungssystem und den Ansprüchen der Arbeitswelt.“ Der Unternehmer muss es wissen, denn er kennt diese Probleme genau, die Thilo Baum und Martin Laschkolnig in ihrem Ratgeber „Die Bildungslücke“ beheben wollen.

Der Kommunikationswissenschaftler Baum und der Unternehmer Laschkolnig haben dafür 20 hochkarätige Fachleute zusammengetrommelt. In kurzen Gastbeiträgen arbeiten sie all die Punkte ab, die Firmen bei vielen Auszubildenden vermissen. Eben das, was sie in den Schulen und Universitäten nicht lernen.

Die Notwendigkeit dieses Buches ist offensichtlich: Nur neun Prozent der Unternehmen sehen laut einer DIHK-Umfrage „keine Mängel“ bei der Ausbildungsreife der Schulabgänger. Dagegen beklagen 74 Prozent die „mangelnde Qualifikation“. Das gilt vor allem für „Soft Skills“  wie Disziplin, Belastbarkeit, Leistungsbereitschaft, Interesse und Umgangsformen.

In den verschiedenen Schulformen – egal ob Gymnasium, Real-, Haupt- oder Berufsschule – wird zwar exaktes Denken gelehrt, aber eben zu wenig Führung oder andere Dinge, die junge Menschen in der immer komplexer werdenden Arbeitswelt brauchen. Denn nicht in der Schule, sondern im Leben lernen wir.

Die Herausgeber fragen durchaus nicht ohne Polemik angesichts der Tatsache, dass Schüler klassische Literatur, höhere Mathematik oder Naturwissenschaften lernen: „All das sind schöne Dinge, aber wo bleibt das Wesentliche?“

Verbesserungsvorschläge für die Schulen haben sie nicht. Wohl aber einen Wust von Ratschlägen, die jungen Leuten helfen sollen, sich in der Arbeitswelt zurechtzufinden. Und in der Tat sind bei den 20 Gastbeiträgen viele wertvolle Hinweise dabei.

Geübte Leser von Management-Ratgebern werden sowohl viele bekannte Namen wie Lothar Seiwert wiederfinden, aber auch eben viele Tipps zum x-ten Mal hören. Daher ist das Buch für Profis nur bedingt wertvoll, dafür aber durchaus für die Zielgruppe: Wer also einen raschen Einstieg in die Welt der Berufsratgeber haben möchte, ist mit der „Bildungslücke“ sehr gut geholfen.

 

Bibliografie:

Thilo Baum und Martin Laschkolnig

Die Bildungslücke. Der komprimierte Survival-Guide für Berufseinsteiger

Börsenmedien, Kulmbach 2012

303 Seiten

Thorsten Giersch
Thorsten Giersch
Chefredakteur Business bei der Verlagsgruppe Handelsblatt / Geschäftsführer digital bei planet c

Kommentare zu " Ratgeber: Welches Wissen Berufseinsteigern fehlt "

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  • Ich habe mir das Buch vor einigen Tagen in der Buchhandlung intensiv angeschaut, weil auch ich der Meinung bin, daß Jugendliche manches wissen sollten, was leider in der Schule (woher sollen die Lehrer es auch wissen?) nicht vermittelt wird.

    Beim Durchblättern habe ich den Eindruck gewonnen, daß dieses Buch die Lücke nicht schließen kann. Die Texte scheinen mir zu weit entfernt zu sein von der Lebensrealität Jugendlicher. Außerdem frage ich mich, wieso gerade Leute, die meist vorne auf Bühnen stehen und selbst nicht täglich in Unternehmen arbeiten, so genau wissen wollen, wie es richtiger ist.

    Mir drängte sich der Eindruck auf, daß hier jemand billig ein Buch zusammengeschustert hat und die Autoren, die ihr Geld mit Vorträgen verdienen, womöglich sogar auf ihr Honorar verzichtet haben könnten, weil ihr Beitrag ja Werbung für ihre Veranstaltungen ist.

    Es gibt bereits gute Literatur zum Thema, z.B. Sean Coveys "Die 6 wichtigsten Entscheidungen für Jugendliche" oder die Bücher von Tusch und Kitz.

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